Unternehmensnachfolge: DIHK-Chef Schweitzer warnt vor Firmensterben

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Unternehmensnachfolge: DIHK-Chef Schweitzer warnt vor Firmensterben

Der Chef des DIHK warnt: Jedes Jahr schließen 5500 deutsche Betriebe, weil sich kein geeigneter Nachfolger findet. Dem Mittelstand gehen dadurch pro Jahr 32.000 Arbeitsplätze verloren - Tendenz steigend.

In einem Gespräch mit der Rheinische Post entwirft der neue Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, ein unschönes Bild vom deutschen Mittelstand: Nach aktuellen Schätzungen des DIHK schließen in Deutschland jedes Jahr 5500 Betriebe, weil die Firmenbesitzer keinen geeigneten Nachfolger finden. Dadurch gehen jährlich rund 32.000 Arbeitsplätze verloren, zeigen Daten des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung. "Die Unternehmensnachfolge wird zu einer immer größeren Herausforderung für den Mittelstand", sagt Eric Schweitzer. Vier von zehn Unternehmen hätten Schwierigkeiten, einen Nachfolger zu finden, heißt es in einem aktuellen DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge.

Zehn Tipps für die Nachfolgeplanung

  • Kein Aufschub

    Die Grundfrage, welche Rolle der Nachwuchs im Unternehmen spielen soll, nicht verdrängen, sondern rechtzeitig reflektieren und beantworten.

    Diese Tipps zur Nachfolgeregelung stammen von Uta von Boyen, der Gründerin und Geschäftsführerin der Unternehmens- und Personalberatung von Boyen Consulting.

  • Zeit

    Genügend Zeit für Entscheidung und Vorbereitung einplanen

  • Alternativen

    Den Familiennachwuchs nicht auf Biegen und Brechen in die Nachfolge schieben

  • Beirat

    Die Chancen der Beiratsfunktion im Blick behalten

  • Nachfolger

    Den Nachfolger systematisch aufbauen

  • Beziehungen

    Beim Aufbau der Kandidaten die Beziehungen zu den Vorstandskollegen, zum Aufsichtsrat, zu den direkt unterstellten Mitarbeitern, zu den Kunden und zu Investoren sorgsam pflegen

  • Diskretion

    Den Entscheidungsprozess äußerst diskret durchführen

  • Kommunikation

    Mitarbeiter oder externe Parteien glaubwürdig über Entscheidungen informieren

  • Veränderungen

    Die Gelegenheit des Führungswechsels nutzen, um auch andere dringende Veränderungen anzugehen

  • Governance

    Klare Governance-Regeln zu Nachfolge und Führung definieren

Einer der Gründe für dieses "alarmierende Firmensterben", wie Schweitzer sagt, seien die wachsende Angst vor der Selbstständigkeit und die damit verbundene Angst vorm Scheitern. "In Deutschland gibt es ein recht ausgeprägtes Bedürfnis nach Sicherheit", weiß Schweitzer. "Das hält viele qualifizierte Fachkräfte vom Schritt in die Selbstständigkeit ab."

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Aus Sicht des DIHK tragen auch die Steuererhöhungspläne von SPD und Grünen zur Verunsicherung im Mittelstand bei. Ein Viertel der Unternehmen, die sich bei den IHKs beraten ließen, sehen dadurch den Übergang auf die nächste Generation gefährdet, so der DIHK-Report. "Sollte es zu höheren Steuerbelastungen kommen, stünden rund 18.000 Unternehmen mit bis zu 100.000 Arbeitsplätzen auf der Kippe - und das in jedem Jahr", warnt Schweitzer.

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Hinzu komme Finanzierungsprobleme, die zu späte Vorbereitung einer Nachfolgeregelung und die generelle Alterung der Gesellschaft: Es fehlt einfach an jungen beziehungsweise jüngeren Menschen, die die Unternehmen der Alten fortführen könnten. Und bei denjenigen, die in Frage kommen, besteht oft ein zu geringes Interesse daran, den Betrieb des Vaters fortzuführen oder es mangelt schlicht an der Qualifikation.

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