Start-up-Show auf Vox: „Höhle der Löwen“ mit scharfer Sauce

Start-up-Show auf Vox: „Höhle der Löwen“ mit scharfer Sauce

, aktualisiert 23. August 2016, 08:08 Uhr
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Diese fünf gilt es zu überzeugen (v. l.): Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Ralf Dümmel, Frank Thelen und Jochen Schweizer geben Geld gegen Firmenanteile junger Start-up-Unternehmer.

von Jakob BlumeQuelle:Handelsblatt Online

Gründer buhlen um Kapital – darum geht es auch in der dritten Staffel der populären Start-up-Show „Die Höhle der Löwen“ auf Vox. Einige Mitstreiter geben sich bei der Bewertung ihrer eigenen Firma ziemlich selbstbewusst.

DüsseldorfEine scharfe Steak-Sauce heißt „Adios Gringo“, eine Fertigmarinade „Pull that Piggy“ und eine  Gewürzmischung „Africa Desert Dust“: Das Startup „Ankerkraut“ will von der allgemeinen Grill-Euphorie profitieren und verkauft über einen Internet-Shop Saucen und Gewürze für Steaks und Spareribs. Das Unternehmen setzt dabei auf hochwertige Zutaten, kuriose Produktnamen und hippes Design.

Gründer Stefan Lemcke hofft, mit seinem Konzept 300.000 Euro im Tausch gegen zehn Prozent seiner Firma von Risikokapitalgebern wie Peter Thelen oder Carsten Maschmeyer einsammeln zu können. Lemcke ist der erste Gründer, der die „Die Höhle der Löwen“ betritt. Die dritte Staffel der populären Gründershow läuft am Dienstagabend, 20.15 Uhr, auf „Vox“ an.

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Dass Lemcke seine eigene Firma selbstbewusst mit drei Millionen Euro bewertet, mag auch an den Erfahrungen der vergangenen zweiten Staffel liegen: Das erfolgreichste Start-up, Little Lunch, kommt ebenfalls aus der Lebensmittelbranche. Das Unternehmen stellt Bio-Suppen her. Sie sind mittlerweile im Sortiment vieler großer Supermarkt-Ketten zu finden und expandieren gerade nach Großbritannien und China. Die 20 Mitarbeiter werden im laufenden Jahr einen Umsatz von 20 Millionen Euro erwirtschaften, schätzt Investor und Show-Juror Frank Thelen.

Dutzende Gründer haben in der seit 2014 laufenden Show ihre Geschäftsideen präsentiert. Einige von ihnen waren ausgesprochen schräg, etwa der Entrepreneur, der Hundeleckerli für 0 Euro verkaufen wollte – das Geld sollte über hohe Versandkosten reinkommen. Die wenigsten konnten sich – wie Litte Lunch – wirklich etablieren. „Nicht alle Deals sind nach der Show auch tatsächlich zustande gekommen“, erklärt Thelen. „Mein Anspruch ist natürlich ein anderer, aber auch das Scheitern gehört zu einem Start-up dazu.“

Überhaupt spricht Thelen viel lieber über Erfolge: „Bei allen Deals, die wir abgeschlossen haben, wurde deutlich mehr Kapital investiert, als in der Sendung zugesagt.“ In seinem Portfolio finden sich noch zwei Start-ups aus früheren Staffeln der Fernsehshow: die Herrenmode-Marke „Von Floerke“ mit 4 Millionen Euro Umsatz und „Meine Spielzeugkiste“, eine Art Spotify für Kinderspielzeug, mit 2 Millionen Euro Umsatz.


Harte Verhandlungen hinter den Kulissen

Fans der Gründer-Show werden sich an zwei neue „Löwen“ gewöhnen müssen: AWD-Gründer Carsten Maschmeyer ersetzt Vural Öger, der mit seinen Reisunternehmen Ende vergangenen Jahres Insolvenz anmelden musste. Wie die übrigen Juroren auch, beteiligt sich Maschmeyer mit seinem eigenen Geld an den Unternehmen. Für die Show gründete er eigens eine Investmentfirma. Worauf er besonders großen Wert legt, sagte Maschmeyer kürzlich dem Handelsblatt: Der erste Eindruck des Gründerteams sei ihm wichtiger als die Geschäftsidee selbst. „Ich bin eher ein Bauchmensch und investiere gern in Unternehmer, nicht in Unternehmen.“

Ebenfalls neu in der „Höhle der Löwen“ ist Ralf Dümmel, Chef des Haushaltsgeräte-Händlers DS Produkte. Der 49-jährige Vollblutvertriebler ersetzt Lencke Steiner, die mittlerweile für die FDP in der Hamburger Bürgerschaft sitzt. Vom Juroren-Team aus den ersten zwei Staffeln sind neben Thelen noch Eventmanager Jochen Schweitzer und die Homeshopping-Queen Judith Williams mit an Bord.

Auch in der dritten Staffel folgt die Start-up-Show bewährten Regeln: Die Jungunternehmer schlagen einen Geldbetrag vor, den sie einsammeln wollen. Dieser Betrag ist fix – finden sich nicht genügend „Löwen“, um die komplette Summe zu investieren, platzt der Deal. Verhandelbar ist dagegen der Firmenanteil, den die Juroren im Tausch für ihr Investment erhalten.

Neben Geld versprechen die Juroren den Entrepreneuren vor allem Hilfeleistung bei Business-Modellen, Support bei der technischen Umsetzung der Geschäftsideen sowie wertvolle Kontakte. Hinter den Kulissen wird mitunter hart um Konzepte und Anteile gerungen. Die Verhandlungen schaffen es ebenso wie der Schlagabtausch zwischen Gründern und Juroren nur gestrafft in die Sendung. Eine „Abwägungen zwischen Komplexität, Spannung und Länge“ nennt das Juror Maschmeyer.

Zum Auftakt der dritten Staffel wagen sich nicht nur Food-Start-ups in die Höhle der Löwen. Auch der Erfinder eines neuartigen Bügeleisens und ein Hamburger Dirndl-Versandhandel buhlen um die Gunst der Kapitalgeber. Am Dienstag ab 20.15 Uhr können Fernsehzuschauer bei „Vox“ sehen, wie sich die Gründer schlagen. Und ob Gewürzspezialist Lemcke den Geschmack der „Löwen“ trifft.

Quelle:  Handelsblatt Online
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