KfW-Mittelstandsstudie: Mittelstand geht zuversichtlich ins neue Jahr

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KfW-Mittelstandsstudie: Mittelstand geht zuversichtlich ins neue Jahr

Die Hoffnung auf ein gutes Jahr 2015 wächst bei Deutschlands Mittelständlern. Dies dürfte vor allem am schwächeren Euro und am Verfall der Ölpreise liegen. Die KfW warnt aber vor zu viel Optimismus.

Deutschlands Mittelständler sehen wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Das Geschäftsklima im Mittelstand sei im Dezember zum zweiten Mal in Folge gestiegen, nachdem es sich von April bis Oktober im Sinkflug befunden hatte, teilte die KfW-Bankengruppe bei der Vorlage des KfW-Ifo-Mittelstandsbarometers mit.

Wo der Mittelstand sein Geld anlegt

  • Sichteinlagen / Laufende Konten

    Immerhin 86 Prozent aller Mittelständler lassen ihr Geld auf dem eigenen Konto liegen. Allerdings ihr Anteil deutlich gesunken. Im Vorjahr waren es noch 97 Prozent.

    Quelle: Studie zum Finanzanlageverhalten und Finanzanlagebedürfnis mittelständischer Unternehmen von der Fachhochschule des Mittelstands

  • Festgeld / Termineinlagen

    Auch beim Festgeld sind heutzutage keine hohen Zinsen mehr zu erwarten. Entsprechend sinkt die Nachfrage. Nur noch 82 Prozent legen ihr Geld mit Festgeldkonten oder Termineinlagen an, im Vorjahr waren es 87 Prozent.

  • Rentenfonds

    Diese Anlageform hat im vergangenen Jahr rasant an Beliebtheit gewonnen. Mit 42 Prozent investierte fast jeder Zweite Mittelständler in Rentenfonds, im Vorjahr waren es gerade einmal 17 Prozent.

  • Gemischte Fonds

    Wenn das Risiko steigt, hilft oft nur eine Differenzierung des Portfolios. Gemischte Fonds sind für 31 Prozent eine geeignete Anlageform (Vorjahr: 10 Prozent).

  • Aktienfonds

    Während die Zinsen stagnieren, erreichen einige Aktienindizes neue Rekordhöhen. Darum wagen sich nun auch die Mittelständler an die Beteiligungen - 23 Prozent investieren in derartige Anlagen.

  • Geldmarktfonds

    Auch die Geldmarktfonds sind wieder etwas stärker gefragt als im Vorjahr. Hier investieren 18 Prozent aller befragten Mittelständler.

  • Währungsanlagen

    Die stagnierenden Wechselkurse sorgen für Verunsicherung. Keine Anlageform hat darum beim Mittelstand mehr Vertrauen eingebüßt. Nur noch 10 Prozent legen hier ihr Geld an, im Vorjahr waren es noch 31 Prozent.

  • Immobilienfonds

    Die Immobilienkrise hat ihre Spuren hinterlassen. Nicht umsonst fragte kein einziger Mittelständler im Vorjahr nach Immobilienfonds. Dieses Jahr sind es immerhin rund zehn Prozent. Beruhigt sich die Lage?

  • Nachhaltige Anlage

    Die Nachhaltigkeit bleibt auch bei der Geldanlage ein Trend - und wird damit auch interessant für den Mittelstand. Nach 5 Prozent im Vorjahr investiert mittlerweile jeder Zehnte Mittelständler in nachhaltige Geldanlageformen.

  • Alternative Anlagen

    Gleiches gilt für die alternativen Anlagen, die vor allem in Niedrigzinsphasen an Attraktivität gewinnen. Sieben Prozent legen hier ihr Geld an, im Vorjahr waren es vier Prozent.

  • Garantiefonds

    Auch die Garantiefonds sind zurück. Noch im Vorjahr hatte kein befragter Mittelständler in derartige Produkte investiert. Dieses Jahr sind es immerhin 7 Prozent.

Während die Betriebe ihre aktuelle Lage etwas besser einschätzen als im Vormonat, sind ihre Erwartungen deutlich gestiegen. Damit zeigen die Firmen, dass sie mit Blick auf das erste Halbjahr 2015 vermehrt mit einer Erholung rechnen, erklärte die KfW: „Die Unternehmen senden damit ein Hoffnungssignal, dass die konjunkturelle Schwächephase im Verlauf von 2015 überwunden werden kann.“

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Worauf kleine Mittelständler beim Gang ins Ausland achten sollten

  • Nüchtern analysieren

    Jeder träumt von China - aber nicht für jedes Produkt passt der Massenmarkt, den die Deutschen gern bedienen. Oft reicht es, Nischenprodukte weiter zu exportieren. Konzerne müssen Trends mitgehen, die Kleinen nicht zwingend.

  • Perfekt platzieren

    Gewerbeparks aus der zweiten Reihe kämpfen oft um Investoren, indem sie beim Papierkram helfen und Steuern senken. Wer vergleicht, spart Geld.

  • Intensiv netzwerken

    Auf Konferenzen treffen Unternehmer auf Praktiker mit Erfahrung in fremden Märkten. Ihr Wissen hilft, die Chancen und Risiken des Markteintritts richtig einzuschätzen.

  • Pessimistisch planen

    Selbst wenn die Marktaussichten noch so rosig sind: Unvorhersehbare Kosten sind bei der Expansion ins Ausland ganz normal und sollten eingeplant werden.

  • Nichts überstürzen

    Jeder Gang ins Ausland braucht Planung. Man muss Leute finden, Informationen sammeln, Papierkram bewältigen - und sollte sich Zeit nehmen, auch wenn die Konkurrenz schon da ist.

Die gute Stimmung zum Jahreswechsel sei zweifelsohne positiv, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Wie andere Konjunkturforscher erwarten auch die Experten der Förderbank, dass der Preisverfall bei Rohöl den Verbrauchern mehr Geld für andere Ausgaben lassen werde. Gleichzeitig werde der sinkende Eurokurs der Exportwirtschaft helfen, sagte Zeuner: „Dies dürfte im Verlauf von 2015 die Konjunktur anschieben.“

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„Trotzdem sollte man auf dem Boden bleiben“, warnte der Volkswirt. Er sieht angesichts der ungünstigen Gemengelage von Russlandkrise, äußerst zäher Erholung in der Eurozone sowie nervösen Finanzmärkten ein erhebliches Enttäuschungs- und Verunsicherungspotenzial. Die KfW bestätigte daher ihre Prognose, wonach die deutsche Wirtschaft 2015 wegen des voraussichtlich noch eher schwachen Winterhalbjahres nur um 1,0 Prozent wachsen wird nach knapp 1,5 Prozent im Jahr 2014.

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