Plagiate auf Rekordhoch: Produktpiraten kommen häufig aus Deutschland

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Plagiate auf Rekordhoch: Produktpiraten kommen häufig aus Deutschland

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Knapp drei Viertel der deutschen Maschinenbauer haben laut VDMA mit Fälschungen zu kämpfen.

Deutschlands Maschinenbauer leiden unter Produktpiraterie. Die Schäden gehen offenbar in die Milliarden. Die dreisten Plagiateure kommen dabei selbst häufig aus Deutschland.

Sie bauen unzulässig ganze Maschinen oder einzelne Teile nach. Sie stehlen Ideen und vernichten die Existenzgrundlage mancher Unternehmen. Produktpiraten nehmen deutsche Unternehmen immer stärker ins Visier.
Laut einer Umfrage des Branchenverbands VDMA unter 337 teilnehmenden Unternehmen sind fast drei von vier Maschinen- und Anlagenbauern (71 Prozent) von Produkt- und Markenpiraterie betroffen. Den jährlichen Schaden beziffert der Verband auf 7,9 Milliarden Euro. Ein neues Rekordhoch. Um die Riesensumme anschaulicher zu machen, hat der VDMA sie in Jobs umgerechnet. „Ein Umsatz in der Schadenshöhe würde der Branche knapp 38.000 Arbeitsplätze sichern“, heißt es in der Studie Produktpiraterie 2014.

Angriff auf die Hidden Champions
Am häufigsten von Fälschungen betroffen sind offenbar die Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen. 92 Prozent von ihnen hatten laut VDMA schon mit Produktpiraten zu tun. Auch bei den Herstellern von Textilmaschinen und Landtechnik ist die Quote hoch. Als Faustregel gilt, dass große Unternehmen schneller zum Ziel werden. „Die gerne als das Rückgrat der deutschen Industrie bezeichneten innovativen Unternehmer des Mittelstands, die "Hidden Champions", sind bevorzugtes Opfer von Produktpiraten“, schreibt der VDMA.

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Plagiate aus Deutschland

Besonders pikant: Nach China kommen die meisten Plagiate ausgerechnet aus Deutschland. Laut einem Viertel der Befragten stammten die Plagiate ihrer Produkte aus der Bundesrepublik. Die Volksrepublik China steht mit 72 Prozent zwar mit deutlichem Vorsprung auf Platz 1 der Herstellungsländer. Die Türkei steht auf Platz 3 der Statistik. Der VDMA bezeichnet es als „erschreckend“, dass Deutschland Rang 2 belegt.
Dass auch deutsche Unternehmen abkupfern, ist nicht neu. Das Ausmaß hingegen schon. Bislang glaubte der VDMA, dass "nur um das Produkt herum plagiiert" würde. Weiche Plagiate wie Imitationen von Produktfotos, Bedienungsanleitungen, Katalogen sind ärgerlich, aber zumeist nicht existenzbedrohend. „Diese Aussage müssen wir nach Auswertung der vorliegenden Daten komplett revidieren“, heißt es von den Studien-Autoren. „Die Maschinen- und Anlagenbauer berichten vor allem von Plagiaten ganzer Maschinen, Komponenten und Ersatzteile.“

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Das besonders schwerwiegende Problem: Die deutschen Nachahmer sind keine Billigimitate. „Während bei Plagiaten aus China häufig von minderer Qualität und Funktion gesprochen wird, können die Plagiate deutschen Ursprungs als Hightech-Plagiate bezeichnet werden“, glaubt der VDMA.

Verfassungsschutz soll helfen

Jetzt holt die Branche zum Gegenschlag aus. Auf der Hannover Messe hat der VDMA eine engere Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz angekündigt. Die Behörde soll den Maschinenbauern dabei helfen ihre Maßnahmen gegen Diebstahl und Spionage weiterzuentwickeln.
Nicht nur die Maschinenbauer kämpfen mit dem Problem. Die Deutsche Industrie und Handelskammer schätzt den Gesamtschaden durch Produktpiraterie auf mehr als 50 Milliarden Euro. Produktfälschungen treten besonders häufig bei Zigaretten, Textilwaren, Medikamenten, Körperpflegeartikeln und elektronischen Haushaltsgeräten auf.

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