Mittelstand: Deutsche Unternehmen zögern mit Investitionen

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Mittelstand: Deutsche Unternehmen zögern mit Investitionen

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Deutsche Mittelständler verdienen aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs, fürchten sich aber vor kommenden Krisen und zögern daher mit Investitionen.

von Mark Fehr

Aus Angst vor Krisen legen Mittelständler lieber Geld auf die hohe Kante, statt zu investieren.

Aus dem deutschen Mittelstand gibt es eine gute und eine weniger gute Nachricht: Die Unternehmen verdienen aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs, fürchten sich aber vor kommenden Krisen. Aus Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung bauen die Firmenchefs Finanzpolster auf, um für den Fall schwindender Umsätze in der Zukunft gewappnet zu sein.

Das ergibt eine Studie, die die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Zusammenarbeit mit der Commerzbank erstellt hat. Das Kreditinstitut ist führend bei der Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen und betreut in seinem Mittelstandsgeschäft insgesamt 100.000 Kunden. "Das von den Unternehmen angelegte Volumen ist stark gestiegen", sagt FHM-Professor Volker Wittberg. Laut seiner Studie horten Mittelständler Geld in Form von Sichteinlagen und Termingeldern statt in ihr Kerngeschäft zu investieren.

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Wegen des niedrigen Zinsniveaus nehmen die Unternehmen dabei Mini-Renditen in Kauf und geben sich mit einer durchschnittlich erwarteten Mindestverzinsung von nur 1,83 Prozent zufrieden. 97 Prozent der aktuell befragten Unternehmen erwarten Renditen unterhalb von 6 Prozent - 2009 traf dies erst auf 83 Prozent zu. Bei Investitionen in ihr Kerngeschäft könnten Mittelständlern dagegen laut Wittberg bis zu zweistellige Renditen winken.

Aufgrund der Investitionszurückhaltung und der hohen Liquiditätspolster hält sich der Kreditbedarf des Mittelstands laut Commerzbank derzeit in Grenzen. "Wir haben unseren Kunden vielfach höhere Kreditlinien eingeräumt, jedoch fällt die Inanspruchnahme eher moderat aus", sagt Martin Keller, Geschäftsbereichsleiter Anlage-, Zins- und Währungsmanagement bei der Commerzbank. Die Reservierung von Kreditlinien passe zum in der Studie festgestellten Hang der Unternehmen, die Liquiditätsversorgung für den Fall künftiger Krisensituationen sicher zu stellen.

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Die Praxiserfahrungen des Commerzbank-Experten bestätigen die Studienergebnisse weitestgehend. Allerdings lässt sich nach Beobachtung der Commerzbank bei den Unternehmen neuerdings ein leichter Trend zu längerfristigen Geldanlagen feststellen. Grund sei die jüngst steiler werdende Zinsstrukturkurve für Anlagen in Euro, denn gegenüber dem Frühjahr 2013 steigen die Zinsaufschläge für längerfristige Anlagen wieder.

Die FHM-Studie spiegelt diese Entwicklung nicht mehr wider, da die zugrunde liegenden Umfragen im Mai 2013 abgeschlossen wurden.

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