Otto Bock: Investor steigt bei Prothesen-Hersteller ein

Otto Bock: Investor steigt bei Prothesen-Hersteller ein

, aktualisiert 24. Juni 2017, 15:07 Uhr
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Die Börsenpläne, die der Alleineigentümer mit der Suche nach einem Investor verknüpft hatte, werden auf die lange Bank geschoben.

Quelle:Handelsblatt Online

Hans Georg Näder ist nicht mehr Alleineigentümer von Otto Bock. Der Finanzinvestor EQT übernimmt 20 Prozent an der Otto Bock HealthCare GmbH. Der Kaufpreis dürfte bei mehr als 600 Millionen Euro liegen.

FrankfurtDer weltgrößte Prothesen-Hersteller Otto Bock nimmt den schwedischen Finanzinvestor EQT als Minderheitsaktionär an Bord. EQT werde 20 Prozent an der Otto Bock HealthCare GmbH übernehmen, dem Kerngeschäft des Familienunternehmens aus dem niedersächsischen Duderstadt, wie Otto Bock und EQT am Samstag mitteilten. Das 1919 gegründete Unternehmen wird dabei mit 3,15 Milliarden Euro bewertet, wie der bisherige Alleineigentümer Hans Georg Näder erklärte. Damit dürfte der Kaufpreis für EQT bei mehr als 600 Millionen Euro liegen.

Die Börsenpläne, die er mit der Suche nach einem Investor verknüpft hatte, werden dagegen auf die lange Bank geschoben. „An einem möglichen Börsengang halten wir weiter fest“, sagte Näder. „Allerdings wird ein solcher Schritt durch den Einstieg von EQT eher später als früher erfolgen.“ Finanzinvestoren halten in der Regel drei bis fünf Jahre an ihren Beteiligungen fest, ein Börsengang ist für sie eine Möglichkeit zum Ausstieg. Otto Bock HealthCare habe 2016 mit Arm- und Beinprothesen, Rollstühlen und anderen Mobilitätshilfen 884,5 Millionen Euro umgesetzt und sei hochprofitabel, hieß es in der Mitteilung.

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Näder will mit Hilfe des neuen Investors die Expansion von Otto Bock in der Medizintechnik finanzieren, auch durch Zukäufe. Der Erlös aus dem Anteilsverkauf werde „überwiegend“ der Firma zugute kommen. Das Unternehmen mit mehr als 7.000 Beschäftigten spricht von einem „ambitionierten Wachstumspfad“. Zuletzt hatte Otto Bock Bebionic gekauft, einen Hersteller künstlicher Hände. Der größte Rivale, die isländische Össur, ist bereits an der Börse notiert.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits im Mai berichtet, dass EQT vor dem Einstieg bei Otto Bock stehe. Die Beteiligungsfirma zählt zum Umfeld der schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg. Die Beteiligung an Otto Bock wird aus dem 6,75 Milliarden Euro schweren EQT Fund VII finanziert, dem unter anderem der Schweizer Reisebürobetreiber Kuoni gehört.

Quelle:  Handelsblatt Online
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