Motorsägen: Stihl geht in die Akku-Offensive

Motorsägen: Stihl geht in die Akku-Offensive

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Bertram Kandziora, der Vorstandsvorsitzende der Stihl-Gruppe. Seine Beschäftigten sollen sichere Arbeitsplätze haben.

von Lothar Schnitzler

Stihl trotzt der Krise mit ungewöhnlichen Methoden: Erst verlagerte der Motorsägenhersteller zur Arbeitsplatzsicherung im Inland einen Teil der Produktion von Brasilien zurück nach Deutschland, jetzt setzt Stihl in großem Stil auf Akku-Geräte - auch im Profi-Bereich.

Rack ab! Beim schwäbischen Familienunternehmen Stihl gilt diese Devise nur, wenn um die Arbeit mit den Produkten des Unternehmens, Sägen, Heckenscheren und anderen Forst- und Gartengeräten geht.

Beim Umgang mit dem eigenen Personal ist Stihl-Vorstandsvorsitzender Bertram Kandziora deutlich vorsichtiger. Radikale Personalschnitte sind ihm ein Graus, vor allem wenn es um die Mitarbeiter in Deutschland geht. Zu Weihnachten verlagerte er die Herstellung von 50 000 Motorsägen aus einem Werk in Südbrasilien nach Deutschland, „um Beschäftigung an den deutschen Standorten zu sichern“, wie er wiwo.de damals sagte. Bereits ein Jahr zuvor hatte Stihl Produktion aus Brasilien nach Deutschland verlagert. Und noch im Sommer 2009 hatte der 54jährige gebürtige Schlesier mit dem Gesamtbetriebsrat einen Beschäftigungssicherungsvertrag bis zum Jahr 2015 für die Mitarbeiter in Deutschland abgeschlossen.

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Dabei konnte Kandziora bei der heutigen Präsentation der Geschäftszahlen für 2009 nicht gerade glänzende Ergebnisse vorlegen. Um 4,9 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro ging der Umsatz im vergangenen Jahr zurück (2008: 2,14 Milliarden Euro). Immerhin waren das deutlich weniger als jene zehn Prozent Umsatzrückgang, die der der Stihl-Vormann bereits im vergangenen Herbst angekündigt hatte. Zu den genauen Gewinnzahlen schweigt das Familienunternehmen seit jeher. Im Jahr 2008 waren die Gewinne laut Kandziora jedoch tiefschwarz. Dabei solle es auch 2009 bleiben.

Stihl macht Hälfte des Umsatzes mit Motorsägen

Vor allem der Auslandsmarkt hat gelitten. Bei den Motorsägen gab es deutliche Umsatzeinbrüche in Osteuropa. Wegen der katastrophalen Lage am Baumarkt in den USA, Spanien, Irland und Großbritannien litt das Geschäft mit Trennschleifern. Unerwartet stabil dagegen blieb dagegen deutsche Markt, auf dem Stihl jedoch nur elf  Prozent (2008) seines Geschäftes macht. Tröstlich für Stihl: Der Wettbewerb leidet noch stärker.

Der deutsche Sägenproduzent dürfte aus der Krise gestärkt hervor gehen. Trotz des schwierigen Umfelds gelang es Stihl, seinen Marktanteil im vergangenen Jahr weltweit auszubauen. Zudem hat  sich Stihl ein Abspeckprogramm verordnet. Die Gesamtkosten sind nach Angaben von Stihl um zehn Prozent gesunken.

Die mäßigen Zahlen versetzen an der Konzernzentrale in Waiblingen bei Stuttgart niemanden in Panik. In der Chefetage von Stihl gilt das Denken in Drei-Monatszyklen als unanständig. „Wir planen Jahre im Voraus und wissen doch, dass Konjunkturabschwünge so sicher sind wie das Amen in der Kirche“, sagt Kandziora. Das Unternehmen operiert mit einer Eigenkapitalquote von rund 60 Prozent und ist von Banken weitgehend unabhängig. Noch Ende September erweiterten die Sägenbauer ihr Logistikzentrum in Dieburg bei Darmstadt - eine 25-Millionen-Euro-Investition. Einige Monate zuvor  erwarben sie den japanischen Vergaserbauer Zama mit über 2000 Mitarbeitern.

Stihl hat sich in den vergangen Jahren vom Motorsägenbauer zum breit gestreuten Hersteller von Forst- und Gartengeräten wie Rasenmäher oder Heckenscheren, aber auch von Reinigungsmaschinen und Sprühapparaten gewandelt. Doch noch immer macht das Familienunternehmen, dessen Aufsichtsrat von Hans Peter Stihl, dem ältesten Sohn des Gründers geführt wird, etwa die Hälfte seines Umsatzes mit Motorsägen.

In diesem Jahr will Stihl mit neuen, umweltfreundlichen Geräten punkten: So will Stihl in diesem Jahr erstmals akkubetriebene Motorsägen auf den Makrt bringen. Auch zwei Akku-Motorsensen und ein elektrisch betriebenes Blasgerät sollen für höhere Umsätze sorgen. Stihls Konzerntochter Viking wird die Lithium-Ionen-Batterietechnik in zwei neuen Rasenmähern einsetzen. Auch Motorsägen-Spezialisten kommen um den Elektroantrieb-Hype, der die Autoindustrie erfasst hat, offenbar kaum herum.

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