Modellbahnbauer: Märklin-Pleite: Schwere Vorwürfe gegen Finanzinvestor

Modellbahnbauer: Märklin-Pleite: Schwere Vorwürfe gegen Finanzinvestor

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Endstation Gericht? Insolvenzverwalter und Eigentümer streiten um die Schuldfrage im Fall Märklin

Neben dem Insolvenzverfahren droht jetzt der nächste Rechtsstreit im Hause Märklin. Der Insolvenzverwalter erhebt schwere Vorwürfe gegen den Finanzinvestor Kingsbridge Capital: überteuerte Beraterverträge, die Gründung von Zwischengesellschaften, Zahlung von Schweigegeld.

Als die Insolvenz des Göppinger Modelleisenbahnherstellers Märklin Anfang Februar bekannt wurde, war der Schuldige für die Misere schnell gefunden: Finanzinvestor Kingsbridge, seit 2006 Eigentümer des Traditionsunternehmens. Laut Insolvenzverwalter Michael Pluta habe Kingsbridge Märklin bewusst in die Pleite geführt. So habe Kingsbridge in den vergangenen drei Jahren mehr als 40 Millionen Euro für Beraterleistungen ausgegeben und Zwischengesellschaften gegründet, um nicht als Geldgeber in Haftung genommen werden zu können. Damit diese Machenschaften nicht auffliegen, soll Kingsbridge zudem Schweigegeld an einzelne Mitarbeiter gezahlt haben.

In London will man von derlei Vorwürfen nichts hören. Die Aussage Plutas sei falsch und obendrein ehrschädigend, ließ Kingsbridge über seine Anwälte mitteilen. Auch die Zahlung von Schweigegeld sei frei erfunden. Kingsbridge fordert nun eine Unterlassungserklärung und schließt weitere rechtliche Schritte gegen Michael Pluta und seinen Mitarbeiter Fritz Zanker nicht aus. Bei der Kanzlei Pluta nimmt man das scheinbar gelassen. „Wir äußern uns dazu, wenn wir das Schreiben geprüft haben“, sagte eine Sprecherin.

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Finanzinvestor: Wollte für Märklin eine Zukunft schaffen

Auch Kingsbridge-Partner Mathias Hink verurteilt die Äußerungen Plutas. Es sei zwar möglicherweise nicht alles richtig gemacht worden, dennoch habe Kingsbridge alles versucht, um für Märklin eine Zukunft zu schaffen.

Neben den Gerüchten um Kingsbridge trat noch ein weiteres pikantes Detail zutage. Klaus Menrad, Geschäftsführer des ungarischen Märklin-Werkes ist entlassen worden, weil er kurz vor der Insolvenz 104.000 Euro an die Adler Toys Beteiligungsgesellschaft überwiesen haben soll. Chef dieser von der Insolvenz nicht betroffenen Märklin-Dachgesellschaft sei Menrad selbst. Eine Sprecherin bestätigte zwar die Entlassung Menrads, wollte sich zu den Gründen aber nicht äußern.

2006 stand Märklin bereits einmal vor der Insolvenz, konnte diese nur mit dem Verkauf an Kingsbridge abwenden. Von der jetzigen Insolvenz sind zunächst nur die rund 700 deutschen Mitarbeiter betroffen, weltweit beschäftigt Märklin 1300 Menschen.

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