Weltmarktführertag in Bielefeld: "Ihr müsst die Welt retten!"

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Weltmarktführertag in Bielefeld: "Ihr müsst die Welt retten!"

von Anke Henrich

Internationalisieren, kooperieren, finanzieren: Rund 200 Unternehmer trafen sich zum Weltmarktführertag der Region Ostwestfalen-Lippe der WirtschaftsWoche, um sich über Chancen und Probleme auszutauschen.

Manchmal kommt das Beste tatsächlich zum Schluss – nämlich wenn der Porsche-Motorsport-Chef Frank-Steffen Walliser wie Stephen King von der Entwicklung und Produktion des Hybrid-Rennwagens Porsche 919 berichtet.

Vor gut 200 Unternehmern der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL) berichten am Dienstag (23. Juni) in der Bielefelder Stadthalle insgesamt elf hochkarätige Politiker und Unternehmer, wo sie Chancen sehen und wie sie Probleme lösen.

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Garrelt Duin, Wirtschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, sang ein Loblied auf die Region OWL und das dort ansässige Spitzencluster „Intelligente technische Systeme“. Das wird für fünf Jahre mit 40 Millionen Euro Bundeszuschuss gefördert, damit Deutschland weltweit seine führende Rolle bei der Fabrik der Zukunft, der so genannten Industrie 4.0, halten und ausbauen kann. Es geht darum, wie Maschinen und Anlagen dank Software untereinander kommunizieren können, ohne von Menschen überwacht und gesteuert werden zu müssen. Oder um es mit Duin zu sagen: „Industrie 4.0 ist, wenn die beteiligten Firmen nicht wissen, ob sie auf der Computermesse Cebit oder der Industrieschau Hannovermesse ausstellen sollen.“

Mittelstand Warum in Ostwestfalen die meisten Weltmarktführer sitzen

Fern von Top-Unis und Großstädten drängen sich in Ostwestfalen-Lippe Umsatzmilliardäre, Weltmarktführer und Spitzenforscher wie nirgends. Wie kommt das? Erkundung eines ungewöhnlichen Netzwerks.

Weltmarktführer-Stadt Bielefeld Quelle: Pressebild, Montage

Der Minister schmierte den erfolgreichen Unternehmern der Region gleich noch ein wenig Honig ums Maul: Auf Dienstreisen in China werbe er immer mit OWL. „Bei Miele und Oetker wissen die Chinesen gleich Bescheid“ und legte nach: „Den Unternehmern hier geht es um enkelfähiges Wirtschaften. Um das zu erklären, brauchen andere 100 Seiten.“

Der nächste Redner praktiziert das wie aus dem Lehrbuch. Hans Beckhoff, Chef von Beckhoff Automation, einem Unternehmen mit 580 Millionen Euro Umsatz, übernahm den elterlichen Elektrobetrieb und holte längst die eigenen zwei Kinder ins Boot. Sein Erfolgsgeheimnis nach mehr als 30 Jahren an der Front technologischen Fortschritts: „Die angebotenen Produkte radikal wechseln, alte Linien auch nicht mehr weiterpflegen.“ Und dann: „Mit den neuen Produkten auch gleich internationale Standards setzen.“ Mehr nicht...

Das Ganze werde von ihm aber nicht aus Eigennutz betrieben, so Beckhoff: „Ich sage meinen Ingenieuren: Ihr müsst die Welt retten! Nur eine steigende Produktivität kann bei einer steigende Bevölkerung das Auskommen mit den vorhandenen Ressourcen sichern.“

Wolfram Thomas, der Konzernbeauftrage für Umwelt und Energie bei Volkswagen, gab ihm Recht. Und musste am Ende seines Vortrags über den schwierigen Weg des VW-Konzerns, weltweit die ökologische Nummer1 unter den Autobauern zu werden, doch enttäuscht festhalten: „Fast alle Kaufinteressenten reden vom Umweltschutz, aber das entscheidende Kriterium ist es doch nur für ein bis zwei Prozent der Käufer“. Und gab noch den wesentlichen Hinweis: „Das Thema Nachhaltigkeit in einem Konzern zu verankern, klappt nur, wenn das Thema direkt beim Vorstand aufgehängt ist und als Fixum bei Zielvereinbarungen im Vertrag steht.“

Eckhard Scholz, der Vorstandschef von VW Nutzfahrzeuge aus Hannover, war von der Präsentation des neuen VW-Bus in Stockholm zum Tag der Weltmarktführer nach Bielefeld geeilt. Erfolg am Markt könne nur haben, wer den Markt permanent beobachte und intensiv die Kundenwünsche analysiere, erläuterte er. „Wir sind Marktführer – mit deutlichem Abstand zum Wettbewerb. Dieser Erfolg ist das Ergebnis unserer tiefgreifenden Kundenorientierung. Kundenorientierung bedeutet nicht, den Kunden mit vermeintlichen Rabatten zu umarmen. Wer wissen will, was sich Kunden wirklich von ihrem Transporter wünschen, der muss eng mit seinen Kunden zusammen arbeiten.“

Der Mittelstand braucht Geld, das weiß Patrick Weiden, Managing Director des Bielefelder Bankhauses Lampe, nur zu gut. Er machte am Beispiel des Familienunternehmens Hella – auch aus der Region – deutlich, wie der Börsengang eines Familienunternehmens gelingen kann, welche Fallstricke lauern und wie schwer es ist, langfristige Investoren wie zum Beispiel Familiy offices zu gewinnen.

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