Mutige Investitionen: Mittelstand stürzt sich ins 3D-Druck-Abenteuer

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Mutige Investitionen: Mittelstand stürzt sich ins 3D-Druck-Abenteuer

, aktualisiert 11. Juni 2014, 18:30 Uhr
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Der Kunststoff-Ventilatoren-Hersteller Hürner-Funken testet seit Jahresanfang, was mit dem hauseigenen 3D-Drucker möglich ist. Erste gedruckte Teile sind schon bei Kunden im Einsatz.

von Rebecca Eisert

3D-Druck ist nur etwas für Großkonzerne? Von wegen: Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen nutzen die neue Technik - und stellen Prozessketten auf den Kopf. Von Tüftlern, Netzwerkern und mutigen Investoren.

Die Dämpfe sind schneidend heiß. Ein einziger Atemzug genügt, die Lungen zu verätzen. Wären da nicht die großen Absaugglocken, in denen sich die Industrieventilatoren von Hürner-Funken drehen. Mit nur gut 100 Mitarbeitern sorgt der Betrieb aus Mücke-Azenhain bei Gießen dafür, dass in Deutschlands Chemie- und Pharmafabriken ein sauberes Lüftchen weht.

Selbst Edelstahl wird von den aggressiven Dämpfen zerfressen. Jeder Auftrag ist eine Spezialanfertigung. „Wir fertigen rund 10.000 Ventilatoren im Jahr“, sagt Hermann Mauch, technischer Geschäftsführer des Unternehmens. Die meisten davon sind Sonderanfertigungen.

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Hürner-Funken ist einer jener hochspezialisierten  Betriebe, die den deutschen Mittelstand zu dem machen, was er ist: Weltmarktführer in vielen Nischen.

Auswahl von 3D-Druck-Verfahren

  • Thermischer 3D-Druck

    Ähnlich der "Heißklebepistole" wird Material aufgetragen, das anschließend aushärtet.

  • Polyjet

    Ähnlich wie beim Tintendrucker wird Material tröpfchenweise aufgebracht und ausgehärtet - zum Beispiel wird Kunststoff durch UV-Strahlung polymerisiert.

  • 3D-Druck

    Ein Bindematerial wird auf eine Materialschicht (zum Beispiel Sand) aufgebracht - später wird das ungebundene Material abgenommen und die gewünschte Kontur bleibt stehen.

  • Selektives Laser-Sintern

    Eine Pulverschicht wird durch Wärme (Laser) verschweißt. Nach dem schichtweisen Aufbau kann das lose Material abgenommen werden und es bleibt die gewünschte Kontur stehen.

  • Laser-Sintern

    Direktes Materialschmelzen - ähnlich dem Pulverbett-Schmelzen, allerdings wird das Material bereits gezielt am gewünschten Ort aufgetragen und verschmolzen.

Doch damit das so bleibt, brauchen die Betriebe einen Innovationsvorsprung vor der Konkurrenz. Das ist Mauch gerade erneut gelungen - mit einem 3D-Drucker, der seit Januar in der Entwicklungsabteilung steht.

Das Besondere: Es handelt sich nicht um ein großes Gerät. „Einen 160.000 Euro teuren 3D-Drucker hätten wir uns nie leisten können“, sagt Mauch. 

3-Drucker gelten als die Technologie der Zukunft. Anhand einer drei-dimensionalen Computerdatei bauen die Drucker Tröpfchen für Tröpfchen komplexe Objekte auf. Konstrukteure müssen keine Rücksicht mehr darauf nehmen, was sich nach dem Guss eines Metallstück herausfräsen oder bohren lässt. Die gewünschten Hohlräume werden einfach mitgedruckt.

Große Fortschritte großer Firmen

Der Nachteil der Super-Maschinen: Sie sind sehr teuer. Ein professioneller Kunststoff-Drucker kostet mindestens 100.000 Euro, ein Metalldrucker leicht mehrere hunderttausend Euro. Darin schmelzen Hochleistungslaser Schicht für Schicht aus pulverisiertem Metall einen festen Körper. Technologieriesen wie Siemens oder General Electric nutzen solche Hightech-Schmelzöfen in ihren Laboren, um Triebwerke und Brennerdüsen zu entwerfen. Die ersten gedruckten Brennerdüsen von GE kommen im A320 zum Einsatz.

Mehrere Jahre Forschungsarbeit einer rund 100-Mann starken Entwicklungsabteilung stecken in solchen Bauteilen. Ist 3D-Druck somit nur den finanzstarken Großkonzernen vorbehalten? Sind Deutschlands sonst so findige Mittelständler von der technologischen Revolution abgeschnitten?

Ist 3D-Druck eine Technologie für Reiche?

Weit gefehlt. Die folgenden vier Beispiele zeigen, wie sich kleine und kleinste Betriebe trotz beschränkter finanzieller Mittel Zugang zur neuen Hochtechnologie verschaffen und welche Teile sie damit schon zur Einsatzreife gebracht haben. Hermann Mauch vom Ventilatoren-Hersteller Hürner-Funken etwa, verdankt einem Diplomanden, dass er nun doch einen eigenen 3D-Drucker besitzt. 

Bislang hatte Mauch den Drucker der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Giessen genutzt. Das kostete ihn pro Prototyp mehrere Tausend Euro und nicht selten war das Gerät belegt. Wartezeiten entstanden. Die Situation war unbefriedigend. Da hatte Mauch eine Idee.

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