Unternehmerinnen-Umfrage: Kinder, Karriere, eigener Chef!

Unternehmerinnen-Umfrage: Kinder, Karriere, eigener Chef!

, aktualisiert 05. April 2016, 11:02 Uhr
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Viele Unternehmerinnen sind überzeugt, dass sich Karriere und Familie vereinbaren lässt.

von Anja MüllerQuelle:Handelsblatt Online

Ist die Selbstständigkeit eine Chance für mehr Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Viele Unternehmerinnen sind davon laut einer Umfrage überzeugt. 14 Prozent haben sogar aus diesem Grund gegründet.

DüsseldorfKnapp 40 Prozent der Arbeitgeberinnen sieht die Familiengründung nicht als Handicap, um ein Unternehmen zu lenken. Das ergibt die Unternehmerinnen-Umfrage 2016, eine jährliche Erhebung des Verbands deutscher Unternehmerinnen (VdU) und der Deutschen Bank. Für weitere 14 Prozent war die Familiengründung sogar der Auslöser für die Selbstständigkeit. Nur elf Prozent der Befragten gaben an, die Selbstständigkeit habe sie von der Familiengründung abgehalten.

Zwei Drittel der Befragten sind Mütter. Dabei ist auch in den Familien der Unternehmerinnen die Elternzeit überwiegend eine Angelegenheit der Frauen. 57 Prozent übernehmen die Kinderbetreuung größtenteils selbst, in nur jeder zwanzigsten Familie übernimmt der Partner komplett diese Aufgabe.

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Um auch ihren Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen, setzen laut Umfrage knapp 80 Prozent der Unternehmerinnen auf flexible Arbeitszeiten. Im vergangenen Jahr waren es noch knapp über 70 Prozent. Knapp drei Viertel bieten ihren Mitarbeitern Heimarbeit an, rund ein Viertel bietet sie generell an, die restlichen zumindest für bestimmte Mitarbeiter oder besondere Situationen.

Flexibilität ist den Unternehmerinnen wichtig, doch eine generelle Regelarbeitszeit von wöchentlich 32 Stunden hält die große Mehrheit der Befragten allerdings nicht für dringlich. „Unternehmerinnen finden jetzt bereits maßgeschneiderte Lösungen für flexible Arbeitszeiten und Home Office in ihren Betrieben. Eine gesetzlich geregelte Familienarbeitszeit widerspricht dem Gedanken der Flexibilität und wäre eine staatliche Bevormundung“, sagt VdU-Präsidentin Stephanie Bschorr.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Die Unternehmerinnen, deren Verband sich als einziger Unternehmerverband für die Frauenquote ausgesprochen hat, reihen sich bei der Frage nach dem Entgeltgleichheitsgesetz aber wieder ins Lager der anderen Unternehmerverbände ein. Auch wenn 80 Prozent von ihnen Handlungsbedarf bei dem Thema sehen, lehnen sie das Gesetz mehrheitlich ab.

Sie fürchten bei einer vollkommenen Offenlegung der Gehaltsstrukturen um den Betriebsfrieden und sehen sich in ihrer unternehmerischen Freiheit beeinträchtigt. Fast ebenso viele schreckt der bürokratische Aufwand. An der Umfrage nahmen knapp 300 Unternehmerinnen teil. Die Mitglieder des Verbands erwirtschaften einen Jahresumsatz von 85 Milliarden Euro und beschäftigen rund 500.000 Mitarbeiter.

Quelle:  Handelsblatt Online
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