Weltmarktführer: Klein, clever, König

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Weltmarktführer: Klein, clever, König

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Gegen den schnellen, weltweiten Service und die Qualität der Mikrofonüberzüge von Archibald Schulze-Cleven konnte sich noch kein internationaler Wettbewerber durchsetzen.

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Nicht nur die Vorzeigebranche Maschinenbau bringt es zu globaler Meisterschaft. Übers ganze Land verteilen sich kleine Unternehmen, die es in den unterschiedlichsten Nischen an die Weltspitze geschafft haben – und von denen man einiges lernen kann.

Deutschland ist ein glückliches Land. So klein auf dem Globus und trotzdem seit Jahrzehnten einer der gefragtesten Exporteure weltweit und bei den Besten, wenn es um neue Patente geht. Diesen jahrzehntelangen Erfolg verdanken die Deutschen nicht nur börsennotierten Dax-Riesen mit Milliardenumsätzen, sondern auch den vielen mittelständischen Gewerbetreibenden, von denen viele seit Generationen in Familienhand sind.

3,7 Millionen Unternehmen sind das, die 2013 zusammen rund 2,1 Billionen Euro Umsatz erwirtschafteten. Viele sitzen in ländlichen Regionen, vermeintlich ab vom Schuss, und bringen es dennoch zur Weltmarktführerschaft. Das Schwabenland etwa gilt Wirtschaftsförderern im ganzen Land als Vorbild.

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Wenig beachtet aber werden die ganz kleinen unter den Weltmarktführern. Dabei behaupten sich manche seit Jahrzehnten mit großem Erfolg in Nischen, bei manchen ist es gar die Nische in der Nische.

Die WirtschaftsWoche stellt Unternehmer vor, von deren Strategien sich nicht nicht nur Kleine noch etwas abschauen können. Zum Beispiel, wie man mit Qualitätsarbeit und schnellem Service weltweit punkten kann: oder sich erfolgreich allen neuen Branchentrends widersetzt, stur bei seinem Leisten bleibt – das aber meisterlich. Manchmal sind es auch nur minimale Veränderungen, die den Durchbruch bringen – man muss nur drauf kommen.

Eine andere kluge Strategie: auch fern der eigenen Branche nach wissenschaftlichen Erkenntnissen suchen, die sich auf das Geschäft übertragen lassen, und zum Alleinstellungsmerkmal gegenüber Wettbewerbern werden. Oft zahlt sich auch der Mut aus, das angestammte Technik-Know-how für die Entwicklung völlig anderer Produkte zu nutzen.

Schulze-Brakel: Der Plopp-Killer

Kaum hatte die russische Bevölkerung Wladimir Putin als Präsident bestätigt, ging es rund im ostwestfälischen Brakel. In mehreren Schichten ließ Archibald Schulze-Cleven arbeiten. Denn statt der vielen Mikrofone an seinem Stehpult wollte Putin nur eines haben und auf diesem sollte Klartext stehen: „President Office“.

Schwäbisch Hall Gipfeltreffen der Weltmarktführer

Lernen von den besten Unternehmern des deutschen Mittelstands - und einem Bundesligisten.

Klaus Eisert, Phoenix Contact Quelle: dpa Picture-Alliance

„Der Auftrag musste sofort erfüllt werden. Aber die Farbe braucht schon 24 Stunden zum Trocknen, von den anderen Arbeitsschritten ganz zu schweigen“, erinnert sich Unternehmer Schulze-Cleven. Die Zusatzschichten sollten sich bezahlt machen. Wann immer Putin heute im Fernsehen spricht, schützt deutsche Maßarbeit sein Mikrofon. Die Überzüge verschlucken den Wind genauso wie die Plosivlaute „t“ und „p“ – bei Rednern und Rundfunksprechern als Ploppgeräusche gefürchtet.

Für Kunden aus 63 Ländern bedruckt das Unternehmen Schulze-Brakel aus Brakel bei Paderborn ihre Schaumstoffüberzüge mit individuellen Logos: Neben Rundfunkanstalten wie ARD, BBC oder Al Jazeera beliefern die 37 Mitarbeiter auch Parteien, Pressestellen – oder eben die Präsidenten selbst. „Wenn ich im Fernsehen Journalisten mit Mikrofonen sehe, stammen 80 Prozent von uns“, freut sich der 70-jährige Inhaber.

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