Tönnies gegen Tönnies: Neffe Robert Tönnies zieht den Kürzeren

Tönnies gegen Tönnies: Neffe Robert Tönnies zieht den Kürzeren

, aktualisiert 25. Juli 2016, 15:05 Uhr
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Robert Tönnies

von Mario Brück

Robert Tönnies hat im juristischen Kampf gegen seinen Onkel Clemens eine Niederlage einstecken müssen. Tönnies-Geschäftsführer und Clemens-Vertrauter Josef Tillmann darf im Unternehmen bleiben.

Vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm ist am Montag ein weiteres Urteil gefällt worden, dass am Rande des Machtkampfs und der gerichtlichen Auseinandersetzungen um die Anteilsmehrheit beim Fleischkonzern Tönnies steht.

Das größte deutsche Fleischunternehmen mit weltweit 10.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 5,6 Milliarden Euro gehört aktuell zu gleichen Teilen dem Schalke-04-Boss Clemens Tönnies und seinem Neffen Robert Tönnies. Mit-Gesellschafter Robert Tönnies hatte geklagt, weil er den langjährigen Geschäftsführer Josef Tillmann abberufen lassen wollte. Tillmann gilt als rechte Hand von Robert Tönnies' Onkel, Firmenchef Clemens Tönnies.

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Robert Tönnies sah sein Verhältnis zu Tillmann beschädigt. Seiner Meinung nach hatte der Geschäftsführer als Zeuge vor Gericht gelogen, als er über ein Telefonat mit seinem Vater – dem Firmengründer Bernd Tönnies – kurz vor dessen Tod berichtet hatte. Das Landgericht Bielefeld hatte zwei Klagen zur Abberufung von Tillmann abgewiesen. Tillmann hatte den Vorwurf der Falschaussage vor Gericht zurückgewiesen.

Tönnies zerrissen Schlichtung im Familienstreit um Großfleischerei gescheitert

In Deutschlands größtem Fleischbetrieb kehrt offenbar vorerst keine Ruhe ein: Ein Schlichtungsversuch zwischen Robert Tönnies und dessen Onkel, Firmenchef Clemens Tönnies, ist gescheitert. Der zeigte sich „überrascht“.

Neffe Robert Tönnies streitet sich mit seinem Onkel (Foto) seit Jahren um die Vorherrschaft im Unternehmen. Quelle: dpa

Nun ist Robert Tönnies mit dem Versuch gescheitert, den Top-Manager und Vertrauten seines Onkels aus dem Unternehmen zu klagen. Das Oberlandesgericht in Hamm wies Montagmittag eine entsprechende Klage des Mitgesellschafters ab und bestätigte damit Entscheidungen des Landgerichts Bielefeld aus der ersten Instanz. Das Gericht habe keine Pflichtverletzungen Tillmanns als Geschäftsführer erkennen können.

Die Seite von Clemens Tönnies sieht in der Entscheidung einen "ganz wichtigen Sieg". "Das Gericht hat mit der Abweisung die Aussage von Geschäftsführer Josef Tillmann bestätigt, dass es ein Schenkungsversprechen des verstorbenen Bruders Bernd Tönnies an Clemens Tönnies gegeben hat", sagt ein Sprecher von Clemens Tönnies. "Damit ist ein wesentlicher Vorwurf im Verfahren zum Schenkungswiderruf entkräftet. Geschäftsführer Tillmann hat die Wahrheit gesagt, Bernd Tönnies hat Clemens Tönnies die Gleichberechtigung zugesagt."

Seit Jahren streitet sich Clemens Tönnies mit seinem Neffen Robert um die Macht. Vor dem Landgericht Bielefeld sind mehrere Prozesse anhängig. Im Hauptverfahren geht es um geschenkte Firmenanteile, die Robert von seinem Onkel zurückfordert. Bekäme er Recht, würde das Machtverhältnis zu seinen Gunsten kippen.

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