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Mobiles Internet: Wie Apple und Google um die Herrschaft im Web kämpfen

von Matthias Hohensee, Michael Kroker und Jürgen Berke

Das iPad, Apples neues kultiges Zwischending aus iPod und Laptop fürs mobile Internet, beschleunigt die Metamorphose des Webs zur allgegenwärtigen virtuellen Zweitwelt. Jetzt entscheidet sich, wer die Vorherrschaft über das künftige Netz gewinnt und Milliardengeschäfte macht.

Apple-Chef Jobs präsentiert das iPad Quelle: rtr
Apple-Chef Jobs präsentiert das iPad Quelle: rtr

Bluejeans, weiße Turnschuhe, schwarzer Rollkragenpullover – Steve Jobs steht im typischen Outfit auf der Bühne des Yerba-Buena-Kunstzentrums in San Francisco neben einem bequemen Ledersessel und einem Plexiglastisch.

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Hager wirkt der Chef des amerikanischen Computer- und Unterhaltungselektronik-Konzerns – und etwas angespannt. Doch dann versprüht er doch wieder den gewohnten Spirit. „Die Leute werden schier verrückt danach sein“, tönt er und hält seine neueste Schöpfung, über die monatelang spekuliert wurde, in die Menge: das iPad, ein 500 Dollar teures Unterhaltungskraftpaket in Buchformat, das Internet, E-Mail, Spiele, Zeitschriften, Zeitungen, Bücher, Musik, Videos und Filme in ein 1,3 Zentimeter dünnes Aluminum-Glas-Gehäuse zwängt, mit nur einer Taste auskommt, also weitgehend durch Berührung des Bildschirms mit dem Finger seine digitalen Schätze preisgibt.

Apple ist der Konkurrenz wieder einen Schritt voraus

Jobs feiert das neue Gerät, das die Lücke zwischen Apples Edelhandy iPhone und den Powerbook-Laptops schließen soll, als wäre es eine Art Höhepunkt seiner Laufbahn. 2010 wird das Unternehmen, das die Neunzigerjahre fast nicht überlebte, höchstwahrscheinlich mindestens 50 Milliarden Dollar umsetzen und zu den profitabelsten Konzernen der Welt gehören. „Wow, 50 Milliarden Dollar, ich mag es kaum glauben“, sagt der gesundheitlich angeschlagene Jobs und schiebt stolz nach: „Wir sind der weltweit größte Hersteller mobiler Geräte.“

Erst der iPod, dann das iPhone, jetzt das iPad – mit der Präsentation des neuen Computer-Flachmanns ist Jobs nicht nur ein weiteres Mal der Konkurrenz technologisch einen Schritt voraus.

Neue Epoche für den Konzern aus Cupertino

Der Charismatiker aus dem kalifornischen Cupertino läutet zugleich eine neue Epoche in der IT- und Kommunikationsbranche ein, die einer zweiten Revolution im Internet gleichkommt. Das iPad ist kein simpler Nachfolger des Personalcomputers, der, statt unterm Schreibtisch zu harren oder in der schwarzen Umhängetasche zu stecken, nun unablässig unterwegs seinen Dienst tut. Das künftige mobile Internet, das dadurch zur Jedermannsware für Otto-Normal-Nutzer avanciert, wird mehr sein als Online-Einkauf und Zeitvertreib im sozialen Netz, nur jetzt eben im Äther.

Was technisch im iPad wie ein neues Anklicksystem für Internet-Inhalte daherkommt, bringt in Wirklichkeit ein völlig neues Web mit bisher erst ansatzweise erkennbaren Anwendungen und Milliardengeschäften. Ob wir künftig unsere Bücher auf Rechentabletts lesen, den Gesundheitscheck per Handy durchführen oder ortsbezogene Dienste im mobilen Web nutzen – all dies wird unseren Alltag und unser Arbeitsleben verändern. Und es eröffnet eine der aufregendsten Schlachten, die die globale Wirtschaft in den zurückliegenden Jahren erlebt hat. Es geht um nicht mehr oder weniger als um zwei fundamentale Fragen: Wer herrscht künftig über die neue digitale Zweitwelt, und wer scheffelt die meisten Milliarden in einem Geschäft mit aber- und abertausendfachen Diensten und Programmen, Lebenshilfen und Schnickschnack-Angeboten, das in den kommenden Jahren explodieren dürfte?

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20 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.03.2010, 19:44 UhrAnonymer Benutzer: Rudolf

    Die Überschrift ist kurzum falsch. Apple als Hardware-Lieferant von an beginn kämpft nicht um die Herrschaft im Web.

  • 14.02.2010, 16:20 UhrAnonymer Benutzer: Ronny

    Naja einige Zahlen stimmen nicht so ganz, aber dazu haben meine Vorgaenger schon genug geschrieben, doch zwei AAnmerkungen moechte ich noch zu Nokia machen:
    1. Nokia hat kein vernuenftiges betriebssystem, Symbien ist vollkommen unbraubar fuer Computeraehnliche Smartphones. Fuer jede kleine Weiterentwicklung kommt endlos viel Programmcode hinzu oder muss veraendert werden, da der Programmkern nicht viel schlauer als DOS ist. Weiterentwicklungen sind so kaum mehr bezahlbar und dauern zu lange (Da hilft auch Open-Sorce nicht mehr). Die grossen Hersteller der Welt steigen in rasantem Tempo aus und so ist die gaenzliche Uebernahme der Symbienanteile von Nokia ein riesiges Verlustgeschaeft. Das Neue auf Linux basierende System Malmoe kommt zu spaet. Wer auf Wllen surft ist elegant und braucht wenig Kraft, Nokia dagegen muss jetzt brustschwimmen und hechelt von Anderen initierten Entwicklungen hinterher und das kostet Kraft.
    3.Nokia wollte mit Navteq Geld verdienen, 2 Milliarden im Jahr, das Koennen sie jetzt weitgehend abschreiben, hier folgt in naechster Zukunft die naechste Riesenabschreibung. Mit wackligen mathematischen Konstruktionen versucht Nokia das abzustreiten. Warten wir mal ab, wie sich der boersenkurs entwickelt.
    3. Was Nokia alles als Smartphone bezeichnet ist laecherlich, 1% der internetzugriffe in Amerika stammen von Nokia-Phones- Gut in Europa sind es vielleicht 3%, auch nichjt viel besser. im Grunde genommen hat Nokia nicht viele Modelle, die den Namen Smartphone verdienen und die vorhandenen haben ein katastrophales bedienungsinterface. Machen Sie doch mal eine Aufstellung, welche Nokia Handies wirkliche Smartphones sind und halten Sie dann mal die Marktanteile daneben. ich waere ueberrascht, wenn es mehr als 20% sind.

  • 09.02.2010, 19:35 UhrAnonymer Benutzer: Matthias Hohensee

    @andee - Apple hat seit iPhone Start weltweit 42,5 Mio iPhones verkauft. Laut Kalkulationen von Gene Munster von Piper Jaffray - einem nicht nur meiner Meinung nach bestinformierten Apple-Analysten - wurden bis Ende Dezember 2009 in Deutschland 3,2 Mio iPhones verkauft (ohne iPod Touch). Wieviel es tatsächlich sind, kann nur Apple sagen. Oder vielmehr T-Mobile, weil die wissen müssten, wieviel Grauimporte noch dazu kommen und wie viele der iPhones noch auf Lager liegen. Apple und T-Mobile geben dazu keine Auskunft. Wenn Sie Zugriff auf diese Zahlen haben, dann sind wir bei der Wiwo die ersten die diese Zahlen korrigieren.

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