Sanjiv Lamba: "Drei große Baustellen"

Sanjiv Lamba: "Drei große Baustellen"

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Der Asien-Chef von Linde, Sanjiv Lamba, setzt auf Reformen in Indien

von Matthias Kamp

Der Asien-Vorstand des Münchner Gaseherstellers Linde hofft auf Reformen in Indien.

WirtschaftsWoche: Herr Lamba, wann erwarten Sie eine spürbare Verbesserung des Investitionsklimas in Indien?

Das Gute an der aktuellen Situation in Indien ist, dass die jetzige Regierung ein starkes politisches Mandat hat. Am schwierigsten war die Lage in Indien immer, wenn das Land von einer Koalition aus vielen Parteien regiert wurde. Das ist heute anders. Es wird aber vermutlich noch ein bis eineinhalb Jahre dauern, bis die angestoßenen Veränderungen zu einer Verbesserung des Investitionsklimas führen.

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Zur Person

  • Sanjiv Lamba

    Sanjiv Lamba, 50, ist seit 2011 Vorstandsmitglied bei Linde und dort für die Region Asien-Pazifik zuständig. Der studierte Ökonom wurde in Kalkutta geboren.

Welche Veränderungen? Als die Regierung Ende Februar ihren Haushalt für das neue Finanzjahr vorgestellt hat, hatten alle ein großes Reformpaket erwartet. Es kam aber nichts.

Leider war es nicht der große Wurf wie von vielen erwartet. Ich hatte auch an der einen oder anderen Stelle mit einem mutigeren Reformpaket und einem ehrgeizigeren Zeitplan gerechnet. Zumindest hat die Regierung einige Steuererleichterungen angekündigt, vor allem für Unternehmen. Wir brauchen aber unbedingt eine grundlegende Unternehmenssteuerreform.

Industriestandort Wird Indien das neue China?

Der lange Weg zur Wettbewerbsfähigkeit.

Straßenbau in Indien Quelle: REUTERS

Was muss sich außerdem verändern?

Für nachhaltiges und langfristiges Wachstum braucht Indien ein neues System der Landvergabe und -verkäufe. Im Moment ist alles sehr kompliziert, und das verhindert Investitionen – vor allem aus dem Ausland. Ferner muss Indien seine Infrastruktur dringend modernisieren. Dafür benötigen wir einen konkreten Fahrplan für die nächsten fünf bis zehn Jahre. Ohne eine Modernisierung der Infrastruktur wird es für die Regierung sehr schwierig werden, das verarbeitende Gewerbe zu stärken. Die dritte große Baustelle ist der Bürokratieabbau und die Bekämpfung der Korruption. Da gibt es leider massiven Widerstand in der Beamtenschaft.

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Mit welchen bürokratischen Problemen kämpft Linde vor Ort?

Die Behörden müssten Genehmigungen für neue Projekte viel schneller erteilen. Das würde uns helfen. In manchen Bundesstaaten wie Gujarat und Andhra Pradesh arbeiten die Behörden aber schon recht effizient und schnell.

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