Mittelstand: Maschinenbauer tricksen Chinesen aus

Mittelstand: Maschinenbauer tricksen Chinesen aus

von Mark Fehr

Wie deutsche Hersteller verhindern, dass Wettbewerber oder Partnerunternehmen in China sie mit preiswerteren Kopien um das Geschäft bringen.

Das interne Papier umfasst 57 Seiten, und es mahnt zur Eile. Der Maschinenbau-Verband VDMA hat die Wettbewerbsstärke von Konkurrenten aus China untersucht und fordert rasche Reaktionen: „Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau muss Antworten auf die chinesische Herausforderung finden“, heißt es in der Studie, die der Verband für seine Mitgliedsunternehmen angefertigt hat und die der WirtschaftsWoche vorliegt.

WirtschaftsWoche Die besten Mittelständler 2013

Danach ist die Wirtschaftsmacht China nicht nur wichtigster Absatzmarkt für in Deutschland hergestellte Investitionsgüter. Das Land ist gleichzeitig zum weltgrößten Hersteller von Maschinen aufgestiegen und exportiert diese in wachsenden Mengen selber. Laut VDMA-Studie rückt der Newcomer China damit dem Platzhirsch Deutschland im globalen Maschinenmarkt immer dichter „auf die Pelle“.

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Grafik Anteil des Maschinenbaus an deutschen Exporten nach China

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Vorzeigebranche unter Druck

Dadurch gerät eine deutsche Vorzeigebranche unter Druck. Der Maschinen- und Anlagenbau ist mit rund 6000 meist mittelständischen Unternehmen der größte industrielle Arbeitgeber in Deutschland und beschäftigt mehr als 900.000 Menschen. Die Branche erzielte mit ihren technisch ausgefeilten Geräten 2010 einen Jahresumsatz von 173 Milliarden Euro.

Drei Viertel der Produktion gehen in den Export. So gehören beim Handel mit China Maschinen aus Deutschland zu den gefragtesten Produkten (siehe Grafik). Doch immer stärker sind es die Chinesen, die ihren deutschen Lieferanten Marktanteile streitig machen.

Hilfe von der Regierung

Der erste große Einschlag erschütterte die Branche erst von wenigen Wochen: Die Ende Januar angekündigte Übernahme des schwäbischen Betonpumpenherstellers Putzmeister durch den chinesischen Baumaschinenhersteller Sany zeigte das wachsende Selbstbewusstsein chinesischer Unternehmen. Bisher kauften die Chinesen hierzulande meist kleine, angeschlagene Unternehmen wie den saarländischen Autozulieferer Saargummi. Vor wenigen Tagen indes kündigte der Pekinger Konzern Hebei Lingyun Industrial an, Kiekert im westdeutschen Heiligenhaus zu übernehmen, den zeitweise dümpelnden einstigen Erfinder der Autozentralverriegelung.

Doch wenn der Putzmeister-Deal wie geplant über die Bühne geht, wird sich ein fernöstlicher Investor kein kränkelndes Unternehmen, sondern einen renommierten deutschen Marktführer einverleiben. Der Deal zeigt klar die Richtung an: Die Zeit der Bescheidenheit ist vorbei. „China baut eine innovative Investitionsgüterindustrie auf, die den Wettbewerbsdruck auf deutsche Technologieführer erhöht“, sagt der Ökonom Georg Erber vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Im Kampf um weltweite Marktanteile fährt die Konkurrenz aus China dabei mit Unterstützung der Regierung in Peking schweres Geschütz auf.

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