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Musikbranche: Warner Music zieht gegen Berliner Internet-Firma vor Gericht

von Thomas Stölzel

Der Mitteleuropachef von Warner Music Bernd Dopp zieht gegen die Berliner Internet-Firma Songbeat vor Gericht.

Erst sechs Mitarbeiter beschäftigt das junge Berliner Internet-Unternehmen Songbeat, doch in der Musikbranche löste es ein Beben aus. Mit einer Mischung aus Musikplayer und Suchmaschine durchkämmt es Internet-Radios und Web-Sites nach Musikdateien. Inzwischen gibt es mehrere Hunderttausend Nutzer. Sie können Wunschtitel suchen und abspielen, für einmalig 19,99 Euro beliebig viele davon herunterladen – zum Ärger der Musiklabels und Künstler, die keinen Cent daran verdienen.

Der Mittel- und Osteuropachef von Warner Music, Bernd Dopp, zieht darum gegen Songbeat vor Gericht. Am 11. Februar verhandelt das Landgericht Hamburg über eine einstweilige Verfügung. Warner will Songbeat untersagen, Warner-Titel anzubieten. Doch Songbeat-Anwalt Maximilian Conrad gibt sich siegessicher: Das Programm von Songbeat sei ein Browser, „der vergleichbar einer Suchmaschine wie Google“ nur Suchergebnisse auflistet.

Songbeat-Gründer Philip Eggersglüß setzt auf Kooperation statt auf Konfrontation. Dafür hat er eine Urheberrechtsexpertin engagiert, die früher für die Gema gearbeitet hat, die Urheberrechtsgesellschaft der Musikindustrie. Für Songbeat soll die Ex-Managerin Gespräche mit den Labels organisieren.

Eggersglüß ist bereit, Musikkonzerne wie Sony, Warner, Emi und Universal an den Einnahmen zu beteiligen. Zudem könne Songbeat zusätzlich Konzernkarten und Fanartikel verkaufen und so Angebotspakete schnüren.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.02.2009, 15:06 UhrAnonymer Benutzer: qwertz

    Schade.

    Liebe Mi, ich bin kein Freund des Raubkopierens. Aber irgendwo solltet ihr echt mal Schluss machen. Gerade Warner ist echt nur noch lächerlich. Erst die Musik von lastfm zurückziehen, dann von Youtube - gibts die bald auch in internetmusikshops nicht mehr oder nur für 2 EUR den Song?

    Warum verklagt ihr Songbeat, bevor ihr überhaupt geredet habt mit denen bezüglich Kooperationen? ihr habt doch inzwischen schon gemerkt, dass das große Geld nicht mehr CDs sondern Konzerte sind (siehe Madonna und andere). Und dann gebt doch die Musik für lau ab bzw. kassiert durch Merchandising und Konzerte zusätzlich. Und jeder der die Musik echt mag wird sich die CD kaufen.

    Wa übrigens Youtube betrifft: ich habe manche Lieder dutzende Mal gehört. Wie ich kürzlich erfuhr, zahlt Google pro Abruf 1ct an die Mi. Da verdient die bei manchen Videos mehr als wenn ich mir den Titel gekauft hätte...

  • 05.02.2009, 13:01 UhrAnonymer Benutzer: Jens Tiefschneider

    Ergänzung:
    Die GEMA ist nicht die Urheberrechtsgesellschaft der Musikindustrie! Die GEMA kümmert sich sogar überhaupt nicht um Urheberrechte, das müssen die Urheber selber tun. Die GEMA ist eine Verwertungsgesellschaft, die sich darum kümmert, dass Musiker und Verlage Geld bekommen, wenn ihre Musik öffentlich aufgeführt oder vervielfältigt wurde. Die GEMA ist, salopp ausgedrückt, das inkassounternehmen der Musikindustrie.

  • 04.02.2009, 12:59 UhrAnonymer Benutzer: Jens Tiefschneider

    Songbeat schreibt auf ihrer Webseite, dass das Downloaden von Musik nicht strafbar sei. Das ist nur richtig, wenn die Quelle der runtergeladenen Musik legal ist, und die Zustimmung der Urheber vorliegt. Das darf man aber bei den Adressen, von denen sich Songbeat seine Tracks saugt, stark bezweifeln. Dazu kommt, dass Songbeat mit dem illegal "erworbenen" Kontent Geld verdient, das ist ebenfalls nicht erlaubt.

    Ähnliches versucht auch Dizzler.com. Mich wunderts, dass diese Plattformen überhaupt noch existieren und nicht schon längst in Grund und boden geklagt worden sind.

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