Mittelstand: Schlechtere Stimmung, aber bessere Finanzlage

ThemaMittelstand

Mittelstand: Schlechtere Stimmung, aber bessere Finanzlage

Bild vergrößern

Creditreform befragt halbjährlich knapp 4000 Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern nach Auftrags- und Finanzlage sowie ihren Erwartungen an die kommenden Monate.

von Anke Henrich

Im deutschen Mittelstand ist die Stimmung nicht mehr ganz so gut wie noch vor einem Jahr, doch über Eigenkapitalquote gibt es Erfreuliches zu berichten.

Welches Unternehmen wie zahlungsfähig ist, weiß kaum einer so gut wie die Creditreform aus Neuss. Sie führt eine große Bilanzdatenbank und prognostiziert zum Beispiel, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Unternehmer seinen Bankkredit zurückzahlen kann. Zwei Mal jährlich führt die Creditreform eine Umfrage unter knapp 4000 Unternehmen durch, bei denen zwischen 50 und 500 Menschen arbeiten und die Inhaber selbst im Management sitzen. Sie will wissen, wie sich die Aufträge und Umsätze entwickelt haben, welche Erwartungen die Chefs an das kommende halbe Jahr knüpfen und vieles mehr. Im Halbjahr darauf lässt sich dann jedes Mal ablesen, in wie weit sich die Hoffnungen oder Befürchtungen erfüllt haben.

Demnach bewertet nur noch jeder zweite Mittelständler (50,8 Prozent) die Geschäftssituation im Frühjahr 2013 als positiv. Ein Jahr zuvor waren es noch 58 Prozent, im Zehnjahresverlauf betrachtet, ist die Stimmung insgesamt aber immer noch gut. Einige Kennzahlen haben sich sogar deutlich positiv entwickelt. Das sind die interessantesten Ergebnisse.

Anzeige
Bild vergrößern

EK-Quote über 30 Prozent: 32,8 Prozent; EK-Quote unter 10 Prozent: 28,3 Prozent. Solide Eigenkapitalquoten nennt vor allem das Verarbeitende Gewerbe (40,7 Prozent). Eine solche Finanzierungsbasis zeigen beim Bau nur 20,7 Prozent der Unternehmen.

Das Beste zuerst: Zum ersten Mal seit Jahrzehnten verfügen mehr Unternehmen über eine Eigenkapitalquote von über 30 Prozent, als es Firmen gibt, die mit unter zehn Prozent haushalten müssen. Der Grund dafür sind die verschärften Vorgaben, nach denen Banken Kredite vergeben dürfen (die so genannte Basel II-Richtlinie). Nachdem vor einigen Jahren noch viele Unternehmer ob der Auflagen den Untergang des Abendlandes heraufziehen sahen, ist nun das Gegenteil eingetreten.

Dank der soliden Kapitaldecke bekommen sie nicht nur einfacherer Kredite bei Banken, sondern sie sind auch ohne Banken besser für eine neue mögliche neue Finanz-Staatsschulden-Bankenkrise gewappnet. Im Umkehrschluss heißt das aber für die Zehn-Prozenter: Nach Aussage der Creditreform sind viele von ihnen schon gefährlich nahe einer Insolvenz. Mit etwas 29.000 bis 30.000 Firmenpleiten rechnen die Neusser in diesem Jahr. Besonders gefährdet: mal wieder der Bau.

Geschäftslage: Zwar ist die Bewertungen 8,3 Prozentpunkte schwächer weniger als im Vorjahr, aber immer noch auf hohem Niveau. Quelle: Creditreform

Geschäftslage: Zwar ist die Bewertungen 8,3 Prozentpunkte schwächer weniger als im Vorjahr, aber immer noch auf hohem Niveau.

Bild: Creditreform

Zum Thema Kredite: Nach Aussage der Creditreform sinkt die Zahl der vergebenen Bankenkredite an Unternehmen. Aber nicht, weil die Banken zaudern, sondern weil das Interesse der Kunden an den Bankkrediten sinkt. Unter anderem auch deshalb, weil sie auf Lieferantenkredite umsteigen. So hat sich das einst ausgewogene Verhältnis von Bank- zu Lieferantenkrediten längst gedreht. Etwa 350 Milliarden Euro sind als Lieferantenkredite gewährt, nur 240 Milliarden Euro über Banken finanziert.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%