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Modekonzern: Escadas Zukunft hängt am Urteil des Insolvenzverwalters

von Peter Steinkirchner

Escada ist tot, es lebe Escada: Nach dem Scheitern des Rettungsplans liegt die Zukunft des Damenmodekonzerns in Händen des Insolvenzverwalters. Nun muss sich zeigen, ob noch Saft in der Marke steckt. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Peter Steinkirchner.

Escada-Chef Bruno Sälzer Quelle: dpa
Escada-Chef Bruno Sälzer Quelle: dpa

Das Votum ist eindeutig – nicht einmal die Hälfte der Zeichner der 200-Millionen-Euro schweren Escada-Anleihe haben dem Braten getraut. Nicht einmal die Hälfte der Gläubiger ließ sich davon überzeugen, dass Käpt’n Sälzers Plan, den in schwere Wasser geratenen Modetanker Escada wieder aufzurichten, funktionieren würde. Zu hoch stand schon das Wasser im Schiff, jetzt übernimmt der Insolvenzverwalter das Ruder.

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Vorstandschef Bruno Sälzer und seine mehr als 2200 Besatzungsmitglieder müssen nun darauf vertrauen, dass wenigstens der Pleite-Experte die Sinnhaftigkeit der jüngsten Kurskorrekturen erkennt. Die Zukunft von Escada hängt an der Einschätzung des Insolvenzverwalters: Anders als die Finanzinvestoren, die ihr Urteil gefällt haben, muss er in den von Sälzer eingeleiteten Umbauten des Konzerns echten Chancen sehen. Er muss in Sälzers Maßnahmen das Potenzial sehen, aus dem ziellos dahin trudelnden Partydampfer ein einigermaßen flottes Schiffchen auf dem Mode-Teich machen zu können.

Ist Sälzer der richtige Mann?

Gelingt das, bestünde die Chance, Escada im Wege der Planinsolvenz neu aufzustellen. Es gibt Beispiele von Unternehmen, wo das gelungen ist. Das spektakulär implodierte Riesenreich des einstigen Medienzaren Leo Kirch lebt in durchaus funktionierenden Einzelteilen bis heute fort. Anders als bei Kirch wird sich Escada zwar nicht filetieren und in kleinen Häppchen verkaufen lassen. Es gibt keine Töchter mehr, die man einzeln veräußern könnte. Doch vertraut der Insolvenzverwalter nun auf Sälzers Expertise, könnte Escada eine Zukunft haben.

Die Frage ist, ob  Sälzer dazu die richtigen Ideen hat, die richtigen Leute, die richtigen Läden, den richtigen Riecher?  Bleibt er selbst an Bord? Hat er die Nerven für ein Insolvenzverfahren? Und vor allem – hat die Marke Escada bei ihren Kundinnen einen so starken Rückhalt, die Insolvenz ohne fiese Flecken auf der teuren Robe zu überstehen? Wer trägt schon gern ein Abendkleid mit aufgedrucktem Kuckuck? Wer lässt sich gern vom Pleitegeier in den Ausschnitt lugen? Selbst wenn sämtliche nun drängenden Finanzfragen zu klären wären – am Ende bleibt dies die entscheidende: Wie viel Substanz steckt tatsächlich noch in Escada?

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 12.08.2009, 17:52 UhrAnonymer Benutzer: MCG

    Es ist wie immer. Der Angestellte Sälzer hat sich schon bei boss überschätzt. Deshalb hat er dort schon zu hoch gepokert. jetzt schon wieder. ist doch kein Fachmann .80 % aller angestellten Manager sind die gleichen Flaschen. Dumm reden,tolle Selbstvermarktung , arrogant und sonst viel bla-bla

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