Modelabel J.Crew: Obamas Modehändler auf Deutschland-Trip

Modelabel J.Crew: Obamas Modehändler auf Deutschland-Trip

von Thomas Stölzel

Amerikas zurzeit erfolgreichster Modehändler J. Crew expandiert und kommt nach Deutschland. Start soll im Spätherbst sein. Das Unternehmen kleidet auch US-Präsidenten Barack Obama und dessen Familie ein.

Vor anderthalb Jahrzehnten expandierte Millard „Mickey“ Drexler zum ersten Mal nach Deutschland - damals als Chef der amerikanischen Textilkette Gap. Bis zu 500 Läden wollte er hier eröffnen. Aber so weit kam es nicht. Der Konzern schrieb Verluste, 2002 musste Drexler gehen, 2004 schloss Gap seine deutschen Filialen, mehr als zehn waren es nicht.

Nun wagt sich der Manager erneut nach Deutschland – diesmal mit J.Crew, der zurzeit erfolgreichsten Modekette Amerikas, die regelmäßig auch US-Präsident Barack Obama und dessen Familie einkleidet. In Kürze biete das Unternehmen seine Waren auch in Deutschland an – zumindest online, kündigt J.Crew an. Als Termin ist der Spätherbst im Gespräch. Zudem steht der Markteinstieg in Frankreich, Italien, Irland und Australien bevor. In Großbritannien begann J.Crew schon Ende August und wählte hier als Versandpartner die Deutsche-Post-Tochter DHL. Bisher gab es J.Crew-Kleidung nur in Nordamerika und Japan.

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Drexler, der auch im Verwaltungsrat von Apple sitzt, hat das verstaubte Unternehmen J.Crew zu einer der angesagtesten Modemarken veredelt. Für die Männerlinie warb er den Amsterdamer Designer Frank Muytjens vom Rivalen Ralph Lauren ab. Schließlich orientiert sich die Mode von J.Crew ebenso wie die von Ralph Lauren an dem Stil, der an amerikanischen Eliteuniversitäten verbreitet ist. Mit den Aufräumarbeiten hatte Drexler schon 2002 begonnen, nach seinem Rauswurf bei Gap.

Erfolgreich von der Börse genommen

Inzwischen betreibt J.Crew zusätzlich zum Versand mehr als 300 Läden und ist damit so erfolgreich, dass sich die zwei Privat-Equity-Investoren Texas Pacific Group und Leonard Green & Partners entschlossen haben, gemeinsam mit Drexler den Konzern von der Börse zu nehmen. Im März zahlten sie in einem Drei-Milliarden-Dollar-Deal die restlichen Aktionäre aus.

J.Crew ist nicht der einzige US-Modehändler, der nach Deutschland drängt. Denn hohe Arbeitslosenzahlen und trübe Wirtschaftsaussichten in den USA bereiten den Konzernlenkern dort zunehmend Sorgen. So kommt auch das US-Modeunternehmen Abercrombie & Fitch nach Deutschland und eröffnet hier Filialen, etwa in Düsseldorf. Die Zweitmarke Hollister unterhält hier ohnehin schon eigene Geschäfte, weitere sind geplant.

Drexler lässt es langsamer angehen. Aber auch er erwägt eigene Geschäfte in Europa, noch aber schrecken ihn offenbar hohe Mieten ab. So startet J.Crew hierzulande zunächst als reiner Internet-Versender.

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