Ulrich Bettermann: Zampano des Sauerlandes

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Ulrich Bettermann: Zampano des Sauerlandes

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Der Herrscher von Menden - Ulrich Bettermann, Eigentümer des Kleinteileherstellers OBO Bettermann GmbH

von Reinhold Böhmer

Wer ist der Unternehmer Ulrich Bettermann, Deutschlands Kaiser der Kleinteile, der mit allen Mitteln den Bürgermeister seines Heimatortes absetzen will?

Was hat Ulrich Leo Bettermann, Eigentümer der OBO Bettermann GmbH & Co. KG in dem Sauerlandstädtchen Menden, nicht alles angestellt, um berühmt zu werden.
Ende 1993 ließ er für umgerechnet 270.000 Euro in seinem Unternehmen drei Männer auftreten, die die Welt noch nie als Trio erlebt hatte: Henry Kissinger, Hans-Dietrich Genscher und Michail Gorbatschow.

Dann lud er den einstigen Kanzlerberater Eduard Ackermann zu sich ein, der ihm vor allen Anwesenden schmeichelte: "Sie könnte ich mir gut als Wirtschaftsminister vorstellen." Er fuhr im Firmenwagen mit dem Nummernschild OBO durch Budapest und fliegt am Steuer seines Firmenjets mit dem Kennzeichen OBO durch die Lüfte. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte über ihn, er sei nicht nur ein vorbildlicher Unternehmer, "sondern ein guter Mensch in des Wortes traditioneller Bedeutung".

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Doch das alles hat ihm wenig genützt, noch immer kennt kaum jemand im Land den Mittelständler aus der Provinz. Das könnte jetzt anders werden. Denn Bettermann setzt alles daran, Volker Fleige, den sozialdemokratischen Bürgermeister seiner Heimatstadt Menden, abzusetzen, weil er ihn als unfähig und mittelmäßigen Verwaltungsmann betrachtet. "Menden hat wirklich Besseres verdient", sagt Bettermann.

Deshalb brachte er im September ein Bürgerbegehren in der 55.000-Einwohner-Stadt zuwege. Wenn er bis Anfang kommenden Jahres 7.500 Unterschriften zusammenbekommt, dürfen die Mendener abstimmen, ob ihr Bürgermeister nach nur dreieinhalb Jahren sein Amt quittieren muss. Um die Bevölkerung gegen Fleige aufzubringen, ließ Bettermann an alle Mendener Haushalte einen Abwahlaufruf mit Titel verschicken: "Fleige macht die Fliege!"

Produktionsplus erwartet Maschinenbauer trotzen der Eurokrise

Geht es nach den Maschinenbauern, wird 2012 ein gutes Jahr. Die Auftragsbücher der Werkzeugmaschinenbauer sind gut gefüllt - schwierig bleibt dagegen das Geschäft der Druckmaschinenhersteller.

Dank prall gefüllten Auftragsbüchern herrscht bei den Maschinenbauern trotz Wirtschaftskrise Optimismus. Quelle: dapd

Herrscher von Menden

Bettermann, Jahrgang 1946, gilt, obwohl inzwischen auch Schweizer Staatsbürger, noch immer als ungekrönter Herrscher von Menden. Der Stadtteil Hüingsen, der großenteils identisch ist mit Bettermanns Werksgelände, heißt bei den Mendenern "Bettermannhausen". Er selbst gilt als so einflussreich, dass ein ehemaliger Mitarbeiter um seinen Arbeitsplatz fürchtet, äußerte er sich negativ über den früheren Chef.

Bettermann ist Deutschlands Kaiser der Kleinteile, der Branchenführer auf einem vergleichsweise winzigen, von unbedeutenden Unternehmen beherrschten Markt von einigen wenigen Milliarden Euro im Jahr. Niemand hierzulande produziert insgesamt so viele Schellen, Klips und Klammern, Kabelhalter und Blitzableiter wie Bettermann – zuletzt für 500 Millionen Euro im Jahre.

Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl mochte den behäbig und schwerfällig anmutenden Sauerländer so sehr, dass er ihn  an seinem Stand auf der Hannover Messe besuchte. Die Unternehmensgruppe Bettermann habe gezeigt,  "was es bedeutet, durch unternehmerische Initiative das Zusammenwachsen der Volkswirtschaften Europas und der ganzen Welt voranzutreiben".

Will Bettermann seinen Willen durchsetzen, entwickelt er schon mal "Terrierqualitäten", meint ein langjähriger Duz- und Jagdfreund. Als er Anfang der Achtziger Jahre die Gefahr wittert, sein Onkel Hubert und Vetter Fritz könnten ihn im Streit mit dem kranken Vater Ernst um das Unternehmen bringen, fackelt er nicht lange. Gerade Mitte dreißig setzt er die beiden Verwandten derart unter Druck, dass sie sich ohne ausführliches Gutachten über den Wert der Firma auszahlen lassen - für umgerechnet gut 20 Millionen Euro weniger, als Bettermann insgeheim selbst veranschlagt hatte. Dass der Onkel und der Vetter seither nicht mehr mit ihm reden, kümmert ihn wenig.

Bettermann ist der Typ Mittelständler, der am liebsten alles im eigenen Unternehmen hat. Er fühlt sich als "Motor" und lehnt Berater von draußen strikt ab: "Die käuen sowieso nur wieder." Er lässt seine Leute lieber selbst Fabrikkonzepte entwickeln und eigene Parolen für die Arbeiter erfinden: "Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit."

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