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Unternehmen: Mobilcom ist seine UMTS-Schulden endgültig los

Der Mobilfunkdienstleister Mobilcom hat sein kostspieliges UMTS-Engagement endgültig beendet und ist alle Verbindlichkeiten daraus los.

Reuters BÜDELSDORF. Mobilcom teilte am Dienstag per Pflichtveröffentlichung mit, das Unternehmen sei von den Schulden in Höhe von 7,1 Milliarden Euro durch das Engagement in der nächsten Mobilfunkgeneration UMTS nun befreit. Den notwendigen Vertrag zur Übernahme der Verbindlichkeiten durch den Großaktionär und ehemaligen Partner France Telecom hätten die kreditgebenden Banken, die Lieferanten Nokia und Ericsson auf der einen Seite sowie France Telecom auf der anderen Seite inzwischen unterzeichnet.

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„Mit dem heutigen Tag verzichtet France Telecom vertragsgemäß auf sämtliche Forderungen gegenüber Mobilcom“, hieß es. Mobilcom könne sich nun auf seine Neuausrichtung konzentrieren. An der Börse kletterte der Mobilcom-Aktienkurs um knapp vier Prozent auf 3,34 Euro.

Die UMTS-Verbindlichkeiten von Mobilcom übernimmt der ehemalige Partner France Telecom, mit dem sich der inzwischen zurückgetretene Mobilcom-Chef und Firmengründer Gerhard Schmid nicht über die UMTS-Strategie auf dem deutschen Markt hatte einigen können. Mobilcom hatte Mitte 2000 mit finanzieller Hilfe von France Telecom für umgerechnet mehr als acht Milliarden Euro eine der sechs Lizenzen für den UMTS-Mobilfunk ersteigert, um von 2003 an die Technik auf dem deutschen Markt anzubieten. France Telecom hatte für Mobilcoms Verbindlichkeiten gebürgt und dem Unternehmen weitreichende Investitionszusagen gegeben.

Mitte 2002 stellte France Telecom nach dem tiefen Zerwürfnis mit Schmid, dem noch rund 42 Prozent des Mobilcom-Kapitals gehören, die finanzielle Unterstützung für Mobilcom ein und kündigte ein Kooperationsabkommen. Nach wochenlangen Vermittlungen des inzwischen zum Aufsichtsratschef gewählten ehemaligen Thyssen-Chefs Dieter Vogel erklärte sich France Telecom grundsätzlich zur Übernahme der milliardenschweren Mobilcom-Verbindlichkeiten bereit und bewahrte die Büdelsdorfer vor der Zahlungsunfähigkeit. Eine Bedingung war, dass Mobilcom sich aus dem UMTS-Geschäft zurückzieht. Das UMTS-Netz und die Lizenz des Büdelsdorfer Unternehmens stehen zum Verkauf, da Mobilcom sich künftig wieder auf den Wiederverkauf von Mobilfunkdienstleistungen der vier Netzbetreiber konzentrieren will.

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