Mobilfunk: Der letzte Geniestreich von Palm?

Mobilfunk: Der letzte Geniestreich von Palm?

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Steve Jobs und Jon Rubinstein

von Thomas Kuhn

Gut ein Jahr nach der Vorstellung seiner innovativen Pre-Smartphones bringt Palm Ende April die überarbeitete zweite Gerätegeneration Pre Plus sowie das kompakte Schwestermodell Pixi Plus nach Deutschland. Unter düsteren Vorzeichen. Angeblich steht der trudelnde Handheld-Pionier zum Verkauf.

Für eingeschworene Palm-Fans war es ein jahrelanges Trauerspiel: Während sich die Smartphones des einstigen Handheld-Marktführers, die Modelle Treo und Centro, in den USA zigmillionenfach verkauften, fanden die kommunikativen Bestseller mangels vernünftiger Vermarktung nie recht Ihren Weg nach Deutschland. Sie blieben geschätzte Business-Tools eines vergleichsweise elitären Kreises von Technik-Enthusiasten.

Seit Herbst vergangenen Jahres ist das anders. Seit nämlich der Mobilfunker O2 das 2009 präsentierte neue Smartphone Palm Pre in die deutschen Läden brachte, sprengt das Touchscreen-Handy mit seiner unter das Display geschobenen Mini-Tastatur bei der Téléfonica-Tochter die Verkaufsrekorde. „Der Pre hat sich seit Oktober sehr, sehr, sehr gut verkauft“, freut sich ein verantwortlicher Manager beim Münchener Mobilfunker.

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"Das bestverkaufte Smartphone, das wir je im Angebot hatten"

Konkrete Zahlen verrät O2 nicht. Doch dem Vernehmen nach sollen in den vergangenen gut sechs Monaten mehrere zehntausend Pre bei O2 den Besitzer gewechselt haben. „Damit war er das bestverkaufte Smartphone, das wir bisher je im Angebot hatten“, heißt es in München. Entsprechend optimistisch sieht O2 nun dem Verkaufsstart der nächsten Palm-Modelle entgegen, des Pre Plus und des kleineren Schwestermodells Pixi Plus, die ab Ende April in die Läden kommen. Zeitgleich wird auch Vodafone den Vertrieb der Telefone starten.

Beide Geräte werden in Kürze die Möglichkeit bieten, eine Mobilversion des Flash-Player  aus Palms Software-Katalog aufs Handy zu laden und damit Videos sowie demnächst wohl auch oder Spiele auf Basis von Adobes Multimedia-Plattform Flash abzuspielen – eine Option, die Apple seinen iPhone-Nutzern seit Jahren konstant verwehrt. Zudem erlaubt Palms von Experten hoch gelobtes webOS-Betriebssystem den Parallelbetrieb mehrerer Anwendungen. Dieses sogenannte Multitasking wird Apple erst mit der soeben angekündigten vierten Generation seines iPhone-Betriebssystems einführen – und wohl auch nur Besitzern der letzten iPhone-Serie 3Gs die Nachrüstung der Multitasking-Funktion ermöglichen. Besitzer älterer Gerätegenerationen werden wohl leer ausgehen.

Palm´s Erfolg zu spät und am falschen Ort

Den Pre Plus, er besitzt gegenüber dem Vorgänger jetzt 16 Gigabyte internen Speicher – 15 Gigabyte davon frei für Nutzerdaten –, hatte Palm auf der diesjährigen Consumer Electronics Show in Las Vegas offiziell vorgestellt. Zudem besitzt das handliche Smartphone nun ab Werk den bislang optionalen Touchstone-Akkudeckel, über den sich das Gerät drahtlos laden lässt. Erstmals kommt auch der nur wenige Millimeter dicke Pixi Plus in den deutschen Handel, der – ähnlich dem Palm-Klassiker Centro – Touchscreen und Tastatur auf der Oberseite vereint. Wie der Pre Plus besitzt auch der neue Pixi ein integriertes WLAN-Modul.

Über die Preise herrscht bei O2, Vodafone und Palm noch Stillschweigen. Unternehmenskenner erwarten jedoch, dass der Palm Pre etwa auf dem Preisniveau zu haben sein wird, zu dem der Pre im Herbst auf den Markt kam – rund 480 Euro (ohne Mobilfunkvertrag). Das ist deutlich günstiger als Apples Kult-Handy iPhone, das auf dem Graumarkt, ohne den eigentlich obligatorischen Mobilfunk-Vertrag des deutschen Exklusiv-Vermarkters, aktuell für knapp 800 Euro zu haben ist. Den Pixi Plus verkauft Palm in den USA derzeit ohne Vertrag für 399 Dollar.

Doch so sehr sich Palm-Chef Jon Rubinstein auch über den lang ersehnten Erfolg in Deutschland freuen mag, womöglich kommt er zu spät. Vor allem aber kommt er am falschen Ort: Denn während die Modelle mit dem innovativen webOS-Betriebssystem hierzulande endlich Fuß zu fassen scheinen, ist die machtvolle Rückkehr des einstigen Handheld-Marktführers in den US-Markt gescheitert.

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