Studie rüffelt: Maschinenbauer verkennen Kundenerwartungen

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Studie rüffelt: Maschinenbauer verkennen Kundenerwartungen

von Anke Henrich

Auf der Hannover Woche glänzt gerade vor allem High-Tech. Der Tenor vieler Ingenieure ist: Nachhaltigkeit ist eine schöne Sache – kann man, muss man aber nicht.

Das sei der ganz falsche Ansatz, warnt Martin Theben, Leiter Industrielle Produktion bei Pricewaterhouse Coopers. „Nachhaltigkeit wird vor allem über Einsparpotenziale wie die Senkung der Energiekosten definiert. Dabei lassen Unternehmen häufig Serviceinnovationen und Kundenerwartungen in den Zielmärkten mit ihren regionalen Besonderheiten außer Acht und nutzen damit Marktchancen nicht.
Das ist umso riskanter, je mehr Anbieter aus einstigen Schwellenländern wie China und Indien selbst zum Produzenten nachhaltig konzipierter, qualitäts- und preisbewusster Maschinen werden. Sie werden nicht nur auf ihren Heimatmärkten zur wachsenden Konkurrenz für die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer.

Dabei geben sich die Deutschen offiziell ganz engagiert, so die PwC-Studie „Strategisch denken, nachhaltig handeln und Erfolge messen“, für die PwC 100 Führungskräfte aus dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau befragt hat.

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Für 54 Prozent von ihnen gehört ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit zur Unternehmenstradition. 16 Prozent der befragten Unternehmen wollen Nachhaltigkeit verstärkt als Teil ihrer Unternehmensstrategie sehen. 13 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauer halten das Thema nur zum Teil für relevant.

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Bei der Entwicklung neuer Produkte ist Nachhaltigkeit nur für 35 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauer ein wichtiges Kriterium. „Diese Unternehmen gehen häufiger Kooperationen bei der Entwicklung nachhaltiger Produkte ein und sind offen für Diskussionen über die Vereinheitlichung von Messmethoden“, sagt Theben. 
60 Prozent der Befragten betrachten Nachhaltigkeit dagegen als nur nachgelagert relevant. Bei vier Prozent der befragten Unternehmen spielt der Nachhaltigkeit bei der Produktentwicklung gar keine Rolle.

Das Thema Nachhaltigkeit umfasst ernst genommen eine große Spannweite: von Arbeitssicherheit, Mitarbeiterbindung und 
-rekrutierung bis Umweltschutz. Allerdings zielen Nachhaltigkeitsmaßnahmen laut PwC häufig nur darauf ab, Einsparpotenziale zu finden. Das sei zu kurz gesprungen. „Viele Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau bekennen sich zwar zum nachhaltigen Denken und Handeln, ein integrierter Nachhaltigkeitsansatz ist in dieser Branche aber noch nicht tief verwurzelt“, sagt Theben.

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Im Fokus für die nahe Zukunft stehen bei den Unternehmen dabei Technologie, Systeme und Prozesse sowie Erzeugnisse und Produkte. Als weniger wichtig gelten Aspekte wie die Lieferkette, regionale Besonderheiten in Zielmärkten und Dienstleistungen. Dabei könne gerade eine nachhaltig ausgerichtete Lieferkette ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. Damit könnten Unternehmen ihre ökonomische Wettbewerbsfähigkeit verbessern, mit fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen soziale Standards einhalten und beim effizienten Umgang mit Ressourcen und mit intelligentem Recycling ökologisch nachhaltig handeln.

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