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Stille Beteiligungen: Neue Kapitalquelle für Handwerker

von Axel Höpner Quelle: Handelsblatt Online

Kredite können für kleine Firmen gerne mal teuer werden. Das könnte sich mit Basel III nochmal verschärfen. Eine Alternative schafft nun die Beteiligungsgesellschaft BayBG - wenn auch nicht zum Schnäppchenpreis.

Acht Prozent Zinsen plus Gewinnbeteiligung verlangt die BayBG für ihre stillen Einlagen. Quelle: dpa
Acht Prozent Zinsen plus Gewinnbeteiligung verlangt die BayBG für ihre stillen Einlagen. Quelle: dpa

MünchenHandwerksbetriebe sind bei vielen Banken gern gesehene Kreditkunden. Bis ein Handwerker seine Schulden nicht zurückzahlt, muss schon viel passieren. Doch sind die Kreditkosten für die kleinen Betriebe oft hoch, weil die bilanzielle Eigenkapitaldecke bei Schreinern, Installateuren und Dachdeckern oft dünn ist. Abhilfe will jetzt die Beteiligungsgesellschaft BayBG schaffen: Sie bietet neuerdings "Kapital für Handwerk, Handel und Gewerbe" in Form von stillen Einlagen an - zur Freude der Handwerkskammern, die die Initiative unterstützen.

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Die BayBG gehört zu den aktivsten Beteiligungsgesellschaften in Deutschland. Bislang hat die halböffentliche Gesellschaft mittelständische Unternehmen im Visier. Zuletzt waren die Bayern mit 300 Millionen Euro bei 500 Unternehmen investiert. Nun wird die Produktpalette nach unten erweitert. Firmen mit bis zu fünf Millionen Euro Umsatz können stille Einlagen in Höhe von 10 000 bis 100 000 Euro erhalten. "Wir stoßen hier auf eine neue Klientel, die bisher mit dem Thema Beteiligung nicht viel anfangen konnte", sagte BayBG-Chef Sonnfried Weber. Handwerker hätten öfter einmal Liquiditätsengpässe, wenn sie Aufträge vorfinanzieren müssen. Die Kreditlinien sind dann schnell überzogen.

Anderswo hat man mit den Handwerkerkrediten schon gute Erfahrungen gemacht. So hat die MBG (Mittelständische Beteiligungsgesellschaft) Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren 110 Beteiligungen bewilligt - vornehmlich an Betrieben mit bis zu zehn Mitarbeitern. "Insbesondere bei den kleineren Betrieben finden wir eher übersichtliche Bilanzverhältnisse vor und erreichen mit unseren stillen Beteiligungen deutliche Verbesserungen in der für das Bankenrating so wichtigen Eigenmittelquote der Betriebe", sagte MBG-Geschäftsführer Gerd-Rüdiger Steffen.

Mit Einführung der neuen Eigenkapitalrichtlinien Basel III werde sich die Situation noch einmal verschärfen, sagte Hartmut Drexel, Leiter der Betriebswirtschaftsabteilung bei der Handwerkskammer München und Oberbayern. Viele Handwerker hätten bilanziell ein niedriges Eigenkapital, weil zum Beispiel die Werkstatt im Privatvermögen sei. "Da hat die Bank wenig, was sie als Sicherheit nehmen kann." Die Folge sind hohe Zinssätze. Wer nun sein Eigenkapital mit einer stillen Einlage aufgebessert hat, kann bessere Konditionen bei den Banken herausschlagen.

Schnäppchen sind die stillen Einlagen nicht. Die BayBG verlangt acht Prozent plus eine kleine Gewinnbeteiligung. Doch dafür redet die BayBG nicht ins Geschäft hinein. Die erste bewilligte Einlage ging an einen Installateur. Nun soll das Programm bekanntgemacht werden. Dafür startet die BayBG ihre erste große Werbekampagne: Der Ex-Rennrodler Georg Hackl wurde als prominentes Gesicht engagiert.

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