Sparkassenstudie: Mittelstand spart statt zu investieren

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Sparkassenstudie: Mittelstand spart statt zu investieren

Die Kapitaldecke des Mittelstands wird immer größer. Das ist eigentlich eine gute Nachricht. Es gibt aber auch eine andere Seite der Medaille.

Der deutsche Mittelstand baut ein immer dickeres Kapitalpolster auf und investiert weiterhin wenig. Das ist Ergebnis der Sparkassenstudie „Diagnose Mittelstand 2015“. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Georg Fahrenschon, sprach in Berlin von einer „extremen Zurückhaltung“ der Unternehmen bei Investitionen und warnte: „Wer heute nicht investiert, läuft morgen Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten.“

Die Eigenkapitalquote des Mittelstands lag der Studie zufolge im Jahr 2013 im Mittel auf dem Rekordstand von 22,3 Prozent nach 19,7 Prozent im Jahr zuvor. Dieser Trend habe sich im vergangenen Jahr fortgesetzt, sagte DSGV-Chefvolkswirt Michael Wolgast.

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Chancen und Risiken ausgewählter Finanzierungsformen für Unternehmen

  • Börsengang

    Geeignet für Mittelständler mit: Umsatz im dreistelligem Mio.-Bereich, Kapitalbedarf ab 50 Millionen Euro

    Chance: Jederzeit neues Kapital, Öffentlichkeitswirkung, strukturelle Verbesserung im Unternehmen

    Risiko: Lange Vorbereitung, hohe Kosten, Kontrolle von außen (Berichtspflichten, Stimmrecht der Aktionäre)

  • Private Equity

    Geeignet für Mittelständler mit: Kapitalbedarf zwischen 5 und 40 Millionen Euro

    Chance: Wissen und Kontakte des Kapitalgebers nützen dem Unternehmen

    Risiko: Kontrolle im Falle einer Mehrheitsbeteiligung, oft nur mittelfristiges Engagement des Kapitalgebers (drei bis sieben Jahre), danach Verkauf oder Börsengang

  • Anleihen

    Geeignet für Mittelständler mit: bekanntem Namen oder Marke, Kapitalbedarf ab 30 Millionen Euro

    Chance: Positiver Imageeffekt durch Präsenz am Kapitalmarkt, keine Sicherheiten nötig

    Risiko: Hohe Kosten (bis zu sechs Prozent des Emissionsvolumens, Zinszahlungen), Berichtspflichten

  • Genussrechte

    Geeignet für Mittelständler mit: Kapitalbedarf bis etwa zehn Millionen Euro

    Chance: Günstiger als Bankdarlehen, Direktvertrieb über die firmeneigene Internet-Seite, nachrangige Schulden

    Risiko: Keine festen Zeichnungstermine, daher ungeeignet für dringenden Kapitalbedarf

  • Leasing

    Geeignet für Mittelständler mit: Bedarf an teuren Investitionsgütern

    Chance: Flexible Laufzeit und Umfang der Leasing-Verträge, Entlastung der Kreditlinien

    Risiko: Haftung für Schäden am Objekt, unter Umständen teurer als Kredit, schlechte Vergleichbarkeit der Angebote

  • Factoring

    Geeignet für Mittelständler mit: Liquiditätsproblemen, Kunden mit schlechter Zahlungsmoral

    Chance: Factorer trägt das Risiko bei Zahlungsausfall eines Kunden, schnelle Liquiditätsbeschaffung

    Risiko: Hohe Kosten, hängen ab vom eigenem Rating, der Bonität der Kunden, Zahl der Rechnungen und Zahlungszielen

Für die Untersuchung wurden mehr als 250.000 Bilanzen des Jahr 2013 von Unternehmen ausgewertet, die Sparkassenkunden sind. Außerdem befragte der DSGV im vorigen Oktober die Firmenkundenexperten der Sparkassen. Demnach riefen 45,8 Prozent der Firmenkunden weniger Investitionsmittel ab als ein Jahr zuvor, lediglich 15,7 Prozent mehr und 38,5 Prozent gleich viel.

Weitere Artikel

Fahrenschon erklärte die niedrige Investitionsbereitschaft mit der großen Unsicherheit wegen der kritischen Lage im Ukraine-Russland-Konflikt und im Nahen Osten. Zugleich bekräftigte er die ablehnende Haltung der Sparkassen zu den Plänen der Europäischen Zentralbank (EZB), Staatsanleihen aufzukaufen. „Niedrige Zinsen und immer mehr billiges Geld können keinen Investitionsaufschwung bewirken“, weder in den südlichen Ländern der Euro-Zone noch in Deutschland, stellte er fest.

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