KfW-Förderung gesunken: Mittelstand steht wieder auf eigenen Füßen

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KfW-Förderung gesunken: Mittelstand steht wieder auf eigenen Füßen

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Die staatliche KfW-Bankengruppe senkt ihr Fördervolumen.

Die Finanzkrise ist vorüber, Unternehmen brauchen weniger Hilfe vom Staat. Die bundeseigene Bank KfW senkt deshalb ihr Fördervolumen. Denn die Hausbanken ersetzen will sie nicht.

Die staatliche KfW Bankengruppe hat ihr Fördervolumen 2013 leicht zurückgefahren. Insgesamt vergab das Institut Kredite in Höhe von 72,5 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 73,4 Milliarden Euro gewesen. Die Förderbank hatte stets betont, dass sie sich mit dem Abflauen der Krise wieder etwas zurückziehen werde. So sei die Kreditnachfrage von Unternehmen bei der KfW im Verlauf des Jahres 2013 zurückgegangen.

Die Zusagen an Gründer und mittelständische Unternehmen seien von 24,1 Milliarden Euro im Vorjahr auf 22,6 Milliarden Euro gesunken. „2013 war ein erfolgreiches Förderjahr. Die weiterhin hohe Nachfrage nach unseren Finanzierungen zeigt, dass unsere Programme in hohem Maße den aktuellen Bedürfnissen von Unternehmen, Kommunen und Privatkunden entsprechen“, sagt KfW-Chef Ulrich Schröder.

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Schwerpunkte seien die Förderung des Mittelstands und die Unterstützung der Bundesregierung bei der Umsetzung der Energiewende gewesen.

Chancen und Risiken ausgewählter Finanzierungsformen für Unternehmen

  • Börsengang

    Geeignet für Mittelständler mit: Umsatz im dreistelligem Mio.-Bereich, Kapitalbedarf ab 50 Millionen Euro

    Chance: Jederzeit neues Kapital, Öffentlichkeitswirkung, strukturelle Verbesserung im Unternehmen

    Risiko: Lange Vorbereitung, hohe Kosten, Kontrolle von außen (Berichtspflichten, Stimmrecht der Aktionäre)

  • Private Equity

    Geeignet für Mittelständler mit: Kapitalbedarf zwischen 5 und 40 Millionen Euro

    Chance: Wissen und Kontakte des Kapitalgebers nützen dem Unternehmen

    Risiko: Kontrolle im Falle einer Mehrheitsbeteiligung, oft nur mittelfristiges Engagement des Kapitalgebers (drei bis sieben Jahre), danach Verkauf oder Börsengang

  • Anleihen

    Geeignet für Mittelständler mit: bekanntem Namen oder Marke, Kapitalbedarf ab 30 Millionen Euro

    Chance: Positiver Imageeffekt durch Präsenz am Kapitalmarkt, keine Sicherheiten nötig

    Risiko: Hohe Kosten (bis zu sechs Prozent des Emissionsvolumens, Zinszahlungen), Berichtspflichten

  • Genussrechte

    Geeignet für Mittelständler mit: Kapitalbedarf bis etwa zehn Millionen Euro

    Chance: Günstiger als Bankdarlehen, Direktvertrieb über die firmeneigene Internet-Seite, nachrangige Schulden

    Risiko: Keine festen Zeichnungstermine, daher ungeeignet für dringenden Kapitalbedarf

  • Leasing

    Geeignet für Mittelständler mit: Bedarf an teuren Investitionsgütern

    Chance: Flexible Laufzeit und Umfang der Leasing-Verträge, Entlastung der Kreditlinien

    Risiko: Haftung für Schäden am Objekt, unter Umständen teurer als Kredit, schlechte Vergleichbarkeit der Angebote

  • Factoring

    Geeignet für Mittelständler mit: Liquiditätsproblemen, Kunden mit schlechter Zahlungsmoral

    Chance: Factorer trägt das Risiko bei Zahlungsausfall eines Kunden, schnelle Liquiditätsbeschaffung

    Risiko: Hohe Kosten, hängen ab vom eigenem Rating, der Bonität der Kunden, Zahl der Rechnungen und Zahlungszielen

Das Jahr 2013 zeige aber auch, dass sich die Nachfrage an das jeweilige Finanz- und Wirtschaftsumfeld anpasst und die KfW ihre subsidiäre Rolle wahrnehme, so Schröder. Auch die Zusagen im Bereich Klima- und Umweltschutzfinanzierung sanken von 29,2 Milliarden Euro auf 27,8 Milliarden Euro. Die konzernweite Umweltquote sank damit von 40 Prozent im Vorjahr auf 38 Prozent.

Sie liege aber weiter im Zielbereich der Bankengruppe von mindestens 37 Prozent. Allerdings stieg das ausländische Geschäftsvolumen getragen vom Wachstum bei der Export- und Projektfinanzierung sowie bei der KfW Entwicklungsbank um vier Prozent auf 20,5 Milliarden Euro. Insgesamt sei das Fördervolumen weiterhin hoch, betonte Schröder. „Im internationalen Vergleich bleiben wir die führende Förderbank.“

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Bereits im Herbst hatte Schröder angedeutet, dass die KfW 2013 deutlich weniger Überschuss als im Vorjahr ausweisen dürfte. In den ersten drei Quartalen erzielte das Institut einen Konzerngewinn von 880 Millionen Euro nach 1,7 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Damit habe sich die Ertragsentwicklung weiter normalisiert, hieß es seinerzeit.

Zumal der Konzerngewinn bereits die zusätzlichen Anstrengungen aus der Übernahme staatlicher Förderleistungen für die Energiewende im Energie- und Klimafonds (EKF) beinhaltete. Dafür stellte die KfW im vergangenen Jahr 311 Millionen Euro bereit, 254 Millionen Euro seien davon abgeflossen. Am Mittwoch betonte Schröder: „Wir werden in der Energiewende eine noch stärkere Rolle spielen.“

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