Mobil mit USB-Anschluss und Trinkflasche: Die Super-Rollatoren kommen

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Mobil mit USB-Anschluss und Trinkflasche: Die Super-Rollatoren kommen

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Rund zwei Millionen Rollatoren sind in Deutschland unterwegs. Hersteller wie Topro und Bischoff & Bischoff können sich über steigende Umsätze freuen.

von Rebecca Eisert

Jahrelang fristeten sie ein Dasein als hässliche Hilfsmittel - jetzt führen Senioren ihre "Lifestyle"-Rollatoren stolz spazieren. Der Trend geht zum Zweit- und Drittrollator. Bald sogar mit Elektroantrieb.

Plötzlich sind sie überall: an der Straßenbahnhaltestelle sieht man gleich drei oder vier, an der Kasse im Supermarkt reihen sie sich selbstbewusst in die Schlange, im Park, auf dem Gehsteig, im Hausflur. Wo in Einkaufszentren bisher Schilder mit "Kinderwagenparkplatz" prangten, gibt es nun neue Symbole: Rollatoren. Fast zwei Millionen gibt es davon in Deutschland. "Ja, die Rollatoren sind in der Gesellschaft angekommen", sagt einer, der es wissen muss. Thomas Bischoff, Geschäftsführer von Bischoff&Bischoff Medizin- und Rehabilitationstechnik aus Karlsbad gehört zu der Hand voll Premiumhersteller von Rollatoren in Deutschland. Bischoff ist ein klassischer Mittelständler: 45 Mitarbeitern in Deutschland, weitere 35 bei Auslandstöchtern in Spanien, Frankreich und Tschechien. Gefertigt wird in China. 100.000 Rollatoren verkauft er jährlich auf dem deutschen Markt - rund ein Fünftel des Markts für Neu-Rollatoren.

Das Geschäft mit den Gehhilfen läuft prächtig. Die Senioren haben die Scheu vor dem Rollator abgelegt. "Früher hat man mit Rollator alt, krank und gebrechlich assoziiert, das ist heute ganz anders", freut sich Bischoff. Der Trend geht zum "Lifestyle"-Rollator. Vielen ist das, was sie von der Krankenkasse bekommen nicht genug. Gegen eine Zuzahlung von 8 bis 10 Euro gibt es zwar funktionales, aber weder besonders schönes, noch besonders komfortables Modell. Deshalb legen immer mehr Menschen etwas obendrauf - gerne auch mehrere hundert Euro. "Das Premiumsegment beginnt bei 250 Euro und geht bis 1000 Euro", erklärt Thomas Appel. Appel ist Geschäftsführer von Topro, einer Tochter der norwegischen Topro AS. 22 Mitarbeiter gibt es in Deutschland, in Norwegen sind es 370, gefertigt wird zu 90 Prozent in Norwegen.

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Topro war lange Zeit der einzige Anbieter von hochwertigen Rollatoren in Deutschland. Mit einem Anteil von über 50 Prozent ist das Unternehmen nach wie vor Marktführer im Segment der Premiumrollatoren und eroberte im bisher einzigen Rollatoren-Ranking der Stiftung Warentest von 2005 mit Modell Troja Platz eins. Vom "Lifestyle-Rollator" spricht Appel weniger gern. Der Rollator bleibe bei aller Innovation ein Hilfsmittel, das Senioren oder Behinderten das größtmögliche Maß an Mobilität biete - "Lifestyle" halte er da nicht für den richtigen Begriff.

Doch Appel will wie Mitbewerber Bischoff nur eins: bessere Rollatoren. Solche, mit denen agile Senioren auch auf Waldwegen spazieren gehen können wie etwa der Topro Olympos für rund 400 Euro. Rollatoren, die sich mit einem Handgriff bequem zusammenfalten lassen. Diese Technik hat Topro erfunden und seither zigfach Nachahmer gefunden. Rollatoren, an denen sich leicht ein Regenschirm anbringen lässt, Rollatoren die so leicht sind, dass nicht jede Bordsteinkante zum schier unüberwindbaren Hindernis wird. Rollatoren, die nicht aussehen wie ein lieblos zusammengeschweißter Haufen von Stahlrohren. Das ist doch Standard meinen Sie? Leider nein.

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