
Oft entscheidet Arthur Döring erst in letzter Minute, ob er fliegt oder nicht. Destination seiner Dienstreisen sind oft riskante Länder wie Nigeria, Mali, Uganda oder der Kongo; als Chef des Regionalbereichs West- und Zentralafrika beim Frankfurter Ingenieurbüro Gauff. Als Teil deutscher Entwicklungszusammenarbeit baut er Brunnen, Zisternen und Solaranlagen in Afrika – aber nicht um jeden Preis: „Es kommt öfter vor, dass wir aus Sicherheitsgründen in Deckung gehen“, sagt Döring.
So wie in Mali. Als die Franzosen am vergangenen Freitag intervenierten, wollte Döring gerade nach Mali fliegen und nach dem Rechten sehen – aber er stornierte die Reise. „Unsere Mitarbeiter vor Ort können Risiken meist gut einschätzen, aber diesmal war die Sicherheitslage völlig unklar.“ Döring entschied für sich, seine Reise um eine Woche zu verschieben – und seine lokalen Mitarbeiter wies er an, einen großen Bogen um den umkämpften Norden des Landes zu machen.
Für alles gibt es eine Police
Mittelständler wie das Ingenieurbüro Gauff behelfen sich meist, indem sie Risiken in Ländern selbst einzuschätzen versuchen – gestützt auf loyale lokale Kollegen. Konzerne hingegen vertrauen auf komplexe quantitative Risikoanalysen, auf deren Basis auch Versicherungen Policen kalkulieren.
Versichern lässt sich auch in Risikoländern so gut wie alles: Die Stahllieferung, die über eine Kreditausfallversicherung abgedeckt ist, das Direktinvestment in Gestalt einer Fabrikanlage – sogar ein Monteur, falls er mal entführt werden sollte und Lösegeld gezahlt werden muss.
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