Modekonzern: Escada stellt noch in dieser Woche Insolvenzantrag

Modekonzern: Escada stellt noch in dieser Woche Insolvenzantrag

Bild vergrößern

Die Empfangshalle des Modekonzerns Escada

Ein glamouröser Abgang sieht anders aus: Der Damenmodekonzern Escada muss nach dem Scheitern eines Rettungsplans noch in dieser Woche Insolvenz beantragen. Investoren waren geschockt: Der Aktienkurs brach um fast 50 Prozent ein.

Heute informierte der Vorstand den Aufsichtsrat und die rund 2300 Beschäftigten über die Notlage des Unternehmens und stellte die Weichen für die Insolvenz. Wann der Antrag beim Amtsgericht München eingereicht wird, stehe aber noch nicht fest, sagte ein Firmensprecher in München. In Branchenkreisen wird damit am Donnerstag gerechnet.

An der Börse sorgte die Nachricht für einen Schock: Escada-Aktien brach am Morgen um 46 Prozent auf 0,82 Euro ein. Escada war in den 1980er Jahren die bekannteste Damenmodemarke der Welt. Durch hausgemachte Probleme und Managementfehler steckt das Unternehmen aber seit Jahren in Schwierigkeiten.

Anzeige

Nach mehreren Vorstandswechseln kam im vergangenen Jahr der frühere Hugo-Boss-Chef  Bruno Sälzer als Saniererer zu Escada, aber auch er konnte die Firma angesichts hoher Verluste und eines Schuldenbergs nicht mehr retten.

Sälzer hofft darauf, dass Escada auch nach der Insolvenz eine Zukunft hat. „Der Vorstand beabsichtigt, sein operatives Konzept zur Neuausrichtung von Escada, das seit Mitte 2008 umgesetzt wird, dem vorläufigen Insolvenzverwalter vorzustellen“, kündigte er an.

Sälzer hatte erst vor wenigen Wochen die erste Kollektion unter seiner Leitung vorgestellt, mit der er nach jahrelangem Frust wieder den Geschmack der Kundinnen treffen wollte. Unter seinen Vorgängern waren viele frühere Stammkundinnen abgesprungen, weil ihnen die Mode nicht mehr gefiel.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/09 (31. Oktober) war der Umsatz bei Escada um 16 Prozent auf 248 Millionen Euro gesunken, der Verlust lag bei 91,7 Millionen Euro nach 8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Zuletzt hatte das Unternehmen versucht, die Pleite durch den Umtausch einer Anleihe abzuwenden und sich damit von einem großen Teil seiner Schuldenlast zu befreien. Das Angebot wurde nach Angaben des Unternehmens bis zum Ende der Umtauschfrist am Dienstag aber nur von 46 Prozent der Anleihe-Anleger angenommen. Damit wurde die angestrebte Quote von 80 Prozent deutlich verfehlt und die Insolvenz war nicht mehr zu vermeiden.

Sälzer bezeichnete das Ergebnis als bedauerlich, da Banken, Aktionäre und Mitarbeiter zuvor ihren Teil zur Restrukturierung beigetragen hätten. Die Gläubiger der Anleihe hoffen nun nach Einschätzung von Branchenkennern darauf, aus der Insolvenz heraus an mehr Geld zu kommen. Allerdings ist unklar, ob es Interessenten für eine Übernahme von Escada oder den Kauf der Marke gibt, die weltweit immer noch einen hohen Bekanntheitsgrad hat.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%