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Sicherheit: Bedenkenträger von Berufs wegen

von Von David Lerch Quelle: Handelsblatt Online

Berater helfen mittelständischen Firmen, ihren Besitz und ihre Geheimnisse zu schützen - ein Thema, das häufig unterschätzt wird, gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen. In Sachen Sicherheit ist bei ihnen häufig Aufbauarbeit gefragt.

Alles Im Blick: Auch kleine und mittlere Unternehmen können sich professionell beraten lassen. Quelle: dpa Quelle: handelsblatt.com
Alles Im Blick: Auch kleine und mittlere Unternehmen können sich professionell beraten lassen. Quelle: dpa Quelle: handelsblatt.com

KÖLN. Am Anfang steht immer die eigene Einschätzung: Wie wichtig sind meine Firmeninterna für andere? Wie groß ist die Gefahr von Sabotage oder kriminellen Delikten? Heikle Fragen, bei denen nach Einschätzung von Klaus-Dieter Matschke viele Unternehmer zu gutgläubig sind: "Das kann Mittelständler sehr teuer zu stehen kommen." Matschke muss es wissen. Der frühere Kriminaloberrat und Verfassungsschützer führt heute die Sicherheits-Beraterfirma KDM.

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Berater wie Matschke helfen Unternehmen beim Planen von Sicherheitssystemen. Während bei großen Konzernen eher Details verändert werden, ist bei mittelständischen Betrieben häufig Aufbauarbeit gefragt. Gerade in Zeiten der Krise kann sich externer Rat in Sachen Sicherheit lohnen - auch für kleine Unternehmen.

Sicherheitsberater kümmern sich um viele Baustellen: Zunächst einmal geht es um die gesetzlich geregelte Sicherheit, etwa den Brandschutz in Gebäuden oder den Schutz der Mitarbeiter bei Produktionsabläufen. Dann müssen die Daten einer Firma gesichert werden, einmal vor Zugriffen von außen und zweitens vor technischen Störungen innerhalb der Firma. Wer lange braucht, Fehler zu beheben, kann gegenüber Konkurrenten entscheidenden Boden verlieren. Ebenso wichtig ist der Schutz vor Einbrechern auf dem Firmengelände oder Dieben bei Geschäftsreisen.

Auch Firmen mit wenigen Mitarbeitern stehen im Fokus der Berater, gerade wenn ihre Innovationen gefragt sind. "Wenn mein Unternehmen das einzige ist, das Kenntnis über einen Sachverhalt besitzt oder eine Anwendung beherrscht, dann ist es besonders wichtig, mein Know How zu schützen", sagt Harald Seiffert. Er gehört zur Geschäftsführung der VZM, der ältesten deutschen Sicherheitsberatung. Gegründet wurde sie von Rainer von zur Mühlen. Ende der 1960er Jahre verfasste er eine Diplomarbeit über Computerkriminalität. Als er in der Folge immer häufiger um Rat gefragt wurde, machte er sich 1972 selbständig. Heute engagiert seine Firma Ingenieure, Informatiker und Architekten, um bei den vielfältigen Problemen der Kunden auf Nummer Sicher zu gehen.

Sicherheitsexperten schaffen ein Bewusstsein dafür, dass auch vermeintliche Lappalien wichtig sein können. Kunden engagieren sie aber auch aus praktischen Erwägungen: Während das Sicherheitskonzept extern erarbeitet wird, kann sich die Belegschaft weiter um das Tagesgeschäft kümmern. Doch jemandem die Geheimnisse seiner Firma zu offenbaren, ist natürlich auch eine Gefahr an sich. "Sicherheitsberater können auch selbst ein Einfallstor für Probleme sein", sagt ein Branchenkenner.

Auch Manfred Fink mahnt zur Vorsicht. Seine Beratungsfirma Fink-Secure hat sich auf Kommunikationssicherheit spezialisiert. Zwölf Mitarbeiter kümmern sich um abhörsichere Gebäude, spionagesichere Computer und ebenfalls besonders um die Beschäftigten. "Menschen geben freiwillig zu viel preis", sagt Fink. Gerade bei zunehmendem Wettbewerb sei das eine große Gefahr für Unternehmen. Das betrifft zum Beispiel die so genannten sozialen Netzwerke wie Xing oder Facebook. "Dort wollen sich die Mitarbeiter profilieren und legen sich mächtig ins Zeug", sagt Fink. Dadurch wüssten Konkurrenten, wer in welchen Abteilungen arbeitet und wen man eventuell abwerben müsse, um ein Unternehmen gezielt zu schwächen.

In seiner eigenen Firma hat Fink deshalb für klare Regeln gesorgt: Die Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken ist vertraglich verboten. Auch beim Marketing setzt Fink auf Abschottung. Er kann es sich leisten. "Die Kunden, die uns kennen müssen, kennen uns."

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