Mittelstandsbericht: Deutschland gehen die Führungskräfte aus

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Mittelstandsbericht: Deutschland gehen die Führungskräfte aus

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Ein Mitarbeiter montiert einen Zylinderkopf an einem Dieselmotor.

Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand warnt: Deutschland gehen die Führungspersönlichkeiten und Gründer aus. Sie fordert bessere Rahmenbedingungen von der Politik - doch gerade diese entwickelten sich negativ.

Der Mittelstand mit seinen vielen Kleinunternehmen bildet die Basis des deutschen Wohlstands, heißt es. Als „Hidden Champions“ sorgen sie für Innovationen und sichern die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Hinter ihrem Erfolg stehen vielfach Unternehmerpersönlichkeiten, die die Qualität sichern.

Doch gerade diese Persönlichkeiten werden laut dem aktuellen Bericht der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand immer seltener. „Der unternehmerische Nachwuchs wird knapp“, heißt es dort.

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Unternehmensgründer seien zumeist zwischen 25 und 45 Jahre alt - aufgrund der alternden und schrumpfenden Bevölkerung werde diese Altersgruppe aber überproportional kleiner. Parallel zu dieser Entwicklung erreichten immer mehr Unternehmer das Ruhestandsalter und suchten Nachfolger für ihren Betrieb – mitunter vergeblich.

Wo der Mittelstand sein Geld anlegt

  • Sichteinlagen / Laufende Konten

    Immerhin 86 Prozent aller Mittelständler lassen ihr Geld auf dem eigenen Konto liegen. Allerdings ihr Anteil deutlich gesunken. Im Vorjahr waren es noch 97 Prozent.

    Quelle: Studie zum Finanzanlageverhalten und Finanzanlagebedürfnis mittelständischer Unternehmen von der Fachhochschule des Mittelstands

  • Festgeld / Termineinlagen

    Auch beim Festgeld sind heutzutage keine hohen Zinsen mehr zu erwarten. Entsprechend sinkt die Nachfrage. Nur noch 82 Prozent legen ihr Geld mit Festgeldkonten oder Termineinlagen an, im Vorjahr waren es 87 Prozent.

  • Rentenfonds

    Diese Anlageform hat im vergangenen Jahr rasant an Beliebtheit gewonnen. Mit 42 Prozent investierte fast jeder Zweite Mittelständler in Rentenfonds, im Vorjahr waren es gerade einmal 17 Prozent.

  • Gemischte Fonds

    Wenn das Risiko steigt, hilft oft nur eine Differenzierung des Portfolios. Gemischte Fonds sind für 31 Prozent eine geeignete Anlageform (Vorjahr: 10 Prozent).

  • Aktienfonds

    Während die Zinsen stagnieren, erreichen einige Aktienindizes neue Rekordhöhen. Darum wagen sich nun auch die Mittelständler an die Beteiligungen - 23 Prozent investieren in derartige Anlagen.

  • Geldmarktfonds

    Auch die Geldmarktfonds sind wieder etwas stärker gefragt als im Vorjahr. Hier investieren 18 Prozent aller befragten Mittelständler.

  • Währungsanlagen

    Die stagnierenden Wechselkurse sorgen für Verunsicherung. Keine Anlageform hat darum beim Mittelstand mehr Vertrauen eingebüßt. Nur noch 10 Prozent legen hier ihr Geld an, im Vorjahr waren es noch 31 Prozent.

  • Immobilienfonds

    Die Immobilienkrise hat ihre Spuren hinterlassen. Nicht umsonst fragte kein einziger Mittelständler im Vorjahr nach Immobilienfonds. Dieses Jahr sind es immerhin rund zehn Prozent. Beruhigt sich die Lage?

  • Nachhaltige Anlage

    Die Nachhaltigkeit bleibt auch bei der Geldanlage ein Trend - und wird damit auch interessant für den Mittelstand. Nach 5 Prozent im Vorjahr investiert mittlerweile jeder Zehnte Mittelständler in nachhaltige Geldanlageformen.

  • Alternative Anlagen

    Gleiches gilt für die alternativen Anlagen, die vor allem in Niedrigzinsphasen an Attraktivität gewinnen. Sieben Prozent legen hier ihr Geld an, im Vorjahr waren es vier Prozent.

  • Garantiefonds

    Auch die Garantiefonds sind zurück. Noch im Vorjahr hatte kein befragter Mittelständler in derartige Produkte investiert. Dieses Jahr sind es immerhin 7 Prozent.

Besonders angespannt ist die Situation in der Industrie – hier kommt auf fünf Unternehmer, die in den Ruhestand gehen, nur ein potenzieller Nachfolger, analysiert die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand. Die Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Unternehmer in Deutschland bis 2050 um eine Million zurückgehen wird.

Der Entwicklung entgegenwirken

Doch nicht nur die fehlenden Führungskräfte sind ein Problem für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Laut dem Bericht fehlt es hierzulande auch an Gründern. Das liege vor allem an der „sicherheitsorientierten Gesellschaft“ sowie der „fehlenden gesellschaftlichen Wertschätzung des Unternehmertums“. Gerade letztere sei „maßgeblich für die Gründungsdynamik“.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sollten Schulen und Hochschulen. aber auch Politik und Medien stärker zur Selbstständigkeit ermuntern und auf die Vermittlung unternehmerischer Kompetenzen hinarbeiten, fordert die Arbeitsgemeinschaft. Zudem müsse an den Rahmenbedingungen für den deutschen Mittelstand gearbeitet werden. „Wichtigste Voraussetzungen für Investitionen sind verlässliche und verträgliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen“, heißt es im Bericht.

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Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand fordert deswegen, dass die Langfristkreditfinanzierung gestärkt wird – aktuell liege die Fokussierung zu stark auf Kapitalmarktfinanzierungen. Außerdem müssten die Investitionen in den Erhalt und den Ausbau der Infrastruktur erhöht werden – dazu zählten auch die Breitbandinfrastruktur und die Energieübertragungsnetze. Desweiteren solle die Politik die bürokratischen Lasten für Unternehmer abbauen.

Sorgenpunkt Erbschaftssteuer

Statt Erleichterungen könnten bald allerdings neue bürokratische Belastungen auf den Mittelstand zukommen. Aus Sicht des Bundesverfassungsgerichts genießt der Mittelstand in punkto Erbschaftssteuer zu viele Erleichterungen. So könnten Unternehmen Steuern vermeiden oder zumindest einsparen, wenn sie Arbeitsplätze auf fünf Jahre garantierten.

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Unternehmen, die weniger als 20 Mitarbeiter haben, müssen nicht nachweisen, dass sie Arbeitsplätze erhalten, um in den Genuss der Steuererleichterungen zu kommen. Das ging den Karlsruher Richtern zu weit – sie forderten die Politik auf, bis zum 30. Juni 2016 nachzubessern.

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