Modeketten: Abercrombie will deutschen Markt erobern

Modeketten: Abercrombie will deutschen Markt erobern

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A shopper walks down Fifth Avenue with an Abercrombie & Fitch bag in New York October 8, 2009. U.S. retailers posted their first monthly sales increase in more than a year. REUTERS/Lucas Jackson (UNITED STATES BUSINESS)

von Thomas Stölzel

Trotz Krise drängen immer mehr ausländische Textilhändler nach Deutschland – jetzt sogar der US-Konzern Abercrombie. Sie wollen den etablierten Modeketten H&M, Zara, Esprit und Co. Marktanteile abjagen.

Laute Musik, plüschige Sessel, Wohnzimmerschränke neben Sufbrettern und Palmwedeln – umweht von Parfümduft –, die Läden des US-Textilhändlers Hollister sind leicht zu erkennen. Im Dezember plant die Kette ihre Deutschland-Premiere. Dann eröffnet sie in gewohntem Stil eine Filiale in der Frankfurter Innenstadt. Für die Hollister-Konzernmutter Abercrombie & Fitch ist das Geschäft Teil der gerade startenden Expansion aufs europäische Festland. Bisher stehen nur 6 der 1100 Abercrombie- und Hollister-Läden außerhalb Nordamerikas – allesamt in London. Schon im nächsten Jahr will der Konzern in Deutschland einen zweiten Shop eröffnen – in Hamburg. Das bestätigt ein Sprecher des Shoppingcenter-Betreibers ECE. Zudem spreche man mit dem US-Unternehmen über weitere Standorte.

Nicht nur Abercrombie entdeckt zurzeit den deutschen Textilmarkt. Auch andere ausländische Modeläden wollen hier etablierten Ketten wie H&M, Zara, New Yorker und Esprit das Fürchten lehren. So hat die britische Textilkette Next erst vor wenigen Wochen in Dresden ihre erste Deutschland-Filiale eröffnet. In Bremen feierte der irische Billigbekleidungshändler Primark Deutschland-Premiere, im November will er in Frankfurt einen zweiten Laden aufmachen. Und die niederländische Textilkette The Sting betreibt inzwischen sechs Geschäfte in der Bundesrepublik, nachdem sie erst vor einem Jahr in Duisburg mit einer Filiale gestartet ist. Der fünfte Neuling ist die zurzeit aggressiv expandierende US-Outletkette T.K. Maxx.

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Deutschland der größte Textilmarkt Europas

Die Voraussetzungen, in den deutschen Textilmarkt einzusteigen, seien gerade jetzt recht gut, sagt Petra Dillemuth, Managerin für Textilmarktforschung bei der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Seien doch einige gute Verkaufsflächen frei geworden, etwa solche, die die frühere Arcandor-Tochter SinnLeffers während ihrer Sanierung aufgeben musste. Auch mehrere ehemalige Häuser von Karstadt, Hertie und Woolworth stehen leer und warten auf Nachmieter. Sie sind vor allem für Billigheimer wie T.K. Maxx interessant.

Deutschland ist laut GfK mit einem Volumen von 39 Milliarden Euro der größte Textilmarkt Europas. Zudem sei der Textilkonsum der Bundesbürger trotz Wirtschaftskrise stabil geblieben, sagt Jürgen Dax, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels. Dagegen brach allein bei Abercrombie der Umsatz in den USA im zweiten Quartal um knapp ein Drittel gegenüber dem Vorjahr ein.

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