Musikindustrie: Warner Music Deutschland gewinnt gegen Songbeat

Musikindustrie: Warner Music Deutschland gewinnt gegen Songbeat

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Warner Music Group Deutschland hat eine einstweilige Verfügung gegen das Berliner Internetunternehmen Songbeat erwirkt.

Die Musikindustrie hat über die kleine Berliner Internetfirma Songbeat einen Teilsieg errungen. Das Unternehmen muss seine gleichnamige Musiksuchmaschine jetzt aus dem Netz nehmen, entschied das Landgericht Hamburg am Mittwoch und erließ zugunsten der Plattenindustrie eine einstweilige Verfügung.

Mit einer Mischung aus Musikplayer und Suchmaschine durchkämmt Songbeat Internet-Radios und Web-Sites nach Musikdateien. Die Nutzer können diese illegal oder legal ins Internet gestellten Titel abspielen oder gegen eine Einmalgebühr von 19,99 auch herunterladen. Inzwischen hat die Software mehrere Hunderttausend Nutzer.

Angestoßen hatte den Rechtsstreit die deutsche Tochter des US-Plattenriesen Warner Musik in Abstimmung mit dem Bundesverband der Musikindustrie (BVMI). Der Verband sieht den Fall Songbeat als eine Art Musterverfahren gegen diese Art von Suchmaschinen. „Das ist, als ob man mit Kanonen auf Spatzen schießt“, sagt dagegen Songbeat-Anwalt Maximilian Conrad, der gegen die Entscheidung des Gerichts angehen will. Hierzu werde möglicherweise auch der Songbeat-Player in den nächsten Tagen umprogrammiert.

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Triumph nur von kurzer Dauer?

Sollte die Beschwerde erfolglos sein, wird der Player Conrad zufolge wahrscheinlich binnen drei Monaten von einem anderen Land und einem anderen Unternehmen aus wieder Online gehen – der Triumph der Musikindustrie wird deshalb wohl nur von kurzer Dauer sein.

Allerdings muss sich Songbeat in Deutschland sorgen um die in den vergangenen Monaten herunter geladenen Player machen. Das Unternehmen habe keine Chance, die Software auf den Computern der Nutzer abzuschalten, sagt der Anwalt. Er befürchtet nun, dass auf Songbeat Strafzahlungen zukommen könnten. Das kleine Unternehmen mit nur sechs Mitarbeitern wäre in dem Fall sofort insolvent.

Songbeat-Gründer Philip Eggersglüß setzte bisher auf Kooperation statt Konfrontation. Dafür engagierte er eine Urheberrechtsexpertin, die früher für die Gema gearbeitet hat – die Gesellschaft, die Urheberrechte im Auftrag der Musikindustrie wahrnimmt. Für Songbeat sollte die Ex-Managerin Gespräche mit den Labels organisieren. Eggersglüß zeigte sich bereit, Musikkonzerne wie Sony, Warner, Emi und Universal an den Einnahmen zu beteiligen. Eggersglüß will dieses Ziel auch nach der aktuellen Entscheidung weiterverfolgen, sagte er wiwo.de.

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