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Mittelstand in den USA: Deutsche Unternehmen trotzen dem Trend

von Angela Hennersdorf

Deutschen Mittelständlern in den USA geht es prächtig. Händeringend suchen sie dort trotz hoher Arbeitslosigkeit nach Facharbeitern. Was machen die Deutschen nur anders als die heimische Konkurrenz?

Produktion Hansgrohe Quelle: dpa
Hansgrohe hat 50 neue Mitarbeiter in einem Werk in den USA eingestellt Quelle: dpa

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Niedrige Personalkosten, großer Bedarf an Fachkräften, moderates bis starkes Wachstum – hört sich an, als ginge es um China. Falsch. Deutsche Mittelständler sind hochzufrieden mit ihrem Geschäft in Amerika in diesem Jahr. Und auch für 2012 verbreiten sie Optimismus, wollen mehr Mitarbeiter einstellen und ihr Geschäft ausbauen. Das ist das Ergebnis der jährlichen Konjunkturumfrage der Deutsch-Amerikanischen Handelskammern in den USA in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Roland Berger und dem Bundesverband der Deutschen Wirtschaft.

Sie befragten in den USA 190 deutsche Unternehmen, meist kleine und mittlere Betriebe nach der Lage der US-Wirtschaft, nach ihren Erwartungen für 2012 und wie die eigenen Geschäfte in Amerika laufen. Danach steigerten in diesem Jahr 72 Prozent ihre Umsätze in den USA und mehr als 80 Prozent erwarten für 2012 ein moderates bis starkes Wachstum.

Wirtschaftsumfeld in den USA sehr gut

„Das Wirtschaftsumfeld in den USA ist sehr gut“, sagt etwa Caroll Neubauer, US-Chef des deutschen Familienunternehmens B. Braun Medical. „Es gibt keinen Grund pessimistisch zu sein.“ Selbst Sanitärausstatter Hansgrohe ist zufrieden mit dem Amerika-Geschäft, obwohl wegen der Immobilienkrise der Häusermarkt immer noch sehr schlecht läuft und die Amerikaner kaum Geld für die Ausstattung ihrer Heime ausgeben. Dennoch: Hansgrohe hat in diesem Jahr 50 neue Mitarbeiter in seinem Werk in Apharetta im Bundesstaat Georgia eingestellt. „Wir haben in den vergangenen Jahren trotz der Krise hier nicht einen einzigen Mitarbeiter entlassen“, sagt US-Präsident Russ Wheeler.

Viergrößter ausländischer Investor

Über 3400 deutsche Unternehmen betreiben in den USA ihre Geschäfte. Sicher – die Großen kennt man, Siemens, BMW, Daimler, VW, Bayer usw. Das Gros aber sind kleine und mittelständische Unternehmen, die hier investieren. Dazu gehört das Familienunternehmen B. Braun Medical genauso wie Marmeladenhersteller Zentis oder Sanitärausstatter Hansgrohe.

Die Deutschen beschäftigen derzeit insgesamt in den USA 567.000 Mitarbeiter, davon sind fast die Hälfte Facharbeiter. Deutschland ist zum viergrößten ausländischen Investor in den USA avanciert - nach Großbritannien, Japan und den Niederlanden. Im vergangenen Jahr investierten deutsche Unternehmen in den USA 213 Milliarden Dollar, China und Indien dagegen jeweils nur drei Milliarden Dollar.

Optimismus ausgerechnet in Amerika. Das ist schon sehr verwunderlich. Die US-Wirtschaft kommt nicht in Fahrt, 14 Millionen Amerikaner suchen nach Arbeit, das eigene Schuldendrama und das in Europa belasten schwer, dazu kommt das Dilemma um den eigenen Haushalt und die anstehenden massiven Kürzungen; nicht zuletzt ist das Problem um die immer teurer werdende Gesundheitsversorgung nicht gelöst.

Punkten mit hochwertigen Produkten

Die deutschen Betriebe scheint das alles nicht zu belasten. Nur ein Drittel der Befragten sieht sich durch die Haushaltskrisen in den USA und in Europa „moderat“ beeinträchtigt.

In den USA punkten die Deutschen mit ihren hochwertigen Produkten zu wettbewerbsfähigen Preisen -  deutsche Qualität zeichnet sich aus. Sanitärausstatter Hansgrohe etwa exportiert von Amerika aus sogar nach China und Indien. Auch Siemens will von seinem neuen Werk im Süden der USA Gasturbinen in andere Länder exportieren.

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