Personal aus dem Ausland: Die Regierung hilft beim Werben um Fachkräfte

Personal aus dem Ausland: Die Regierung hilft beim Werben um Fachkräfte

, aktualisiert 10. November 2011, 15:15 Uhr
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Besonders Fachkräfte aus dem IT-Bereich sind derzeit gefragt.

Quelle:Handelsblatt Online

Mittelständler suchen derzeit verstärkt außerhalb Deutschlands nach qualifiziertem Personal. Ein neues Gesetz zur Anerkennung internationaler Abschlüsse soll die Hürden senken - auch wenn das alleine nicht reichen wird.

KölnSeit einem Jahr ist Rainer Bamberger bereits auf der Suche, doch fündig wurde er bis heute nicht. Vergeblich versucht der Vorstandsvorsitzende des Stuttgarter IT-Beratungsunternehmens Infoman einen Softwareexperten einzustellen, der spezifische Lösungen für Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau entwickeln kann. Passende Kandidaten meldeten sich bisher noch nicht. "Wie schwer es bereits heute ist, Fachkräfte einzustellen, zeigt sich in unserem hochspezialisierten Marktsegment besonders stark", sagt Bamberger.

Weil Infoman auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht ausreichend viele Bewerber findet, die den Anforderungen entsprechen, geht das Unternehmen nun neue Wege: In einem Zusammenschluss mit mehreren anderen Stuttgarter IT-Unternehmen will Bambergers Firma verstärkt ausländische Spezialisten anwerben.

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Helfen soll dabei eine breit angelegte Imagekampagne, die für die Attraktivität des Standorts Stuttgart im Ausland trommelt und sich für die Integration ausländischer Fachkräfte einsetzt. "Wir werden in den kommenden Jahren auf den Zuzug gut ausgebildeter Experten angewiesen sein und wollen deshalb auch, dass das auf gesellschaftliche Akzeptanz stößt", sagt Bamberger.

Dass Unternehmer im Zuge des Fachkräftemangels nicht länger darauf verzichten können, international auf Personalsuche zu gehen, hat auch die Politik erkannt. Mit dem Ende September vom Bundestag beschlossenen Anerkennungsgesetz soll das Anstellen ausländischer Fachkräfte leichter werden. Geplant ist ein standardisiertes Verfahren, in dem ohne bürokratische Hürden die im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen bewertet und gegenüber Arbeitgebern bescheinigt werden. Das soll Betrieben bei der Beurteilung ausländischer Abschlüsse helfen.


Respekt für fremde Qualifikationen

Nach Angaben der Bundesregierung leben 300.000 Menschen in Deutschland, die im Ausland einen Beruf erlernt haben, ihn aber wegen fehlender Anerkennungsverfahren nicht oder nur eingeschränkt ausüben können. "Das Gesetz ist ein überfälliges Zeichen, dass wir die Qualifikationen anderer respektieren. Es steht für eine Willkommenskultur", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan zur Begründung der Neuregelung.

Wirtschaftsvertreter begrüßen das Gesetz: "Es wird den Fachkräftemangel alleine zwar nicht lösen", sagt Günter Lambertz, Experte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Anerkennung von Qualifikationen stellt aber einen wichtigen Baustein dar, um Migranten in den Arbeitsmarkt zu integrieren."

Ob das Gesetz wie geplant ab März 2012 in Kraft tritt, ist noch offen. Die Opposition fordert Nachbesserungen und will das Vorhaben notfalls im Bundesrat stoppen. Der DIHK warnt davor, das Paket nochmals aufzuschnüren und die Umsetzung zu verzögern: "Sonst werden viele Akademiker mit Abschlüssen aus dem Ausland weiter Taxi fahren müssen."

Quelle:  Handelsblatt Online
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