Möbelmesse imm cologne: Diese Trends prägen das deutsche Wohnen

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Möbelmesse imm cologne: Diese Trends prägen das deutsche Wohnen

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Die drei großen Wohntrends der imm cologne

von Niklas Dummer

Die Internationale Möbelmesse in Köln zeigt jedes Jahr die neuen Wohntrends. Welche Entwicklungen die deutschen Wohnungen derzeit besonders beeinflussen.

Das Sofa steht auf einem abgetretenen, grauen Teppich. Es erinnert an Großmutters Wohnzimmer, ist klobig, schwer und überzogen mit Büffelleder. Die Abnutzungsspuren sehen aus, als hätten es mehrere Generationen durchgesessen. Das Leder hat Macken, an manchen Stellen ist es abgekratzt, eine Naht löst sich.

Ein Fall für den Sperrmüll? Von wegen. Rund 3000 Euro kostet das Designer-Stück des Möbelunternehmens Kare Design. Es steht in einer Halle auf der Internationalen Möbel Messe (imm) in Köln. Mehr als 1200 Designer und Möbelbauer stellen dort ihre Neuheiten vor und zeigen, welche Trends das deutsche Wohnzimmer in den nächsten Jahren beeinflussen.

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Die imm cologne

  • Die Internationale Möbelmesse

    Die Veranstalter beschreiben die Messe als die „wichtigste Einrichtungsmesse im weltweit wichtigsten Einrichtungsmarkt“. Über 1200 Designer und Möbelbauer stellen hier ihre neuesten Produkte vor. Zudem gibt es einen eigenen Bereich für Jung-Designer.

    Auf der Messe werden Möbel aus sämtlichen Wohnbereichen präsentiert.

  • Laufzeit

    Die Internationale Möbelmesse in Köln findet jährlich im Januar statt. In diesem Jahr läuft sie vom 19. Januar bis zum 25. Januar. Ab dem 23. Januar ist sie für das allgemeine Publikum geöffnet.

  • Besucher

    Im vergangenen Jahr besuchten insgesamt 120.000 Menschen die Messe. 86.000 von ihnen kamen aus Deutschland, 34.000 aus 129 verschiedenen Ländern.

Trend 1: Die neue Gemütlichkeit

Die Wohnung soll ein Rückzugsort sein. Sie soll Wärme und Gemütlichkeit vermitteln – das findet jeder neunte Deutsche, wie eine Befragung von TNS-Infratest im Auftrag des Versandhändlers Otto ergab.

Doch das fällt schwer - vor allem in Zeiten, in denen Beruf und Familie viel Flexibilität fordern. „Die Menschen wechseln ihre Wohnung immer öfter“, erklärt die Wohnsoziologin Christine Hannemann von der Universität Stuttgart. „Dass man die Kindheit in einer Wohnung verbringt, zwecks Ausbildung oder Studium in eine andere zieht und dann in einer Familienwohnung mehr oder weniger bis ans Lebensende verbleibt, ist passé.“

Um trotz vieler Umzüge ein Gefühl von Kontinuität zu schaffen, greifen die Deutschen immer häufiger zu Möbeln im „Used“-Look. Die Stücke sind brandneu, wirken aber abgewetzt. Eingearbeitete Gebrauchsspuren und abgekratzter Lack lassen glauben, dass diese Möbel schon lange Teil des eigenen Lebens sind.

„Der Vintage-Trend hat seinen Höhepunkt noch nicht erreicht“, sagt Ursula Geismann, Branchensprecherin des Verbands der deutschen Möbelindustrie und Trendexpertin. Was der Kunde vorher nur auf Flohmärkten und in Antiquariaten fand, greift seit 2011 unter anderem Kare Design auf – mittlerweile ziehen auch die großen Produzenten nach.

„Der Kunde will etwas Traditionelles und Wertiges – zumindest, was die optischen Kriterien betrifft.“ Dieses Bedürfnis kann über vermeintliche Mängel befriedigt werden. Oder über die Formsprache, die sich an Althergebrachtes anlehnt.

So wohnen die Deutschen in verschiedenen Lebensphasen

  • Zur Studie

    Die Wohnstudie wurde 2015 von Marktforschungsinstitut TNS Infratest durchgeführt – im Auftrag des Versandhändlers Otto. Im Rahmen einer repräsentativen Online-Panel-Befragung wurden 1336 Deutsche ab 18 Jahren befragt. Zudem wurden mit 15 Verbrauchern ausführliche Interviews geführt.

  • Junge Familie

    In einer jungen Familie sind alle Kinder jünger als zwölf Jahre. Für Möbel gibt eine junge Familie im Schnitt über fünf Jahre verteilt 8059 Euro aus. Gut die Hälfte von ihnen wohnt zur Miete. Ein ebenso großer Teil will beim nächsten Umzug in eine größere Wohnung ziehen.

  • Familie mit älteren Kindern

    Das Fünf-Jahres-Budget der Familie mit älteren Kindern liegt bei 7568 Euro. Als ältere Kinder werden Kinder ab zwölf eingestuft. Nur jede dritte Familie mit älteren Kindern wohnt zur Miete. Jede vierte Familie mit älteren Kindern will beim nächsten Umzug eine kleinere Wohnung.

  • Empty Nester

    Empty Nester sind Familien, deren Kinder mittlerweile eigene Wohnungen haben. Sie geben im Schnitt 7017 Euro in fünf Jahren für das eigene Heim aus. Jede vierte Familie aus dieser Gruppe hat nach dem Auszug der Kinder die ehemaligen Kinderzimmer umfunktioniert.

  • Junger Single

    Jeder sechste Single unter 40 wohnt alleine, jeder dritte noch bei den Eltern und jeder zehnte in einer WG. Im Schnitt beträgt das Budget für die eigenen vier Wände über fünf Jahre 5402 Euro. 70 Prozent der befragten jungen Singles wohnen zur Miete.

  • Älterer Single

    Der ältere Single ist über 40 und eine unattraktive Zielgruppe für Möbelhändler. Mehr als jeder zweite von ihnen plant keine Umgestaltung seiner Wohnung und falls doch, will er nicht viel ausgeben. Nur sechs Prozent von ihnen gab an, mehr als 5000 Euro investieren zu vollen. Das Fünf-Jahres-Budget liegt bei 3720 Euro.

  • Junges Paar ohne Kind

    Drei Viertel der jungen, kinderlosen Paare wohnen zur Miete – doch jedes zweite träumt vom Eigenheim. Beim Zusammenziehen hat gut die Hälfte von ihnen einen Großteil der Möbel neu gekauft. Das Fünf-Jahres-Budget liegt bei 6105 Euro.

  • Älteres Paar ohne Kinder

    Das größte Budget steht älteren Paaren ohne Kinder zur Verfügung: Sie geben in fünf Jahren für ihr Heim im Schnitt 10.523 Euro aus. Die Hälfte von ihnen wohnt zur Miete.

Inmitten von angerosteten Leuchtreklamen aus amerikanischen Werkstätten und allerlei Kitsch liegen auf verzweigten Stahlrohren geschwungene Flügel aus braunem, glattem Leder. Ein sogenannter Schmetterlingssessel.

Der Design-Klassiker wurde ursprünglich 1938 von den Architekten Antonio Bonet, Jorge Ferrari-Hardoy und Juan Kurchan entwickelt. Aufgrund der flügelähnliche Form erhielt er seinen Namen. Der Nachbau dieses Klassikers stößt auf großes Interesse.

„Aus psychologischer Sicht ist der Vintage-Trend vollkommen verständlich“, sagt der Buchautor und Wohnpsychologe Uwe Linke. „Während draußen alles schneller und unbeständiger wird, vermitteln diese Stücke Ruhe. Sie helfen, sich auf alte Zeiten zurückzubesinnen.“

Kein Wunder, dass sich die Deutschen so gemütlich wie möglich einrichten, denn Stress und Arbeit lassen sie längst nicht mehr im Büro zurück.

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