Maschmeyer-Investor Mifa: Aktionäre könnten enteignet werden 

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Carsten Maschmeyer.

von Annina Reimann

Die Verhandlungen über das Sanierungskonzept für den angeschlagenen Fahrradhersteller Mifa sind in der heißen Phase: Aktionäre dürften am Ende leer ausgehen – so oder so.

Der indische Fahrradhersteller Hero Cycles will offenbar die Mehrheit an dem angeschlagenen Fahrradhersteller Mifa aus Sangerhausen übernehmen. Die Rede ist in Verhandlungskreisen von mindestens zwei Dritteln und bis zu 90 Prozent der Anteile. Bislang waren bis zu 47 Prozent kommuniziert. Um die Mehrheit zu sichern, könnten nach dem aktuellen Stand der Verhandlungen die Aktionäre, darunter auch Großaktionär Carsten Maschmeyer, durch einen Kapitalschnitt enteignet werden. Bei einem Kapitalschnitt wird das Kapital einer Aktiengesellschaft herabgesetzt, gleichzeitig das Eigenkapital erhöht. Die Kapitalerhöhung soll dann nach dem derzeitigen Stand mehrheitlich Hero zeichnen, den Rest der neuen Aktien sollen die Anleihegläubiger bekommen. Für den Fall, dass diese nicht voll mitziehen, will Hero einspringen und so auf bis zu 90 Prozent der Anteil kommen. Maschmeyer war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, eine Sprecherin sagte aber, dass die Maschmeyer Group Mifa im April noch mit einer Millionensumme unterstützt habe; von Enteignung sei bislang keine Rede gewesen.

Der Rettungsaktion müssen noch mehrere Parteien zustimmen, unter anderem muss Informationen der WirtschaftsWoche zufolge Frank Günther, Vertreter der Anleihegläubiger von One Square Advisors, bis Ende kommender Woche sein Okay geben. „Wir versuchen, eine konstruktive Lösung zu finden, deswegen habe ich die am 12. August fällige erste Zinszahlung aus der Anleihe bis zum 25. August gestundet“, sagt Günther. Aufgrund der laufenden Verhandlungen wollte er sich nicht weiter zu dem Fall äußern. Auch Mifa wollte den Zwischenstand nicht kommentieren.

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Die Rettungsaktion ist nötig geworden, weil dem Unternehmen aufgrund von Fehlbuchungen ein Millionenloch entstanden war. Im Mai kommunizierte Mifa einen voraussichtlichen Bilanzverlust in Höhe von circa 28 Millionen Euro für Ende 2013. Mifa hat aus Geldnot bereits ein Betriebsgrundstück für 5,7 Millionen Euro an den Landkreis Mansfeld-Südharz veräußert. Es wird nun im Rahmen der Vereinbarung zurückgemietet.

Hero will 15 Millionen Euro investieren, erwartet dafür aber einen erheblichen Beitrag der Gläubiger. Informationen der WirtschaftsWoche zufolge liegt den Anleihegläubigern nun folgender Vorschlag auf dem Tisch: Sie sollen die Laufzeit der Anleihe um zwei Jahre auf dann insgesamt sieben Jahre verlängern. Weiterhin sollen sie einen Zins von nur noch einem statt wie bislang 7,5 Prozent akzeptieren. Der Nennwert der Anleihe soll zusätzlich von ursprünglich 25 Millionen Euro auf fünf bis zehn Millionen Euro sinken - Anleihegläubiger sollen also auf 60 bis 80 Prozent verzichten. Der Fall ist ein Skandal, denn Mifa hatte die Mittelstandsanleihe erst vor rund einem Jahr emittiert – mit falschen Zahlen.

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Scheitern könnte das Sanierungskonzept laut mehreren Insidern aus Verhandlungskreisen allerdings noch an den Banken: Offenbar haben Commerzbank, Deutsche Bank und die LBBW-Tochter SachsenBank jeweils rund zehn Millionen Euro im Feuer. Die Mehrheit ihrer Kredite ist aber offenbar besichert. Insidern zufolge verlangen die Anleihegläubiger im Gegenzug für Zugeständnisse nun einen Teil dieser Sicherheiten von den Banken. Die jedoch stellen sich den Kreisen zufolge quer. Bei einer möglichen Insolvenz von Mifa würden sie laut mehreren Insidern auch gar nicht so schlecht fahren – die Banken könnten nach aktuellen Berechnungen am Ende auf eine Quote von rund 80 Prozent kommen, wenn sie Sicherheiten versilberten.

Doch auch in der Insolvenz dürften die Mifa-Aktionäre leer ausgehen – die 21 Prozent von Maschmeyer würde dann ebenso wertlos.

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