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Mobilfunk: Kein Plan B bei Nokia

von Michael Kroker und Jürgen Berke

Der angeschlagene Mobilfunkriese aus Finnland will mit den ersten Windows-Handys die Wende einleiten. Die Reaktionen von Testern und Großkunden auf das noch geheime neue Smartphone zeigen: Die Chancen dafür stehen gut.

Abgehängt von Android
Abgehängt von Android. Smartphone-Weltmarktanteile nach Handybetriebssystemen. Für eine Großansicht auf das Bild klicken

Die Präsentation der Geschäftszahlen ist für Stephen Elop alles andere als eine lästige Pflichtübung. Stakkatoartig und noch schneller als sonst spult der Nokia-Vorstandschef die wichtigsten Kennzahlen des dritten Quartals herunter – und garniert sie immer wieder mit denselben Vokabeln. „Fortschritt“, „Dynamik“, „erste Erfolge“ – das ist die Story, die der Nokia-Chef im finnischen Espoo am vergangenen Donnerstag den per Telefon oder über das Internet zugeschalteten Analysten erzählt.

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Einen Einbruch bei Umsatz und Gewinn hatten die Experten schon vorher erwartet. Es waren dann 13 Prozent Umsatzminus auf rund neun Milliarden Euro und 71 Millionen Euro operativer Verlust. Doch viele hatten Schlimmeres befürchtet: Prompt erholte sich binnen weniger Minuten die zuletzt arg gebeutelte Nokia-Aktie und stieg zeitweise um bis zu zehn Prozent.

Der Riese meldet sich zurück

Die Rede war nur das Vorspiel für einen Auftritt, mit dem sich Elop in dieser Woche auf der Weltbühne zurückmelden will. Auf der Hausmesse Nokia World am Mittwoch in London will er der Öffentlichkeit beweisen, dass mit Nokia auf dem hart umkämpften Smartphone-Markt wieder zu rechnen ist. Der angeschlagene Handyriese meldet sich zurück: Das erste, gemeinsam mit Microsoft entwickelte Smartphone hat gute Chancen, den Siegeszug von Apple und Google zu stoppen. Das zeigen erste Urteile von Testern und Großkunden zu dem noch streng geheimen Gerät.

Hauptgrund für die Misere ist Nokias Schwächeln im boomenden Markt für Smartphones rund um Apples iPhone und die Armada von Geräten auf Basis von Googles Handyplattform Android. Elop hatte die katastrophale Lage von Nokia zu Jahresbeginn in einer internen E-Mail mit einer „brennenden Ölplattform“ verglichen und viele Mitarbeiter damit geschockt.

Schnelleres Tempo

In den 13 Monaten seit seinem Antritt hat er das Unternehmen komplett auf den Kopf gestellt. Offenbar hat der Kanadier den richtigen Schalter gefunden, um den Tanker Nokia wieder in Fahrt zu bringen. „Wir packen die Probleme mit hohem Tempo an“, plaudert Neuvorstand Michael Halbherr aus dem Nähkästchen. „Das war in den vergangenen Jahren unser größtes Problem.“

Doch Nokia kann die Wende nur schaffen, wenn die Finnen endlich wieder ein Produkt auf den Markt bringen, um das sich die Kunden reißen. Alles hängt nun von der Präsentation in London ab. Unabhängige Beobachter erwarten, dass Elop gleich drei Nokia-Geräte auf Basis des Betriebssystems Windows Phone präsentieren wird. Mit von der Partie sind in London auch zwei deutsche Top-Manager. Halbherr, erst seit drei Monaten im Nokia-Vorstand, wird erläutern, wie der neue Geschäftsbereich Location & Commerce die Schwäche von Nokia im Softwaregeschäft ausmerzen will. Und Achim Berg, ehemaliger Deutschland-Chef von Microsoft, koordiniert in der Microsoft-Zentrale in Redmond inzwischen alle Marketingaktivitäten von Windows Phone und wird deshalb auch bei Nokias Premiere in London dabei sein.

12 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.10.2011, 14:27 UhrAnonymer Benutzer: @laotse

    Da scheint jemand wirklich zu glauben, 'Qualitaet' fuer Nokia-Produkte sei nur im Ruhrpott herstellbar......
    Vermutlich noch so ein 'Scientology-Opfer' im Auftraf des Apfels......

  • 27.10.2011, 03:57 UhrAnonymer Benutzer: laotse

    Nokia ist längst abgestiegen von finnisch-deutscher Qualität zu "billigst aus dem Osten" und demnächst "Fernen Osten". Ein Zurück gibt es nicht, da fehlt das deutsche ingenieur-knowhow. Nokia sollte billigstplastik für den osteuropäischen oder chinesischen Krabbeltisch auswerfen und nicht in bemitleidenswerter Art versuchen, mit Qualitätsherstellern und echtem Fortschritt mithalten zu wollen. Ein Mangement, das sich ohne Not als unsozialer Arbeitsplatzvernichter und Subventionskasper generierte, bleibt bei besser gebildeten Deutschen ohnehin für immer "out".

  • 26.10.2011, 23:05 UhrAnonymer Benutzer: ramos

    Der Hägar hat mit seinem letzten beitrag, wie schon so oft, den Nagel mit einem Schlag auf den Kopf getroffen. Weiter so !!

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