Mode: Esprit-Chef Krogner tritt zum 30. Juni ab

Mode: Esprit-Chef Krogner tritt zum 30. Juni ab

Der börsennotierte Modekonzern Esprit mit Sitzen in Ratingen und Hongkong stellt sich angesichts der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise neu auf.

So will der bisherige Vorstandschef Heinz Krogner, der zugleich in einer Doppelfunktion Vorsitzender des Aufsichtsrates des Unternehmens ist, die Führung des Konzerns im Juli an einen neuen CEO übergeben. Dieser soll in Kürze bekannt gegeben werden. Krogner will als Chairman jedoch weiterhin die Geschicke des Unternehmens mitlenken. So soll aus Esprit eine Holding mit mehreren Marken unter einem Dach werden. Bereits jetzt steht fest, dass Esprit die Zahl der Neueröffnungen von Geschäften zurückfahren muss. Statt wie bisher geplant 250 neue Läden zu eröffnen, werde es 2009 nur 170 sein. „Weil die Franchise-Nehmer keine Finanzierung von den Banken bekommen. Das heißt, 80 geplante Neueröffnungen fallen aus“, sagt Krogner im Gespräch mit der WirtschaftsWoche.

Zudem räumt er ein, das Unternehmen spüre die Krise auch bei den Warenhäusern. „Die meisten Einzelhändler haben Probleme, ihre Warenbestellungen von den Banken finanziert zu bekommen. Hinzu kommt, dass auch die Kreditversicherer bei den Limits radikal kürzen“, so der Esprit-Chef. Neben dem Einzelhandelsumsatz sinke daher auch der des Großhandels.

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Reduziert werden sollen laut Krogner das Warenangebot. Zwar werde es wie bisher zwölf Kollektionen pro Jahr geben, aber nicht mehr in der bisherigen Breite. „Weg mit der Ware, die sich langsam erkauft, wir wollen richtige Straßenfeger, sprich: Blockbuster“, erläutert Krogner das neue Konzept und versichert: „Natürlich machen wir keinen Einheitsbrei, wir bieten weiterhin verschiedene Stile, aber eben nicht mehr so viele Varianten.“ Selbstkritisch räumt Krogner ein, der bisherige Erfolg (unter ihm wurde Esprit zu einem der am schnellsten wachsenden und profitabelsten Textilunternehmer der Welt mit einem Jahresumsatz von zuletzt 3,24 Milliarden Euro) - habe das Unternehmen träge gemacht: „Als wir 2003 hier in dieses Gebäude in Ratingen eingezogen sind, hatten wir 650 Mitarbeiter. Heute haben wir 1100 – warum eigentlich? Wir sind zwar gewachsen, aber wir haben nichts hinzuaddiert, wir haben nur unsere Stückzahlen erhöht.“ Bis auf weiteres, so Krogner, würden nun keine neuen Mitarbeiter mehr eingestellt.

Gleichzeitig überprüfe das Unternehmen seine Expansionsstrategie: „Es gibt sicher einige Länder wie zum Beispiel Portugal, in denen wir Läden haben, die keinen Sinn ergeben. Zähle ich alles zusammen, komme ich auf fünf bis sieben Länder, aus denen wir rausgehen können, ohne Esprit zu schaden.“ Künftig müsse das Wachstum in den großen, etablierten Märkten geholt werden, die, so Krogner, „wir vom kommenden Jahr an intensiver bearbeiten werden. Hier denken wir zum Beispiel an England.“ In der Diskussion seien noch Spanien und Italien sowie Kanada oder die USA. Zu spüren sein wird die neue Strategie bereits in wenigen Monaten. Krogner: „So etwas dauert erfahrungsgemäß neun Monate. Ich bin jetzt seit Oktober wieder im Tagesgeschäft – im Herbst sehen sie das neue Esprit.“

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