
Cowboy, so nennen Manager des baden-württembergischen Werkzeugmaschinenbauers MAG Europe ihren Eigentümer Mo Meidar. Denn der US-Amerikaner mit israelischen Wurzeln fackelt nicht lange, wenn er seinen Willen durchsetzt. Wer das Wirken des breitschultrigen Hünen im Unternehmen überlebte, spricht mit einer Mischung aus Angst und Ehrfurcht über ihn.
„Widerstand spornt ihn an“, sagt der Unternehmensberater Dietrich Hein und ehemalige Chef des einstigen süddeutschen Maschinenbauers IWKA, aus dem die heutige Kuka hervorging. Anfang des Monats fürchteten Branchenkenner gar, Meidars ganzes Unternehmen bräche zusammen. Meidar hatte nicht nur auf einen Schlag die dreiköpfige Geschäftsführung gefeuert. Er musste zugleich auch – in schöne Klauseln verpackt – einräumen, dass MAG vorübergehend klamm gewesen war.
Doch derlei macht Meidar nur härter – und erfolgreicher. Mit seiner Hau-drauf-Mentalität hat der 68-Jährige seit 2005 um einstige deutsche Branchenperlen herum einen Konzern für Werkzeugmaschinenbau geformt, der sich sehen lassen kann. Das kleine Firmenimperium mit Sitz in Göppingen östlich von Stuttgart setzt in diesem Jahr 526 Millionen Euro um.
Zusammen mit den amerikanischen Schwesterfirmen kommt Meidars Gruppe voraussichtlich auf umgerechnet rund 900 Millionen Euro. Die MAG Europe rangiert auf Platz sechs der hiesigen Werkzeugmaschinenbauer.
Quelle: dpa.Platz 10: Niles-Simmons
Das Unternehmen wird 1833 in den USA gegründet, 1898 entsteht dann das erste Werk in Deutschland. Seit 1992 stellt Niles-Simmons am Unternehmenssitz in Chemnitz, Sachsen, Werkzeugmaschinen her - unter anderem für den Automotive-Bereich und die Eisenbahn. Der Industrieanlagenbauer beschäftigt derzeit rund 1.300 Mitarbeiter. 2011 setzte das Unternehmen 275 Millionen Euro und bewegt sich damit auf Vorjahresniveau.
Quelle: Pressebild9. Index
Die Index-Gruppe gehört gemeinsam mit dem Tochterunternehmen Traub zu den führenden Herstellern von CNC-Drehmaschinen. Firmensitz ist Esslingen in Baden-Württemberg. Das Unternehmen blickt wie viele schwäbische Maschinenbauer auf eine lange Tradition zurück. Hermann Hahn legte 1914 den Grundstein und begann mit der Produktion von Revolverdrehautomaten.
Heute zählen zu den Hauptabnehmern von Index-Drehmaschinen die Automobil- und Automobilzulieferindustrie, der Maschinenbau, die Elektrotechnik und Elektronikindustrie sowie Hersteller in der Fluidtechnik und dem Armaturenbau. Die Index-Gruppe setzte im Jahr 2011 450 Millionen Euro um (Vorjahr: 325 Millionen Euro) und beschäftigte 2.100 Mitarbeiter.
Quelle: prPlatz 8: Körber/Schleifring
Schleifring gehört zum weltweit tätigen Körber-Konzern, der 30 internationale Technologieunternehmen unter seinem Dach vereint. Die Abnehmer der Schleifmaschinen stammen aus den Branchen Automobilindustrie und Zulieferer, Werkzeugindustrie, Kraftwerkturbinenbau, Werkzeug- und Formenbau, Medizintechnik, Maschinenbau, Uhrenhersteller sowie der Turbinenindustrie. Zu den größten Abnehmermärkten gehören, nebst Westeuropa, Asien (inklusive China) sowie Amerika. 2011 setzte die Werkzeugmaschinensparte von Körber/Schleifring 470 Millionen Euro um (Vorjahr 333 Millionen Euro) und beschäftigte 2.100 Mitarbeiter.
- Quelle: Pressebild
Platz 7: Heller
1894 wird das Unternehmen von Ernst and Hermann Heller gegründet. Die Gebr. Heller Maschinenfabrik hat ihren Sitz im baden-württembergischen Nürtingen und produziert in Deutschland, Großbritannien, Brasilien und den USA. Heller engagiert sich zudem in Asien. 2009 gründete der Maschinenbauer ein Technologiezentrum im indischen Pune, im Großraum Shanghai entsteht ein neues Montagewerk. Das Unternehmen erwirtschaftete 474 Millionen Euro im Jahr 2011 (Vorjahr: 339 Millionen Euro) und beschäftigt rund 2200 Mitarbeiter - darunter mehr als 100 Auszubildende.
Quelle: prPlatz 6: Emag
Zur Emag-Gruppe gehören mehrere mittelständische Technologie- und Produktionsunternehmen. Die Gruppe fertigt Drehmaschinen, Schleifmaschinen, Verzahnmaschinen, Laserschweißmaschinen und Bearbeitungszentren zur Fertigung von Getriebe-, Motoren- und Fahrwerkskomponenten. Die Emag beschäftigt aktuell 1800 Mitarbeiter. 2011 setzte das schwäbischen Unternehmen mit Sitz in der 8.000-Seelen-Gemeinde Salach - rund 50 Kilometer östlich von Stuttgart - 506 Millionen Euro um (2010: 317 Millionen Euro).
Quelle: prPlatz 5: MAG Europe
Das baden-württembergische Unternehmen MAG mit Sitz in Göppingen, nahe Stuttgart, fertigt Werkzeugmaschinen. Zu den Kunden der MAG zählen Konzerne aus der Luft- und Raumfahrt, Automotive und Nutzfahrzeugbau, Schwerindustrie, Energie- und Förderanlagen, Schienenverkehr, Solarenergie, Windkraftanlagen und Maschinenbau. Das Unternehmen setzte im Jahr 2011 insgesamt 562 Millionen Euro um (2010: 337 Millionen Euro) und beschäftigt in Deutschland etwa 1600 Mitarbeiter, weltweit sind es 2200.
Quelle: PressebildPlatz 4: Grob
Das Unternehmen Grob mit Stammwerk in bayerischen Mindelheim produziert in Sao Paulo, Brasilien, im amerikanischen Bluffton/Ohio und im neugebauten Werk in Dalian in China. Eigene Service- und Vertriebsniederlassungen unterhalten die Mindelheimer unter anderem in Beijing, Shanghai und Mexiko.
Seit Firmengründung im Jahr 1926 ist Grob im Familienbesitz und wird heute in dritter Generation geführt. Weltweit beschäftigt der Maschinenbauer rund 4.000 Mitarbeiter. 2011/2012 erwirtschaftete das Unternehmen 600 Millionen Euro (Vorjahr: 433 Millionen Euro).
Quelle: dpa.Platz 3: Schuler
Louis Schuler gründete das Unternehmen im Jahr 1839 als Schlosserei im baden-württembergischen Göppingen, 40 Kilometer östlich von Stuttgart. Seit 1852 werden Blechbearbeitungsmaschinen hergestellt. Später wurde Schuler weltweit zum Flaggschiff der Pressenbauindustrie. 1999 geht die Schuler AG an die Börse und steigt in die Lasertechnologie ein.
Zu den Kunden gehören Automobilhersteller und -zulieferer sowie Unternehmen aus der Hausgeräte-, Schmiede-, Energie- und Elektroindustrie. Schuler gehört zu den führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Münztechnik. Schuler ist weltweit mit eigenen Standorten und Vertretungen in vierzig Ländern präsent. Im Jahr Geschäftsjahr 2010/2011 setzten die Schwaben 958,5 Millionen Euro um ein Plus gegenüber 2009/2010 um 47 Prozent (Vorjahr: 650 Millionen Euro). Der Umsatz in Asien hat sich nahezu verdoppelt und erreichte 309 Millionen Euro.

Platz 2: Gildemeister
Gildemeister mit Stammsitz in nordrhein-westfälischen Bielefeld, ist mit 75 Vertriebs- und Servicestandorte in 33 Ländern weltweit vertreten. Das Segment „Werkzeugmaschinen“ beinhaltet das Neumaschinengeschäft mit den Technologien Drehen und Fräsen, Ultrasonic/Lasern sowie Electronics. 5.445 Mitarbeiter arbeiten für das Unternehmen, das 2011 einen Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro erzielte (2010: 1,4 Milliarden Euro). Für 2012 plant Gildemeister einen Umsatz von mehr als 1,9 Milliarden Euro.
Quelle: dpaPlatz 1: Trumpf
Das Unternehmen mit Hauptsitz in Ditzingen bei Stuttgart, fertigt Werkzeugmaschinen, Elektrowerkzeuge, Laser für die Fertigungstechnik sowie DC-, Mittelfrequenz und Hochfrequenzgeneratoren - außerdem OP-Tisch-Systeme und Funktionsmobilar für den medizinischen Bereich.
Trumpf zählt zu den schwäbischen Traditionsunternehmen im Maschinenbau. 1923 erwirbt Christian Trumpf gemeinsam mit zwei Partnern die mechanische Werkstätte Julius Geiger und legt damit den Grundstein für den heutigen Betrieb. Trumpf produziert Werkzeugmaschinen wie Laserschneideanlagen und Stanzmaschinen unter anderem in den baden-württembergischen Gemeinden Gerlingen (20.000 Einwohner) und Hettingen (1800 Einwohner), außerdem im sächsischen Neukirch.
Weitere Fertigungsstätten befinden sich in China, Mexiko, Polen, Tschechien, Großbritannien und den USA. 2010/2011 setzten die Schwaben rund 2 Milliarden Euro um und beschäftigten 8.550 Mitarbeiter. Damit ist Trumpf der größte deutsche Werkzeugmaschinenbauer.
Platz 10: Niles-Simmons
Das Unternehmen wird 1833 in den USA gegründet, 1898 entsteht dann das erste Werk in Deutschland. Seit 1992 stellt Niles-Simmons am Unternehmenssitz in Chemnitz, Sachsen, Werkzeugmaschinen her - unter anderem für den Automotive-Bereich und die Eisenbahn. Der Industrieanlagenbauer beschäftigt derzeit rund 1.300 Mitarbeiter. 2011 setzte das Unternehmen 275 Millionen Euro und bewegt sich damit auf Vorjahresniveau.
50 Unternehmen saniert
Meidar ist ein typischer US-Investor, der sich heruntergewirtschaftete Unternehmen unter den Nagel reißt. Seit den Siebzigerjahren restrukturierte er über 50 Unternehmen. In Deutschland kann er sich als Retter so mancher einst berühmter deutscher Werkzeugmaschinenbauer fühlen, die jahrzehntelang für teutonische Tüftel- und Ingenieurkunst standen.
Seine Chance bot sich dem promovierten Ingenieur als sich ThyssenKrupp 2005 von seinem Werkzeugmaschinenbau trennte. Damals, im Oktober 2005, kaufte er aus dem ThyssenKrupp-Bestand den schwäbischen Maschinenbauer Cross Hüller, den Drehmaschinenbauer Hessapp aus dem hessischen Taunusstein, die badischen Unternehmen Hüller Hille und Witzig & Frank sowie die amerikanischen Werkzeugmaschinenbauer Giddings & Lewis sowie Fadal. Wenige Monate zuvor hatte Meidar den US-Hersteller Cincinnati Lamb erworben.
In den beiden Jahren darauf bediente sich der Investor bei dem Mischkonzern IWKA, dem einstigen Mutterkonzern des Roboterbauers Kuka. Aus dem IWKA-Reich kaufte Meidar die württembergischen Werkzeugmaschinenbauer Ex-Cell-O und Boehringer. Anschließend ergänzte Meidar sein Reich um Fertigungs- und Servicewerke in Ungarn, Indien und China. Viele der Werke waren todkrank. Etliche mussten geschlossen oder zusammengelegt werden.













