Mittelstand: Mobotix - eine Nischenfirma wächst um das Siebzigfache

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Mittelstand: Mobotix - eine Nischenfirma wächst um das Siebzigfache

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Die Mobotix-Kamera. Das Unternehmen führt die WiWo-Liste der hundert besten Mittelständler an.

von Lothar Schnitzler

Es war nie Ziel gewesen, einmal Chef des wachstumsstärksten Unternehmens in Deutschland zu sein und die Wiwo-Liste der hundert Besten des deutschen Mittelstandes anzuführen – weder für Ralf Hinkel, der Mobotix 1999 gegründet hat, noch für seinen Vertriebschef Magnus Ekerot, der ihn mittelfristig als Vorstandsvorsitzenden ablösen wird.

Um mehr als siebzigfache ist Mobotix, Hersteller von hoch auflösenden Videosystemen, innerhalb von zehn Jahren gewachsen.

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Hinkel wollte Ende der Neunzigerjahre eigentlich nichts anderes als Roboter bauen.  Doch während er an den Kunstmenschen bastelte, wurde ihm klar, dass die Augen des Roboters die eigentliche Geschäftsidee waren. Der studierte Informatiker hatte beim Arbeiten an den Augen der Roboter erkannt, dass die digitale Bildverarbeitung, die damals den Markt eroberte, auch ganz neue Möglichkeiten für Überwachungssysteme bot. Mobotix bestand damals aus dem Ehepaar Hinkel und noch einem Mitarbeiter. Die drei arbeiteten im Dachstuhl eines umgebauten Bauerhofes im pfälzischen Winnweiler, ein Dorf unweit von Kaiserslautern.

WirtschaftsWoche Die besten Mittelständler 2013

Noch immer agiert der Hersteller von hoch auflösenden Überwachungskameras aus der pfälzischen Provinz. Doch heute ist die Firma alles andere als provinziell: Statt drei Mitarbeiter beschäftigt der Mittelständler heute über 300 und erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 81,6 Millionen Euro. In seiner Marktnische ist Mobotix Weltmarktführer. 2007 ging das Unternehmen an die Börse, um das Wachstum zu finanzieren. Gründer Hinkel hält noch 50,2 Prozent.

Sein designierter Nachfolger, der Schwede Magnus Ekerot, freut sich heute, dass Mobotix von vorneherein auf digitale Technik und hohe Auflösung setzte. Dabei gab es bei den potentiellen Kunden zu Anfang viele Vorbehalte gegen die neue Technik. Als das 1999 gegründete Unternehmen zur Jahrtausendwende hoch auflösende digitale Überwachungskameras auf der Computermesse Cebit in Hannover vorstellte, waren die Fachleute aus der Elektronikbranche zwar begeistert, aber viele Sicherheitsexperten verhielten sich abwartend.

Damals gab es fast ausschließlich analoge Überwachungskameras. Die Technik waren bereits seit rund fünfzig Jahren auf dem Markt. "Viele Sicherheitsleute waren  mit der klassischen Technik groß geworden und zögerten daher mit dem Wechsel auf die Digitaltechnik", sagt Ekerot. Noch immer basieren noch dreiviertel der installierten Geräte für die Überwachung etwa von Bahnhöfen oder Flughäfen auf dem analogen Verfahren – eine enorme Chance für Mobotix.

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