Tönnies: Die Schlacht der Metzger um zwei Grundstücke

Tönnies: Die Schlacht der Metzger um zwei Grundstücke

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Der Unternehmer Clemens Tönnies und sein Neffe Robert (rechts im Bild).

von Mario Brück und Peter Steinkirchner

Am Montag kommt es zum Showdown im Familienzwist beim größten deutschen Fleischkonzern. Brisante Vorgänge um den Kauf von Immobilien könnten dem Konflikt zwischen Onkel und Neffe die Wende bringen.

Der Aufruf zum Showdown kommt von Amts wegen: Jörg Schröder, Vorsitzender Richter am Bielefelder Landgericht, hat persönliches Erscheinen angeordnet. Damit stehen sich am Montag, 7. März, Clemens Tönnies, der Chef des gleichnamigen Fleischkonzerns und Schalke-04-Boss, sowie sein Neffe Robert Tönnies erneut vor Gericht gegenüber.

Seit Jahren verfolgt die Öffentlichkeit die Fehde der beiden um die Mehrheit an dem 5,6 Milliarden Euro schweren Fleischkonzern in Rheda-Wiedenbrück, der dem Onkel und dem Neffen zu gleichen Teilen gehört. Doch nun schlägt Richter Schröder ein bislang weitgehend unbeleuchtetes Kapitel auf, das den Ausgang des Streits maßgeblich beeinflussen könnte. Thema vor Gericht soll nun der Familienstreit um den „Komplex Heuweg-Center“ sein, heißt es in einem Schreiben des Gerichts, das der WirtschaftsWoche vorliegt.

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7,5 Millionen Euro Streitwert

Zum Heuweg-Center gehören zwei Grundstücke in Weißenfels bei Leipzig, eines davon ist mit einem Einkaufscenter bebaut. Die Grundstücke hatten Clemens Tönnies und sein 1994 verstorbener Bruder Bernd, der Vater von Robert Tönnies, 1990 gekauft. Clemens Tönnies soll Roberts Mutter, die den überwiegenden Teil der Grundstücke geerbt hatte, beim Verkauf dieser Immobilien 1996 vorsätzlich und massiv geschädigt haben. Davon jedenfalls will Robert das Gericht überzeugen.

Tönnies Kampf um Macht über Deutschlands größten Fleischkonzern spitzt sich zu

Ein neuer Vorwurf von Robert Tönnies heizt den Kampf um die Macht über den größten deutschen Fleischkonzern weiter an. Der Vorwurf: Clemens Tönnies soll Roberts Mutter in den 1990ern in Millionenhöhe geschädigt haben.

Clemens Tönnies (l), Robert Tönnies (r) Quelle: dpa

Hinter dem Vorwurf steckt mehr als der Streit um einige Millionen Euro. Robert sieht in der angeblichen Schädigung seiner Mutter einen weiteren Hebel, von Clemens Tönnies einen fünfprozentigen Anteil am Schlachtkonzern zurückzubekommen. Roberts Vater und sein Onkel Clemens hatten das Unternehmen 1971 zwar gemeinsam gegründet. Doch die Familie von Roberts Vater hatte die Mehrheit an der Firma. 2008 ließ sich Robert von Clemens breitschlagen und schenkte ihm fünf Prozent der Anteile. Seitdem halten Neffe und Onkel je 50 Prozent – und der 23 Jahre ältere Schalke-Boss bestimmte den Kurs des Konzerns.

Robert will diese Schenkung seit rund vier Jahren widerrufen und wirft Clemens wo immer möglich vor, sich undankbar verhalten und damit die Fünf-Prozent-Gabe verwirkt zu haben. Bisher jedoch scheiterte Robert damit. Die Wende zu seinen Gunsten soll nun das Heuweg-Center bringen.

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