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Modellbahnhersteller: Warum Lego für Märklin ein Vorbild sein sollte

von Dieter Petzold

Ruhig ist es um Märklin geworden. Beim insolventen Spielwarenhersteller Märklin berät noch bis zu diesem Montag der Gläubigerausschuss über die Zukunft des Werks im ungarischen Györ. Das siebenköpfige Gremium tagt seit Sonntag hinter verschlossenen Türen. Früheren Meldungen zufolge sollen in Györ 180 von 520 Stellen abgebaut werden. Wichtige Entscheidungen, die den gesamten Märklin-Konzern beträfen, seien hingegen nicht zu erwarten, hieß es aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen. Bereits im August oder September soll der insolvente Modellbahnhersteller verkauft werden. Ein Finanzinvestor kommt nach Willen von Insolvenzverwalter Michael Pluta nicht in Frage. WirtschaftsWoche-Autor und Märklin-Fan Dieter Petzold zieht eine Zwischenbilanz.

Michael Pluta, Quelle: dpa
Michael Pluta, Insolvenzverwalter von Märklin Quelle: dpa

Schwarze Zahlen oder zumindest eine schwarze Null will Märklin in diesem Jahr schreiben. Wären die Göppinger nicht von so genannten Sanierern ausgesaugt worden, die dem Unternehmen millionenschwere Beratungshonorare auf den Buckel gepackt hatten, wäre es wohl nicht zu der Insolvenz gekommen. Das meint zumindest Insolvenzverwalter Michael Pluta. Das treibt Modellbahnfans schon die Tränen in die Augen.

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Die können nur hoffen, dass Pluta das richtige Händchen hat, unter den sieben Interessenten einen Investoren zu finden, der ein Unternehmen nicht als Selbstbedienungsladen versteht. Die Chancen dafür stehen gut, da er nicht unter Zeitdruck steht. Der neue Besitzer muss den Spagat schaffen, junge Käuferschichten zu finden und die alten Sammler nicht zu vergraulen. Lego hat so etwas nach längeren Durststrecken geschafft. Auch bei der Suche nach alternativen Vertriebswegen hat Märklin noch Nachholbedarf. Zum Weihnachtsgeschäft soll das Spielzeug des 150 Jahre alten Traditionsunternehmens auch bei Aldi auf den Verkauftischen liegen. Das kann nur ein Anfang sein.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 13.07.2009, 18:49 UhrAnonymer Benutzer: fixundfoxi

    ich weiß zwar nach dem Lesen des Artikels immer noch nicht, was das mit LEGO zu tun hat, aber gut das wir darüber geschrieben haben. Viel interessanter wäre es zu erfahren ob es die sechs investoren gibt! Da halten sich alle bis zum Sanktnimmerleinstag bedeckt. Die Probleme der branche und dieses Unternehmens sind viel diskutiert worden. Aber kein Lösung zeichnet sich ab. Es scheint wohl auch keine zu geben.

  • 13.07.2009, 17:02 UhrAnonymer Benutzer: Miro

    irgendwie bringe ich die Überschrift gedanklich nicht mit dem Artikel in Einklang und schreibe das beispiel Lego daher betriebswirtschaftlich in der Vergangenheit behobenen Zwangslagen zugute. Lego hat für mich als Produkt einen Alleinstellungswert zumal mir spontan kein nennenswerter Kopist oder Nachahmer hierzu einfällt - anders als bei Märklin.
    Märklin auf dem Massenmarkt - so gut mir ein vernünftiges Angebot auch beim Discounter aus persönlichem interesse gefallen würde - kann nur vorübergehendes und offensichtlich endliches Glück bescheren.
    Märklin oder Fleischmann hieß es in meiner Kindheit und die Antwort war letztlich Märklin oder lieber noch etwas sparen. Der heutige Märklinkäufer kauft nicht weil darauf sparen muss sondern um Kindheitsträume wiederaufleben zu lassen oder an die nächste und übernächste Generation weiterzugeben. Und dieser Kunde hat Ansprüche, die leider nicht befriedigt werden.
    Man kann für lau polyphone Klingeltöne in jeder bandbreite und Wirrheit downloaden, aber wenn es um bahnhofsdurchsagen, einfach zu implizierende Fahrgeräusche für die Modelleisenbahn geht, da ist man auf Selbstbau oder den Forenaustausch angewiesen - nennenswerte Angebote von Märklin gibt es nicht. Wo bleibt die am Computer zu generierende und dann direkt in der Manufaktur bei Märklin hergestellte, personalisierte Lok?
    Auch wenn ich mich wiederhole, aber wenn Märklin überleben will, dann nicht indem es zu einer Art Fleischmann wird, sondern indem es alte Tugenden an die Nachfrage anpasst und das ist nun mal das Hochpreisangebot. Nur hierfür muss eben auch die gebotene Leistung stimmen.

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