Morgan-Stanley-Vizechef: Finanzkrise noch bis 2010: Investmentbank Lehman Brothers offenbar vor neuem Milliardenverlust

Morgan-Stanley-Vizechef: Finanzkrise noch bis 2010: Investmentbank Lehman Brothers offenbar vor neuem Milliardenverlust

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Die Investmentbank Lehman Brothers droht offenbar ein weiterer Milliardenverlust

Der krisengeschüttelten US-Investmentbank Lehman Brothers droht einem Zeitungsbericht zufolge ein weiterer Verlust in Milliardenhöhe.

Einige Analysten erwarteten für das laufende dritte Geschäftsquartal ein neuerliches Minus von 1,8 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro) oder mehr, berichtete das „Wall Street Journal“ heute. Die viertgrößte US-Investmentbank könnte dann auch zu einer weiteren Kapitalerhöhung oder dem Verkauf von Vermögenswerten gezwungen sein.

Lehman Brothers hatte bereits im vergangenen Geschäftsquartal einen Verlust von 2,8 Milliarden Dollar verbucht. Die Bank holte sich zudem eine dringend benötigte Kapitalspritze von sechs Milliarden Dollar und löste ihre Finanzchefin ab. Die Zahlen für das Ende August auslaufende dritte Geschäftsquartal legt Lehman Brothers gewöhnlich Mitte September vor. Angesichts der Lage wird an den Märkten auch über einen kurzfristig früheren Termin spekuliert.

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Zur Aufbesserung der Bilanz plant die Investmentbank laut „Financial Times“ den Verkauf ihrer 40 Milliarden Dollar schweren Vermögenswerte im Bereich Geschäftsimmobilien. Lehman Brothers wolle diese entweder im Paket oder in Teilen abstoßen. Allerdings klaffe eine Lücke zwischen den Preisvorstellungen der Bank und der möglichen Käufer, berichtete die Zeitung am Wochenende unter Berufung auf Insider.

Unterdessen rechnet Morgan-Stanley-Vizechef Walid Chammah nicht mit einem schnellen Ende der Finanzkrise. Wahrscheinlich werde sie erst „zwischen dem nächsten Jahr und 2010“ beendet sein, sagte Chammah dem „Handelsblatt“ (heutige Ausgabe). Eigenkapitalrenditen von 25 Prozent gehören nach seiner Einschätzung erst einmal der Vergangenheit an. „Ich rechne in der Branche in der Regel eher mit Renditen von 15 bis 20 Prozent“, sagte er.

Die weltweite Führungsrolle der großen US-Banken sieht Chammah auch nach der Krise nicht gefährdet. Die Reichweite der US-Banken sowohl nach Regionen als auch Produkten sei weltweit immer noch herausragend. Die asiatischen Banken spielten zwar eine immer wichtigere Rolle im internationalen Bankgeschäft. „Aber sie befinden sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Sie haben die Größe, besitzen die notwendige Marktkapitalisierung, benötigen aber noch Fähigkeiten, um ausgefeilte Bankgeschäfte auf höchstem Niveau anzubieten“, sagte Chammah.

Der Vizechef der US-Bank Morgan Stanley, die bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen ist, erwartet jedoch weitere Bankenzusammenbrüche. „Wir werden wohl mehr Pleiten von kleinen US-Regionalbanken sehen, die sich auf das Hypothekengeschäft konzentriert haben“, sagte Chammah.

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