Nach Brand des Erstfahrzeugs: DBM Energy baut neues Rekord-Elektroauto

Nach Brand des Erstfahrzeugs: DBM Energy baut neues Rekord-Elektroauto

von Franz W. Rother

Mitte Dezember war das Elektroauto, mit dem DBM Energy-Gründer Mirko Hannemann 600 Kilometer mit nur einer Akkuladung gefahren war, unter ungeklärten Umständen abgebrannt. Nun will der Erfinder ein neues Fahrzeug aufbauen und Ende Februrar seinen Akku auf einen DEKRA-Prüfstand schicken.

Mirko Hannemann, ein 27-jähriger Erfinder und Geschäftsführer des Batterieherstellers DBM Energy GmbH aus Berlin, will Ende Februar auf einem Prüfstand der DEKRA die Leistungsfähigkeit seines intelligenten Speichersystems auf Lithium-Polymer-Basis unter Beweis stellen. Ende Oktober vergangenen Jahres war er mit einem zum Elektromobil umgebauten Audi A2, dessen Motor von einer Hochleistungsbatterie gespeist wurde, mit nur einer Akkuladung von München nach Berlin gefahren.

Rund sechs Wochen später, in der Nacht zum 12. Dezember, war das vom Energieversorger Lekker gesponserte und vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Weltrekord-Auto bei einem Brand in einer Berliner Lagerhalle zerstört worden. Nach den bisherigen Ermittlungen des Landeskriminalamtes war das Feuer in der Halle wohl vorsätzlich gelegt. Doch wie Hannemann im Interview mit der WirtschaftsWoche betonte, stehe inzwischen fest, dass „weder das Fahrzeug noch die DBM Energy ursächlich sind für den Brand“. Auch die Hochleistungs-Batterie scheide als Brandursache aus: „Zum Zeitpunkt des Brandes war das Fahrzeug lediglich mit einer zu 10 Prozent geladenen Behelfsbatterie ausgestattet.“

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Hannemann baut nun mit eigenen Mitteln ein neues Versuchsfahrzeug auf. Wie er in dem Interview ankündigte, soll dieses Elektromobil Ende Februar auf einem Rollenprüfstand der Dekra einem ausgiebigem Test nach standardisierten Verfahren unterzogen werden. Gleichzeitig werden seit dem 17. Januar bei der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM) die Batteriezellen einem umfangreichen Testprogramm nach internationalen Normen unterzogen, um die Sicherheit der Technik zu beweisen.

Hannemann will auf diese Weise den Kritikern aus der deutschen Autoindustrie den Wind aus den Segeln nehmen. Diese hatten sich durch die von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle geförderte Rekordfahrt brüskiert gefühlt und über den Verband der Autoindustrie (VDA) und über den ADAC massiv Stimmung gegen den Jungunternehmer gemacht. Einige Hersteller befürchten offensichtlich, dass ein Elektroauto mit einer Reichweite von bis zu 600 Kilometern falsche Erwartungen wecken und ihr eigenes etabliertes Geschäftsmodell gefährden oder zumindest die Förderung eigener Forschungsanstrengungen durch den Steuerzahler beenden könnte.

Hannemann: „Wir wollten zeigen, was heute schon technisch machbar ist. Zum Dank dafür wurden wir vehement angegriffen und sind im vermeintlichen öffentlichen Interesse mit harten Unterstellungen bis hin zu Betrug überzogen worden. Dabei hatten noch haben wir Unrechtes getan.“ Lediglich aus dem Ausland habe das Unternehmen „viel Zuspruch und auch einige sehr lukrative Angebote bekommen.“   

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