Mobiles Internet: Tristesse statt Euphorie bei Mobilfunk-Frequenzauktion

KommentarMobiles Internet: Tristesse statt Euphorie bei Mobilfunk-Frequenzauktion

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UMTS-Versteigerung im Jahr 2000: Richtig viel Spektakel

von Jürgen Berke

Die Bundesnetzagentur ruft ihre zweite große Mobilfunkauktion aus und keinen scheint es zu interessieren. Kein Wunder: Für mehr Wettbewerb wird die Versteigerung in den nächsten 15 Jahren nicht sorgen, sagt WirtschaftsWoche-Redakteur Jürgen Berke.

Was war das für eine Euphorie, als vor zehn Jahren die erste Mobilfunkauktion startete. Sieben Bewerber trafen sich anno 2000, um die begehrten UMTS-Frequenzen zu ersteigern. Damals gab es richtig viel Spektakel in und vor dem Gebäude der Bundesnetzagentur in Mainz. Ausrüster wie Siemens hatten eine Zeltstatt aufgebaut und zeigten neuste Designstudien, wie die Handys der Zukunft aussehen können. Marktneulinge wie Quam und Mobilcom sagten damals den etablierten Netzbetreibern den Kampf an und erklärten, dass es für sie bei der Auktion keine Limits gibt. Am Ende summierten sich die Gebote auf 50 Milliarden Euro.

Hot Dogs und Häppchen

Jetzt startet die Bundesnetzagentur ihre zweite große Mobilfunkauktion – und dieses Mal läuft die Versteigerung äußerst trist und ohne jegliches Spektakel ab. Kein Marketinggetöse der Handyhersteller begleitet die Bieter. Lediglich ein paar versprengte Ökoaktivisten warnen vor den Gesundheitsgefahren von Elektrosmog, den von den Sendetürmen ausgestrahlten elektromagnetischen Feldern. Ein Bus von E-plus bietet Hot Dogs oder andere Häppchen.

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Kein Vorstandsmitglied von Telekom und Co. schaut vorbei, um seinen Kommentar zur größten Mobilfunkauktion abzugeben, die es in Deutschland je gegeben hat. Warum auch? Jeder der vier Bewerber  - T-Mobile, Vodafone, E- Plus und O2 – besitzt die Chance sich mit allen benötigten Frequenzen für das mobile, drahtlose Internet einzudecken. Und wenn am Ende ein, zwei oder drei Milliarden Euro in die Staatskasse fließen, kann sich Bundesfinanzminister Schäuble glücklich schätzen. Ein Ergebnis der Auktion steht jetzt schon fest: Mehr Wettbewerb wird es nicht geben. Die vier etablierten Mobilfunker teilen sich den Markt auf – und dieses Oligopol wird für die nächsten 15 Jahre zementiert.

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