Modemanager Sälzer: "Ziel ist es, Escada wieder groß und stark zu machen"

Modemanager Sälzer: "Ziel ist es, Escada wieder groß und stark zu machen"

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Bruno Sälzer

von Peter Steinkirchner

Ein Jahr nach der Insolvenz peilt der Chef des Münchner Modekonzerns Escada, Bruno Sälzer, bereits schwarze Zahlen an und lässt seine Designer erstmals auch Herrenanzüge schneidern.

WirtschaftsWoche: Herr Sälzer, Sie machen neue Läden auf, in der Zentrale rattern die Nähmaschinen, unten im Showroom hängen neue Kollektionen. Auf einer Skala von 1 (Katastrophe) bis 10 (perfekt) – wo steht Escada da, genau ein Jahr nachdem die indische Milliardärsfamilie Mittal das Unternehmen aus der Insolvenz gekauft hat?

Sälzer: Bei knapp sieben.

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Sie bluffen?

Überhaupt nicht. Wir haben doch nicht erst Ende 2009, nach überstandener Insolvenz, angefangen, Escada zu drehen. Man muss die zwei Jahre der Neuausrichtung zusammen sehen. Wir sind mit einem komplett neuen Führungsteam angetreten und wussten schon vor der Wirtschaftskrise, dass es Escada schlecht ging. Aber wir wussten auch, wie die Mode aussehen sollte und was wir ändern wollten.

Und was war das?

Natürlich war die modische Neuausrichtung zentral. Aber es ging auch um nüchterne Geschäftsmechanik, ohne die auch ein Modekonzern nicht funktioniert. So war schnell klar, dass wir für den gesamten Geschäftsprozess ein neues IT-System brauchten. Als ich am 13. August 2009 den Insolvenzantrag gestellt hatte, war schon viel von der neuen Escada-Mode zu sehen. Mit Megha Mittal haben wir dann den idealen Investor gefunden.

Welche Zahlen melden Sie den Mittals?

Beim Umsatz erwarten wir 2010 das Vorjahresniveau, also rund 280 Millionen Euro. Dabei werden wir deutlich mehr Teile verkaufen als im Vorjahr. Weil wir aber die Preise im Durchschnitt um 20 Prozent gesenkt haben, dürfte der Umsatz in etwa gleich bleiben.

Haben die Kundinnen das Thema Insolvenz etwa so schnell vergessen?

Eine Insolvenz schadet natürlich immer. Aber wir haben diese Phase gut überstanden. Das kann man auch daran ablesen, dass wir heute viel mehr Ware zum Normalpreis verkaufen als früher. Und wir bieten in allen Kollektionen rund 30 Prozent weniger Ware an. So bekommt die Kundin ein klares Bild davon, wofür Escada steht: moderne Eleganz, coolen Glamour und sinnliche Weiblichkeit.

Also nicht mehr für den klassischen, langweiligen Goldknopf-Blazer?

Vergessen Sie den – die Goldknöpfe waren nie unser Problem. Wichtiger ist zum Beispiel, dass wir heute keine teuren Bestände mehr abschreiben müssen. Die gute Resonanz auf unsere Mode führt dazu, dass 2010 unser EBITDA, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, für das wir ein Minus geplant hatten, bereits ins Plus drehen wird.

Schreiben Sie auch unterm Strich 2010 schwarze Zahlen?

Nein, aber für 2011 gehe ich von schwarzen Zahlen und einem vielleicht sogar zweistelligen Umsatzplus aus. Escada hat wieder eine klare Sprache. Das fehlende Verbindungsstück zu unserer Kundin ist bisher noch unser Ladenbaukonzept. Mode muss man spüren und fühlen – die Kundin muss mit ihr in Berührung kommen.

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