Rocket verkauft Lazada: Oliver Samwer macht Kasse

Rocket verkauft Lazada: Oliver Samwer macht Kasse

, aktualisiert 12. April 2016, 14:01 Uhr
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Mit dem Verkauf zeigt der Rocket-Chef der Börse, dass er sein Spiel noch beherrscht.

von Miriam SchröderQuelle:Handelsblatt Online

Rocket Internet verkauft den Amazon-Klon Lazada in Südostasien an Alibaba. Damit beweist Oliver Samwer nicht nur, dass er noch Exits kann. Er zeigt auch, dass er aus den Problemen in Indien gelernt hat.

BerlinEs gibt Momente, da muss ein Großer anerkennen, dass ein anderer noch größer ist. Oliver Samwer hat das getan – der Rocket-Internet-Chef verkauft seinen Online-Marktplatz Lazada, aktiv in sechs Ländern Südostasiens, an den chinesischen Online-Händler Alibaba, geführt von Jack Ma. Für die deutsche Start-up-Fabrik könnte der Deal äußerst lukrativ sein, und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht.

Alibaba zahlt Rocket 137 Millionen US-Dollar für einen Anteil in Höhe von 9,1 Prozent und hat angekündigt, weitere 500 Millionen Dollar in das Unternehmen zu investieren. Auf den dann noch verbleibenden Rocket-Anteil von 8,8 Prozent haben die Chinesen eine Kaufoption. Nach eigenen Angaben hat die Start-up-Fabrik selbst nur 18 Millionen in Lazada, einen Amazon-Klon, investiert – jetzt könnte sie ihren Einsatz also verfünfzehnfachen.

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Damit kann Samwer der Börse, an der die Rocket-Internet-Aktie seit Monaten vor sich hindümpelt, zeigen, dass er sein Spiel noch beherrscht: Gründen, groß machen, verkaufen. Lazada-Anteilseigner wie der britische Handelskonzern Tesco, die ihre 8,6 Prozent im Zuge der Transaktion ebenfalls an die Chinesen abtreten, machen nicht so viel Gewinn – weil sie erst später, zu einer höheren Bewertung, bei dem Start-up eingestiegen sind.

„Das ist ein sehr guter Deal für Rocket“, sagt auch Sven Schmidt, Gründer und Geschäftsführer von ICS, ein Hamburger Investor und Szene-Kenner, der regelmäßig im Podcast der Online-Marketing-Rockstars zu hören ist. Schmidt ist selbst bei Rocket Internet investiert. Der Milliarden-Exit, auf den die Anleger seit dem Zalando-Börsengang vor bald drei Jahren wetten, sei der Teilverkauf von Lazada zwar nicht. Es sei aber viel schlauer, die Firma, die noch nicht profitabel ist, jetzt an Alibaba zu verkaufen als noch zu warten – und damit zu riskieren, dass die kapitalstarken Chinesen Rocket den Markt in Südostasien einfach abnehmen.


„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Alibaba“

Dass sie das können, zeigt das Beispiel Indien. Neben chinesischen Internetgrößen wie Alibaba und Tencent drängen Amazon und das japanische Telekommunikations-Unternehmen Softbank mit diversen E-Commerce-Modellen auf den indischen Markt und machen Rocket-Start-ups wie dem Modehändler Jabong oder dem Essenslieferdienst Foodpanda das Leben schwer.

Erst vor ein paar Tagen meldete das indische Magazin Livemint, dass Rocket seinen Online-Möbelhändler Fabfurnish für angeblich gerade mal zwei Millionen US-Dollar an eine indische Möbelgruppe abgetreten hat. Rocket und sein Co-Investor, die schwedische Investitionsbank Kinnevik, sollen gemeinsam 30 Millionen US-Dollar in Fabfurnish investiert haben.

Diesen Verkauf möchte Rocket lieber nicht kommentieren. Den Lazada-Deal hingegen verkündete Oliver Samwer stolz mit folgenden Worten: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Alibaba und den weiteren Anteilseignern, um Lazada zu unterstützen, sich als E-Commerce-Marktführer in Südostasien zu etablieren.“

Die Zusammenarbeit zwischen Samwer und Ma wertet auch Investor Sven Schmidt als gutes Zeichen: Wenn Alibaba künftig neue Märkte in Angriff nehme, werde Rocket als Partner in Betracht kommen. In Afrika zum Beispiel, wo Rocket seine Position zuletzt kontinuierlich ausgebaut hat – und mit dem Geld aus dem Lazada-Deal weiter vorankommen kann.

Quelle:  Handelsblatt Online
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