Mobilfunk: Vodafone: Keine Änderungen an der Spitze bei Deutschland-Tochter

Mobilfunk: Vodafone: Keine Änderungen an der Spitze bei Deutschland-Tochter

von Jürgen Berke

Der britische Mobilfunkriese Vodafone will Friedrich Joussen so lange wie möglich an der Spitze seiner Deutschland-Gesellschaft halten. Vodafone-Chef Vittorio Colao will in Deutschland noch stärker angreifen.

„Ich hoffe, dass Fritz Joussen noch sehr lange auf  seinem Posten bleibt“, sagte Vodafones Konzernchef Vittorio Colao der am Montag erscheinenden WirtschaftsWoche. „Fritz Joussen steht an der Spitze unserer wichtigsten und nach Umsatz größten operativen Landesgesellschaft und bleibt dort auch. Wenn er gehen würde, hätte ich ein Problem.“

Nach WirtschaftsWoche-Informationen gab es zu Jahresbeginn Streit zwischen Joussen und Colao über die künftige strategische Ausrichtung im Festnetzgeschäft. Joussen hatte mit Kabel Deutschland einen fast schon unterschriftsreifen Übernahmevertrag ausgehandelt, dem aber die Konzernspitze die Zustimmung verweigerte. Kabel Deutschland ging daraufhin im März an die Börse. Colao verteidigt die Entscheidung: „Übernahmen sind nur eine von vielen Möglichkeiten, zusätzliches Wachstum zu schaffen. Der andere Weg sind zusätzliche Investitionen für organisches Wachstum.“ Der Vodafone-Chef lehnt aber Zukäufe nicht grundsätzlich ab. „Wir sind offen für Zukäufe, gehen dabei aber sehr diszipliniert vor. Die Zeiten sind nicht so, dass die Aktionäre einer Akquisition zustimmen, ohne sicher zu sein, dass sie sich auszahlt.“

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Umsatz in Deutschland steigern

Nach mehreren Geschäftsjahren in Folge mit Umsatzverlusten will Vodafone in Deutschland wieder wachsen. „Wir wollen in den nächsten zwei Geschäftsjahren noch stärker angreifen und Umsatz und Marktanteile steigern“, sagt Colao. „In keinem anderen Land greifen wir so aggressiv an wie in Deutschland.“ Das gelte für den Mobilfunk und das Festnetzgeschäft, aber auch für den neuen Bereich Geschäftskunden. Beim bevorstehenden Ausbau von Glasfasernetzen bietet Vodafone der Deutschen Telekom einen Schulterschluss an. „Kein Anbieter kann und wird solche Glasfasernetze alleine bauen. Wir brauchen eine echte und ehrliche Kooperation zwischen allen großen Anbietern. Die Deutsche Telekom sollte sich stärker öffnen und gemeinsam mit uns neue und bessere Infrastrukturen bauen.“ Im Mobilfunk nutzen Vodafone und die Deutsche Telekom Teile des Netzes gemeinsam. Im Festnetz gebe es aber solch eine Kooperationsbereitschaft noch nicht.

Einen möglichen Schulterschluss zwischen T-Mobile und Vodafone in den USA wollte der Vodafone-Chef nicht kommentieren. „Wir haben eine gute Partnerschaft mit Verizon und wollen diese Beziehung gerne fortsetzen.“ Deshalb gebe es keinen Grund, über Alternativen zu reden. Allerdings sieht Colao mit Verizon Gesprächsbedarf. „Langfristig müssen wir zu einer besseren Vereinbarung kommen, die auch die kontinuierliche Zahlung von Dividenden einschließt. Wir wollen stärker als bisher am Erfolg von Verizon Wireless teilhaben.“

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